Mittwoch, 26. Februar 2014

"Pompeii"

Story: Jahre nachdem seine Familie von den Römern unter der Leitung von Corvus abgemetzelt wurde, kommt Milo als Sklave nach Pompeii, um gegen den besten Gladiator der Stadt anzutreten. Corvus selbst ist zufällig auch da und da sieht Milo natürlich die perfekte Gelegenheit für Rache...

Warum Kit Harrington hier mitmacht, weiß ich nicht, denn er ist eigentlich ein guter Schauspieler und wird hier nur auf seine Brustmuskeln reduziert. Vermutlich hat ihm niemand vor seiner Beteiligung gesagt: "Du weißt gar nichts, Jon Schnee". Aus einem nicht minder seltsamen Grund ist hier auch Kiefer Sutherland vorzutreffen, der genauso aussieht wie Jack Bauer, niemals alt wird und einfach nur hundsmiserabel spielt...tut mir fast schon leid, das so anzusehen.

Gemäß einem typischen Katastrophenfilm, bzw. einer ordentlichen Zerstörungsorgie ist die Aufmachung der Zerstörung eben das, was einen als Zuschauer blenden soll, um bloß nicht durchschnittliches CGI und nahezu blutlose Actionszenen zu bemerken. Diese sind überraschenderweise nicht vollgestopft mit Slow-Motion wie das bei Paul W.S. Anderson spätestens seit der "Resident Evil"-Franchise gang und gebe ist. Als jemand, der nicht allzu viel über Pompeii weiß (bis eben auf den Vulkanausbruch) habe ich absolut nichts neues erfahren über den Ort, ganz gleich der politischen, sozialen oder kulturellen Umstände und die eintätige Liebesgeschichte verschweige ich wohl lieber. Das Poster sagt eigentlich schon alles darüber, was man wissen muss.

Fazit: Wer schon immer "Titanic" gekreuzt mit "Gladiator" und während der Schwangerschaft mit Filmen wie "2012" belästigt sehen wollte, der hat mit "Pompeii" definitiv die Chance dazu. Ein Film, wo der Trailer und das Poster im Prinzip alles Nennenswerte über den Film zeigen.

Dienstag, 25. Februar 2014

"Dallas Buyers Club" (2013)

Story: Ron ist Elektriker im 1985er Dallas und ein Redneck, wie er im Buche steht, nämlich homophob, machohaft und auf Sex + Drogen aus. Als er nach einem Unfall erfährt, dass er HIV-positiv ist, wird er nach und nach von der Gesellschaft ausgestoßen, aber Ron will selbst nicht aufgeben und sich mit den gängigen Medikamenten behandeln lassen - die bei ihm aber genau das Gegenteil bewirken, weswegen er sich auf einen unerprobten Mix aus Mexiko verlassen will, den er in Dallas im "Dallas Buyers Club" absetzen will...

 Ich persönlich bin einer von diesen Leuten, die McConaughey vor allem durch romantische Komödien in Erinnerung haben und die ihn genauso auf seinen Körper reduzierten wie eine x-beliebige Frau in den meisten Action-Filmen. Spätestens seit "Magic Mike" hat sich meine Meinung zu ihm gewandelt und spätestens mit diesem Film denke ich ernsthaft, dass er es auf jeden Fall verdient hat, deutlich mehr ernstgenommen zu werden von der breiten Masse und dass er auch genügend Talent für einen Oscar besitzt. Ich bin zudem nicht allzu vertraut mit der Geschichte, auf der dieser Film basiert, aber so wie ich das bisher las, spielt McConaughey seinen Charakter nicht allzu getreu dem Original (der Ron im Film ist hetero und der im echten Leben war bisexuell) - hier ist natürlich das Dilemma, ob man jetzt seine Leistung als Schauspieler minderwertiger einstufen sollte, nur weil die Sexualität falsch ist und die Verhaltensweise aggressiver ? Trotz der individuell sehr guten Schauspielleistung, die einen glaubwürdigen Charakter in sich selbst darstellt, der sich auch nicht übertrieben an typische Konventionen hält und dem Schauspieler eindeutig alles abverlangt hat ? Für mich persönlich war das McConaugheys beste Leistung bisher; ich bin mir im Unklaren, ob er dies hier jemals toppen wird.

Nicht zu vergessen ist Jared Leto in seiner Rolle als der Transsexuellen Rayon, der seinen Charakter mit einer solchen Leichtigkeit, Natürlichkeit und Ehrlichkeit spielt, sodass es auf keinen Fall beleidigend oder beschämend rüberkommt - Rayon ist eben ein Mensch wie alle anderen und ebenso anders wie diese; zudem gehören ihm einige der emotionalsten und bewegensten Momente des Films. Nicht zu Unrecht darf Leto auf seinen allerersten Oscar hoffen. Der Film selbst ist gemäß seinem Aussehen relativ roh und schonungslos, wenn es um den zeitgemäßen Ton bezüglich HIV, AIDS und der damit verbundenen Wahrnehmung jeglicher Sexualität, die nicht hetero ist, geht.


Fazit: Ein wunderbarer Film mit wunderbaren Darstellern über mehrere Themen, die auch noch heute aktuell sind. Und das Beste: Der Film muss es einem nie auf die Nase binden, sondern überzeugt einfach mit erstaunlicher Gelassenheit.

"Nebraska" (2013)

Story: Woody Grant glaubt, durch ein Los eine Million Dollar gewonnen zu haben und möchte es persönlich in der Stadt Lincoln im Staat Nebraska abholen. Einer seiner Söhne David will sein Band mit ihm verbessern und kommt mit trotz seiner Überzeugung, die gesamte Sache sei nur ein Werbetrick. Bei einem Zwischenstopp in Woodys Geburtsstadt trifft das Duo auf die Verwandten und Bekannten des alten Mannes und vollkommen verständlich möchte jeder ein Stück vom Kuchen abhaben...

Bruce Dern als Woody Grant ist der Grund, sich diesen Film anzusehen, denn er ist wahrhaftig der alte, dickköpfige und sture Mann, den er spielt und in seinem Gesicht liest man eine Geschichte voller Leben, begleitet von Hoffnung wie Enttäuschung, Trinksucht wie Schlagfertigkeit. Diese ist anderen älteren Menschen hier ebenfalls gegeben und verbunden mit der Wortkargheit ist der Film selbst nicht mit allzu viel Dialog gefüllt - da er sogar in Schwarz-Weiß ist, wird er vielen beinah wie ein Stummfilm erscheinen, was er jedoch keinesfalls ist.

Durch die Kameraaufnahmen bekommen die Situationen im Film eine zusätzliche Tristesse und Melancholie, die sicherlich gewollt waren; der Film hat seine witzigen und auch tragischen Momente, wie das Leben eben und vor allem wenn man bedenkt, dass der Regisseur aus der Gegend stammt, dann ist "Nebraska" wohl kaum etwas anderes als die Reflektion eines Mannes über seinen Hintergrund, die Menschen in dieser Umgebung und die Verhaltensweisen einer typisch amerikanischen Kleinstadt.

Fazit: Ein sehr ruhiger Film mit einer nicht unwichtigen Botschaft.

Samstag, 22. Februar 2014

Die Herrschaft des Feuers

Story: Bei einem Tunnelbau für die Londoner U-Bahn  stoßen die Bauarbeiter auf ein Reptil, das mit einer leicht entzündbaren Flüssigkeit spuckt,. Während Quinn, der Sohn der Vorarbeiterin, lebend entwichen kann, sterben die restlichen Arbeiter auf der Flucht. Weitere Drachen tauchen auf und wie ein Lauffeuer beginnt erst England, dann Europa und schließlich die Welt im Feuer dieser Untiere zu brennen. Quinn und einige Überlebende flüchten sich in eine abseits gelegene Burg, wo sie in ständiger Angst vor der Vernichtung leben, bis ein Überbleibsel der US Army auftaucht und alles ins Rollen gerät.

Dieser Film reiht sich letztlich ein in eine Reihe von Filmen, in denen zwei Spezies um die Vorherrschaft über die Erde kämpfen. Im Gegensatz zu den meisten dieser Filme kommt die Gefahr jedoch nicht aus dem All, doch der Film gibt sich alle Mühe, die Drachen aus ihrer mythologischen Verankerung zu nehmen und eine biologische Erklärung ihrer Existenz zu geben. Beim ersten Sehen wirkt das alles zunächst plausibel und die Logiklöcher fallen nicht sofort auf oder zumindest ging es mir so.

Besonders gelungen finde ich die Darstellung der verschiedenen Rollen. Die Schauspieler fügen sich fantastisch in ihre Rollen. Meines Erachtens wird die dystopische Zukunft erst durch die Schauspieler greifbar. Auch wird  der Konflikt zwischen "Militär" und "Zivilisten" wesentlich intelligenter dargestellt als zum Beispiel in Avatar.


Die Action-Szenen gefielen mir persönlich ganz gut. Es waren einige wenige, die aber dafür sehr dramatisch und an den richtigen Stellen waren. Wenn man dann noch bedenkt, dass sie an für sich recht gut in die Story eingebettet sind, kann man wirklich nicht meckern. Spektakulär ist die Qualität der Special Effects jedoch nicht.

Am Interessantesten fand ich jedoch, wie man die Story bildtechnisch umgesetzt hat. Wenn der Kampf zwischen Darth Vader und Luke Skywalter als Theateraufführung inszeniert wird, um die Kultur der Menschheit zu bewahren, imponiert der Einfall an sich bereits. Auch das zerstörte London oder die Burg, die mit allerlei Technik bewohnbar gemacht wurde, vermitteln dem Zuschauer ein Gefühl von Authenzität. Die Welt, in der das Feuer herrscht, erwacht zum Leben.

Fazit: Kein schlechter Actionfilm, der mindestens einen netten Abend verspricht. Mehrach sehen muss man ihn eigentlich nicht, es sei denn, man sympathisiert mit Story und  Darstellung so sehr wie ich es tue.

Mittwoch, 19. Februar 2014

"Her" (2013)

Story: Theodores Beruf ist es, die Gefühle anderer Menschen in schriftlicher Form auszudrücken, aber er selbst kann dies nur sehr schwer. Im Laufe seiner Scheidung von seiner Jugendliebe Catherine installiert er ein Betriebssystem mit künstlicher Intelligenz (das sich selbst Samantha nennt) und die beiden beginnen eine ungewöhnliche Beziehung miteinander...

Zuallererst möchte ich vor allem das tolle Drehbuch erwähnen, das Beziehungen wirklich realistisch wiedergibt oder zumindest wie solche im Normalfall ablaufen: Viel basiert auf Konversationen und gemeinsamen Momenten und nicht auf klischeehaften Zufällen. Zusätzlich Chapeau für einen guten und gesunden Sinn für Humor, der anders als in den meisten "rom-coms" nicht versucht, so absurd wie möglich zu sein und auch gut als Gegenstück zu dem Drama funktioniert, bzw. den emotionalen Folgen der getroffenen Entscheidungen.

Der Regisseur malt eine nicht ganz unrealistische nahe Zukunft mit der K.I., die Interaktion zwischen Menschen noch überflüssiger machen wird als heute schon und spielt mit der Idee herum, die Möglichkeiten einer weit entwickelten K.I. möglichst auf die (emotional-persönliche, gar menschliche) Spitze zu treiben und diese auch innerhalb einer Beziehung aufzuzeigen. Insofern betrachte ich diesen Film vielleicht nicht als ein Meisterwerk, aber auf jeden Fall als einen ziemlich schlauen Streifen, der einen garantiert zum Nachdenken werden bringt über die Definition von Liebe, Beziehung, dem Menschsein und Emotionen.

Die Besetzung mit Joaquin Phoenix als den Protagonisten und Scarlett Johansson als Samantha war meiner Meinung nach absolut überzeugend als ein Paar, welches als solches gar nicht sein könnte und sie beweist auch, dass es immer noch möglich ist, das Genre frisch zu halten und nebenbei die Qualität zu heben. Beide sind durchaus merkwürdig auf ihre eigene Weise und wie ich bereits erwähnte macht es der Regisseur Jonze interessant, jegliche Differenzen zwischen den beiden Persönlichkeiten und die Schwierigkeit ihrer Zweisamkeit als solchen großartig aufzuzeigen und tatsächlich mit ihnen mitzufühlen.

Fazit: "Her" ist der vermutlich klügste Liebesfilm, den ich seit langem sah oder auf jeden Fall einer der besseren dieses Genres der letzten Jahre.

Dienstag, 18. Februar 2014

Es ist mal wieder Update-Zeit !

Jo-ho, es ist mal wieder so weit Kinners: Ich schreibe mal ein kurzes Update zum Blog und erzähle mal kurz, was sich gerade ändert und was im März kommt.

Gerade versuche ich vor allem, alte Beiträge durchzugehen und die zu "korrigieren", sprich vor allem die Grammatik- und Rechtschreibfehler ausbessern, aber auch nebenbei die Beiträge an sich mehr "füllen". Mit anderen Worten: Manchmal schrieb ich viel zu wenig über was auch immer oder bezog mich zu oft auf nur einen Aspekt, anstatt möglichst viel zu beleuchten. Als Leser sollt ihr ja auch einen gewissen Mehrwert von den Beiträgen haben.

Nebenbei rückt die Oscar-Verleihung immer näher und ich hatte noch vor, die drei Filme "Her", "Nebraska" und "Dallas Buyers Club" zu sehen, da diese recht hoch gehandelt werden als Kandidaten auf die begehrten Statuetten. Irgendwann rund um das Ende der Woche gibt es dann meine kleine absurde Vorhersage für die Oscar-Kategorien, in denen ich meine mich äußern zu dürfen, mit den Top 3 Wahlen plus einem möglichen Geheimtipp.

Wenn ich schon wie nebenbei den März in den Mund nehme: In diesem Monat erwartet euch eine kleine Übersicht der brutalsten/grausamsten/ekelhaftesten/fragwürdigsten Filme überhaupt. Bevor mich jemand mit "dies ist für jeden anders" festnageln will: Ich gehe vom allgemeinen Konsensus aus und ich werde auch nicht sarkastisch werden und Filme wie die "Twilight"-Reihe erwähnen; es wird ungemütlich.

Bis zum nächsten Beitrag !

Montag, 17. Februar 2014

Spieglein, Spieglein. Die wirklich wahre wahre Geschichte von Schneewitchen

 Story: Im Grunde ist es Schneewitchen. Alles wie gehabt. Allerdings kommt eine Unmenge Magie und anderer einfältiger Einfälle dazu.

Ich mochte die Besetzung unheimlich gern (Julia Roberts ist ohnehin meine Lieblingsschauspielerin), aber die Art, wie das arme Schneewitchen-Märchen ausgebaut wurde, gefiel mir nicht sonderlich. Zugute halten muss man dem Film jedoch, dass die Schauspieler sich richtig Mühe gegeben haben. Da war das nötige Kitschige, das bei Märchenverfilmungen sooft dabei ist, da war die überzeugende Darstellung der eigenen Rolle mit den jeweils passenden Charaktereigenschaften und da waren sehr gute Dialoge.

Kommen wir zu dem, was mir missfallen hat. Zum einen gab es einige Seitenhiebe auf die Geschichte, um das ganze realistischer zu machen, was nur bedingt funktioniert (Barone, die ihre Königin maßregeln wollen? Woher kennen wir das nur? Ich sag nur Magna Charta; Kopfsteuern dagegen sind ein Faux Pas, der anachronistisch wirkt; das ließe sich noch ne Weile fortsetzen).

Zum Anderen war da die Tendenz, mehr Fantasy als nötig hereinzuholen. Das hat mir schon eher gefallen, auch wenn es an manchen Stellen unsäglich albern wirkte auf den ersten Blick. Aber immerhin waren das originelle Einfälle, die auch entsprechend konsequent umgesetzt wurden im Gegensatz zu den (gescheiterten/nicht gescheiterten) Versuchen, das Märchen "historisch" aufzuziehen. Daher ist das eher so etwas, was mir persönlich nicht gefällt, aber an für sich gut umgesetzt ist.

Am meisten störten mich jedoch das Setting. Mir ist klar, dass es ein Märchen sein soll, aber dieses Schloss, was mich stark an Osteuropa oder den Orient erinnert hat in Kombination mit Mode und Waffen, die eher für Zentraleuropa des 18. Jahrhunderts sprachen, waren dann doch etwas zu viel des Guten für mich. Denn schließlich hieß es doch, die "wirklich wahre Geschichte".

Fazit: Teils nette Dialoge (wenn auch manchmal etwas zu plump formuliert), gute schauspielerische Leistung, aber ein katastrophales Szenenbild.

Freitag, 14. Februar 2014

"RoboCop" (2014)

Story: Es ist 2028 und der Megakonzern OmniCorp hat trotz erfolgreicher Drohneneinsätze im Ausland es nicht geschafft, hauseigene RoboCops auf den Straßen Amerikas zu etablieren. Da kommt es gerade recht, dass ein Polizist namens Alex Murphy schwer verwundet wurde und man sich nun an einem Modell versucht, das halb Mensch, halb Roboter ist...

Als ich zuerst von diesem Remake hörte, war ich in Sorge, dass vor allem die Freigabe ab 12 einen Klassiker wie "RoboCop" heftig stutzen und somit ganz mies aussehen lassen wird. Wobei dies nur zur Hälfte eintritt. Dem Film gelingt vor allem die Präsenz im Jetzt, bzw. in einem näheren Jetzt und es ist löblich, dass er neben der passablen (wenn auch weniger intensiven) Action versucht, Gesellschaftskritik zu üben und kluge Fragen zu stellen. Außerdem fand ich die Entwicklung von RoboCop selbst interessant, die nicht in die gleiche Richtung geht wie bei dem Original. Nicht zu verschweigen sind auch die ordentlichen Darstellungen aller Beteiligten, bei denen die Zeit zeigen wird, wie erinnerungswürdig sie waren.

Ansonsten hätte ich mir vor allem gewünscht, dass die Satire und Kritik an sich um einiges bissiger wäre und der Film mehr Fragen stellen würde (oder sich mehr festlegen bei verschiedenen Themen, nicht nur Robotern/Drohnen).

Fazit: Insgesamt bleibt ein durchschnittliches Remake, dem der Look und die Einstellung des Originals fehlt, um wirklich herauszuragen.

Donnerstag, 13. Februar 2014

Serien-Kritik: "Boardwalk Empire" Staffel 2

Story: Nach seinen Erfolgen in der ersten Staffel muss sich Nucky Thompson vor allem der Anklage wegen Wahlbetrug stellen und nebenbei Betrug und Verrat aushalten...

Lieblings-Charakter: Abgesehen von den auf dem Poster dargestellten 4 Protagonisten (von denen die Hälfte extrem weiterentwickelt wird in der Staffel), würde ich gerne die rechte Hand von James Darmady vorschlagen, den Scharfschützen mit der Maske Richard Harrow. Es gibt einige Folgen in dieser Staffel, die offenbaren, wie wahrlich verletzt, bitter, zwiegespalten und verloren dieser Charakter ist und dass trotz all seiner Fehlschläge er ein Jemand ist, der nicht ganz so verdorben ist wie der Rest aller Charaktere.

Ungeliebter Charakter: Lucy Danziger. Sie macht zwar einiges durch, aber im Endeffekt ist sie wirklich, wirklich nervig.

Lieblings-Episode: Episode 8 "Malum in se". Es ist eigentlich ein ziemlich einfacher Grund: Diese Episode hat wohl die allermeisten "Weiterentwicklungen" der Geschichten innerhalb der Staffel, bzw. hat sie so viele Wendungen und Überraschungsmomente, die richtungsweisend sind - das garantiert praktisch nicht nur die Spannung, sondern auch erweitertes Verständnis der Charaktere und der Gesamtsituation.

 Meine Meinung zu dieser Staffel: Wem das Geschehen in der ersten Staffel zu viel wurde, der wird überwältigt sein von der Fülle der Charaktere und all der kleinen Geschichten untereinander. Dies und die Tatsache, dass die Serie es immer noch schafft die Balance zwischen den zwei Seiten des Gesetzes zu halten und beide Seiten grau erscheinen zu lassen, lassen das Gesamtprodukt nicht minder erstklassig erscheinen als die erste Staffel. Es ist sogar sehr wahrscheinlich, dass diese Staffel um einiges düsterer, ernster und schockierender ist (man muss ja auch immer versuchen, sich selbst zu übertrumpfen). Jedenfalls freue ich mich gleichzeitig auf die nächste Staffel und bin gleichzeitig traurig, dass es insgesamt nur 5 geben wird.

Dienstag, 11. Februar 2014

"Monuments Men - Ungewöhnliche Helden"

Story: Kunsthistoriker Frank Stokes bittet rund um 1943 Präsident Roosevelt um die mögliche Rettung zahlreicher Kunstwerke in Nazi-Deutschland und stellt eine eigene Truppe, die "Monuments Men", für dieses Vorhaben zusammen...

Dies ist einer der Filme auf die ich mich dieses Jahr gefreut habe und das zurecht: Clooney sitzt am Drehbuch, hinter und vor der Kamera und der Rest des Casts ist erstklassig und mit vielen meiner Lieblingsschauspieler besetzt - eigentlich ein Traum. Nach dem Film konnte ich aber nicht anders, als depressiv enttäuscht zu werden. Selbst nach dem Anschauen des Films bin ich mir nicht ganz sicher, was dieser Film eigentlich vor hatte - ernst oder komisch zu sein, so inkonsistent ist der Streifen mit seiner Atmosphäre.

Wo für mich der Film aber am allermeisten versagt, ist die Tatsache, dass trotz eigentlich guter/ordentlicher Darstellungen seitens aller, die Charaktere allesamt eindimensional oder regelrecht blass bleiben. Es ist fast so, als würde man zu sehr darauf vertrauen, dass man all die Darsteller kennt und eine Fortsetzung ohne Vorgänger sieht - es werden zwar zwischendurch Hintergründe dieser Leute kurz angedeutet, wie z.B. ihre Familienmitglieder, aber man hat als Zuschauer nie wirklich das Gefühl, mehr über die Charaktere zu erfahren. Außerdem scheint dem Film eine klare Handlungslinie zu fehlen - dies ist nicht etwas, was bei jedem Film präsent sein muss, um gut zu sein, aber hier ist alles so zerstreut und es gibt nicht einmal einen eindeutigen Bösewicht, sodass alles irgendwie auseinandergleitet.

Fazit: Wie einer der "Oceans"-Filme ohne deren Charme oder Fokus und wahrscheinlich der erste Fehltritt Clooneys als Regisseur sowie die erste Enttäuschung dieses Jahres. Das Drehbuch hatte dringend Überarbeitung nötig, um nicht gleich wie ein Mashup mehrerer komplett verschiedener Filme zu wirken.

Montag, 10. Februar 2014

#8: Warum die deutsche Filmindustrie durchschnittlich (schlecht) ist

Um mal korrekt anzufangen: Nein, das heißt nicht, dass es nicht deutsche Filmklassiker gibt wie bsw. "Metropolis" oder "Das Boot" oder sonstige erstklassige Filme wie "Das Experiment" oder "Das Leben der Anderen". Und ich sollte wohl nicht die Liste der schlechten deutschen Filme aufzählen, denn das würde den Rahmen sprengen.

Manchmal wenn ich amerikanische Filme/Serien gucke, wundere ich mich doch stark, warum solche Arten von Film nicht bei uns in Deutschland gedreht werden könnten. Ich spreche dabei überhaupt nicht von gigantischen Budget-Fressern wie Superhelden-, Sci-Fi- oder kostspieligen Actionfilmen mit reichlich CGI. Ich rede von den Genres wie Drama, Thriller, Horror, Komödie, also eher solche, die relativ billig zu machen sind (was die drei vorher genannten nicht ausschließt). Ich habe über dieses Thema eine lange Weile nachgedacht und auch reichlich in Foren rumgelesen, um andere Meinungen dazu zu bekommen. Wie ich so bin, werde ich die genannten Möglichkeiten für sich ausdiskutieren und am Ende ein kleines Fazit abgeben.

1. Es fehlt das Talent

Dies ist einer der ersten aufkommenden Punkte: "All die ganzen Talente sind oder gehen nach Hollywood, wodurch uns an Qualitätsleuten fehlt !". Man kann natürlich nicht abstreiten, dass so ziemlich die meisten der berühmten Namen im Filmbusiness in Hollywood arbeiten, dies heißt aber nicht, dass die hiesige Szene komplett leer ist. Ein gutes Beispiel hierfür wäre Daniel Brühl, der alleine im letzten Jahr mit seiner Beteiligung in "Rush" internationale Aufmerksamkeit errungen hat (nicht, dass er davor komplett unbekannt war, aber vor allem mit diesem Film ist er stark in der Achtung internationaler Kritiker und Zuschauer gestiegen). Von den deutschen Filmen, die ich sah, gab es noch reichlich weitere Leute, die keinesfalls miserabel in ihrer Darstellung waren und das Zeug hätten, durchaus Rollen in größeren Filmen zu übernehmen. Bei Regisseuren dasselbe: Ob man ihn mag oder nicht, aber Roland Emmerich ist ein international bekannter Regisseur, der mit Effekten kaum schlechter umgehen kann als ein Michael Bay. Auch hier bin ich mir sicher, dass es durchaus nicht wirklich an Talenten fehlt.

2. Das Budget-Problem

Wann hat jemand von euch zuletzt von einem deutschen Film gehört, der mehrere Millionen Euro kostete ? Damit meine ich Kosten in Höhe von nicht weniger als 100 Mio...dachte ich mir. Und das obwohl der deutsche Filmfonds geholfen hat, Blockbuster wie "Mission Impossible 2" zu finanzieren. Oder "Terminator 3". An Geld scheint es wohl nicht zu fehlen.

3. In den Chefetagen fürchtet man Kreativität

Kann sich noch jemand an "Wir sind Helden" von RTL erinnern ? Was wurde da Radau gemacht um die erhöhten Kosten für einen Fernsehfilm und ebenso um die fehlende Qualität eben dieses. Was vor allem nun in Übermaßen bei uns produziert werden sind Reality-TV-Formate, meist anspruchslose Thriller oder "rom-coms" - zu 99 Prozent uninspiriert und den Zuschauer überfütternd. Anstatt eines gesunden Ausgleichs bekommt man regelrecht "fast food" vorgeschoben. Womit ich auch schon in Punkt 4 übergehen will:

4. Der sinkende Anspruch des Zuschauers

Man wählt sein Programm wie Filme schließlich mit der Fernbedienung, bzw. dem Geld (auch wenn jetzt jeder Rundfunkgebühren zahlen muss). Jedenfalls zeigen Quoten von zweifelhaften und qualitativ fragwürdigen Formaten, dass die allgemeine Masse gerne und oft auf Trash setzt, der sogar mehrere Wochen lang das Gesprächsthema im öffentlichen Fokus bestimmen kann. Die Sender selbst sind aber auch nicht komplett unschuldig, da sie eingekaufte ausländische Serien meistens ins Nachtprogramm verbannen, wo diese verständlicherweise nur maue Quoten sammeln können. Von daher sind sehr viele Zuschauer schuld, aber nicht ganz ohne Grund seitens derer, von denen sie ihre Unterhaltung beziehen.

5. Fehlende Vertriebsmöglichkeiten

Die RTL Group ist das größte europäische Medienuternehmen, es gibt 4 staatliche Filmhochschulen, etliche Theaterbühnen, das weltweit bekannte Studio Babelsberg, es gibt Filmförderungen in den jeweiligen Bundesländern und auch eine für Deutschland insgesamt - es gibt zumindest alle notwendigen Möglichkeiten, um zumindest europaweit etabliert zu sein, was ja auch kein kleiner Markt ist. Dennoch ist die allgemeine Produktion umgekehrt proportional zu den Voraussetzungen, um diese erfolgreich zu gestalten.

Zum Schluss möchte ich sagen, dass dies ein Thema ist, das schon seit langer Zeit viel diskutiert wird und man nie wirklich eine eindeutige Antwort finden kann. Ja, das ist etwas "Galileo Mystery"-artig...an sich ist es womöglich eine Mischung aus all diesen und weiteren Faktoren, wobei einer davon für mich vermutlich die größte Rolle spielt, nämlich der persönliche mit dem Zuschauer. Ich selbst habe das deutsche Fernsehen schon lange aufgegeben und spiele mit dem Gedanken, es mit dem deutschen Film gleich zu tun - es ist nicht aus Hass oder Verachtung, sondern wohl eher Resignation. Ich gebe zu, dass dies bedeutet, dass ich (wie eben die Masse) gar nicht mehr oder nur sehr schwer an eine tolle Produktion aus "good old Germany" glaube und mich einfach ausländischen Sachen widme, was aber auch nicht die Wende bewirken wird. Ich denke, dass wenn der allgemeine Durchschnittszuschauer nach mehr Qualität verlangen wird, und das nicht nur in Gedanken oder vor seinen Freunden, sondern vor allem mit seinem Geldbeutel (da, wo es Studios wirklich trifft), dann wird er eventuell eine Wirkung erzielen. Aber solange er weiterhin Rosamunde Pilcher-/Til Schweiger-/Mathias Schweighöfer-Filme und TV-Formate wie "Der Bachelor" oder "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus !" schaut, wird sich an der Gesamtsituation rein gar nichts ändern. Es wird eher schlimmer. 

Freitag, 7. Februar 2014

"The LEGO Movie"

Story: Emmet ist ein durchschnittlicher LEGO-Bürger, der laut einer Prophezeiung die gesamte Welt retten soll...

Als ich noch ein Kind war, waren zwei meiner größten Leidenschaften LEGO und TMNT und zufällig bekommen beide Franchises dieses Jahr je einen Film, wobei das LEGO den Vorzug hat. Ich versuche zumeist, nach einmaligem Schauen nicht zu sehr zu verdammen oder zu lobpreisen, aber dieser Film ist trotz aller korporativen Wahrscheinlichkeit einer der besten Familienfilme, Animationsfilme und Komödien der letzten Jahre geworden und das sage ich nicht einfach nur als LEGO-Fan, sondern als Fan guter Filme und Komödien.

Zuallererst ist die Synchronisation absolut gelungen, trotz oder vor allem dank hervorragenden Stimmen wie denen von Will Arnett, Morgan Freeman, Liam Neeson und so vielen mehr. Die Animation ist bunt, warm, flüssig, aber auch teilweise Stop-Motion, was ja auch zum LEGO-Stil passt. Die Gags und Witze wirken allesamt natürlich und nicht erzwungen; es gibt zwar haufenweise Popkultur-Referenzen, aber diese werden an den passenden Stellen clever eingesetzt, ohne die Nerven der Zuschauer zu strapazieren, sondern um eben das Gegenteil davon zu erzwingen.

Was mich dazu bewegt zu sagen, dass das hier wirklich einer der besten Animationsfilme ist, ist die Art und Weise, wie der Film den Kernaspekt eingebunden hat, der LEGO ausmacht (zumindest für mich), nämlich die Kreativität und die schier grenzenlose Fantasie. Zudem, trotz all dem ganzen Spaß, den man mittendrin hat, gibt es ein tatsächlich bewegendes Ende und ich hatte mich schon seit "Toy Story 3" nicht mehr so sehr in die Kindheit zurückversetzt gefühlt. Es wird auch nicht mit der Gefühlsebene übertrieben (ergo es ist nicht zum Erbrechen sentimental); es trifft so ziemlich genau den Punkt, warum man als Kind LEGO mochte und warum Eltern es womöglich auch sollten. Dies mag wie eine schamlose Werbung klingen, aber selbst wenn all das Werbung war, dann bitte mehr davon !

Fazit: Der erste Hit 2014 und eine Empfehlung so ziemlich für alle, insbesondere für Familien.

P.S. : Da hier bereits die Hälfte der "Justice League" versammelt ist...Warner Bros...schmeiß "Man of Steel 2" einfach hin und mach einen LEGO "Justice League"-Film ! Ich mein, Batman, Superman, Wonder Woman und Green Lantern sind schon hervorragend besetzt, von daher besetzt den Rest und bringt den Film so raus ! Er wird dann vielleicht nicht mehr "düster" oder "tief-intellektuell", aber Spaß wird er auf alle Fälle machen und unterhalten wird er auch.

P.P.S. : Bay, du bist dran. Eigentlich Liebesman, da er der Regisseur ist, aber wir alle wissen, wer die brilliante Idee hatte und bisher jedes Remake versaute.

Dienstag, 4. Februar 2014

"Ride Along"

Story: Ben möchte Angela heiraten und will dabei unbedingt ihren Bruder James beeindrucken, der selbst ein Polizist ist und Ben als Sicherheitsbeamter nicht ernst nehmen kann. Um James das Gegenteil zu beweisen, versucht sich Ben bei einer 24 Stunden-Patrouille mit ihm und beide legen sich dabei mit dem gefährlichsten Verbrecher der Stadt an...

Dieser Film lässt sich vor allem mit einem Adjektiv beschreiben: uninspiriert. Der Buddy-Comedy-Teil lässt sich leicht rezitieren aus anderen Buddy-Comedy-Filmen, die Action ist passabel und der Humor kommt meistens, wenn nicht sogar so gut wie immer von Kevin Hart, der immer etwas Energie in einen ansonsten eher spannungslosen Film reinbringt. Der Bösewicht ist nicht der Rede wert und obwohl Ice Cube und Kevin Hart ein stimmiges Duo sind, so fühlen sie sich schrecklich eindimensional an und so witzig Kevin Hart manchmal ist, so zünden die meisten Gags leider nicht so sehr (vor allem wegen Vorhersehbarkeit/penetranter Wiederholung/).

Fazit: Leicht vergesslicher Durchschnitt.

Montag, 3. Februar 2014

"Für immer Single ?"

                                           

Story: Mikey und seine Freundin haben ihre Beziehung gerade beendet und als Unterstützung schließen Mikeys Freunde Jason und Daniel mit ihm einen Pakt ab, sodass alle drei Singles bleiben. Dummerweise verlieben sich die drei schon relativ bald wieder und der (ach so wichtige) Pakt steht auf der Kippe...

Zuallererst erinnerte mich dieser Film relativ vage an "American Pie", nur umgedreht und mit viel weniger Charme als dieser. Ich bin vielleicht nicht der allersozialste Mensch, aber niemand kann mir weiß machen, dass Männer (in diesem Falle wohl eher Bros) sich so...seltsam benehmen. Seit wann sind Männer so panisch, dass sie nicht in anderer Leuten Häuser aufs Klo gehen können ? Warum sind sie solch gestandene Arschlöcher, vor allem zueinander ? Warum tun sie alles mögliche, um alles und jeden zu nerven ? Und für die, die jetzt denken: "So einseitig kann der Film gar nicht sein", keine Sorge ! Die Frauen werden hier mit ähnlich viel Tiefe und Realismus dargestellt. Also Ladies, steht ihr auch darauf, wenn ein mögliches Flirtobjekt euch ins Ohr sagt, wie gut die Blowjobs seiner Ex waren und wie er eure Großmutter beglücken wird ? Nein ? Dann habt stammt ihr wahrlich von der Venus, so wie ich vermutlich vom Mars abstamme.
Doch ernsthaft: Der gesamte Film wirkt wie einer klischeehaften Sitcom nachempfunden, die Welt im Film ist eindeutig in einer gänzlich anderen Dimension als die, in der die Menschheit zu Hause ist. Ein anderes Problem sind die Gags. Auch dort bin ich nicht der Ober-Experte, aber jeder von ihnen ist entweder vorhersehbar und peinlich oder ich hab ihn bereits in irgendeiner anderen Sitcom/Film gesehen und gähne vor mich hin. Um es zusammenzufassen: Das Drehbuch ist Müll und zieht die eigentlich ordentlichen Schauspieler alle runter in den Dreck, der dieser Film nun ultimativ ist.

Fazit: Ein Film wie verdorbenes, altes Fast Food. Alles schon mal gehabt, es ist nicht frisch und wurde wahrscheinlich schnell ausgekotzt.
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