Samstag, 7. April 2012

"Die eiserne Lady"

Story: Margaret Thatcher lebt alleine, mit Demenz und von allen vergessen in ihrem Appartment in London und phantasiert sich die Gespräche mit ihrem verstorbenen Mann zusammen...und erinnert sich mehrmals an ihre Vergangenheit...

Ich war mir nicht ganz sicher, was ich erwartet habe; wohl eher ein ähnliches So-So-Biopic wie "Queen", aber das hier war...ganz ganz anders. Es fühlt sich an wie eine Aneinanderreihung von Szenen, die irgendwie jedes mögliche Ziel verfehlt. Was die Regisseurin Phyllida Lloyd wahrscheinlich wollte, war eine Würdigung von Thatchers Taten, was sogar ich als Thatcher-Noob eher komisch finde, weil Briten selbst dieser Frau gespalten gegenüber stehen.

Der einzige Grund diesen Film zu sehen, ist das Zusammenspiel zwischen Meryl Streep als Margaret Thatcher und Jim Broadbent als ihr Mann Denis, denn da zeigt der Film was vom schwarzen und halbtraurigem britischem Humor (wirkt ja auch komisch, wenn die ehemalige "eiserne Lady" mit ihrem toten Ehemann spricht). Das Ganze wirkt dabei nicht ulkig, sondern eher tragisch; Thatcher scheint hier in der Gegenwart verloren zu sein, da sie von ihren Kindern nicht besucht und auch ansonsten eher ignoriert wird.

Fazit: Es gibt überraschend wenig über "Die eiserne Lady" zu sagen, außer dass ich absolut keinen Schimmer habe, worauf der Film hinauswollte oder was dessen Ziel war. Ob es sich lohnt, diesen Streifen nur wegen Meryl Streeps klasse Schauspiel in Kombination mit Jim Broadbent sei jedem selbst überlassen. Meiner Meinung nach fehlt dem Film einfach die Leidenschaft, die Seele, das Leben - er existiert, ist aber absolut nichtssagend.

1 Kommentar:

  1. Interessant. Ich werde mir diesen Film irgendwann mal anschauen müssen. Er reizt mich, trotz dieser relativ negativen Kritik.

    Ich hab mehrere Filme zu Thatcher gesehen (hab mir eine "Margret Thatcher"-Box mit 2 DVDs beim BBC Studio geholt als wir in London waren und noch die ein oder andere Doku). Je mehr ich über ihre Politik erfahre, desto weniger kann ich sie leiden: Sie war schließlich eine Erz-Kapitalistin, die die sozialen Dienste in England massiv zurückgefahren hat.

    Und dennoch schätze ich sie als Fördererin der Emanzipation und finde, dass sie (wie auch die meisten Schauspielerinnen, die das Privileg hatten sie zu verkörpern) eine enorme Ausstrahlung hat. Davon könnte Merkel sich durchaus was abgucken.

    Insofern bin ich mal wieder gespannt, wie Thatcher hier verkörpert wird.

    Danke für die "Vorwarnung". Bin gespannt, wie ich diesen Film wahrnehmen werde.


    Findest du denn, dass dieser ganze Wirbel um den Film berechtigt war? viele regten sich ja auf, weil Thatcher so geistig umnebelt dargestellt wird? Empfandest du das als "unangemessen"?

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