Sonntag, 30. März 2014

Kontrovers-Monat: "A Serbian Film" (2010)

Story: Milos ist ein Ex-Pornostar und glücklich verheiratet mit Marija, die beiden haben sogar einen Sohn namens Petar. Das Geld wird aber langsam knapp und über Umwege gerät Milos an den zwielichtigen Regisseur Vukmir, der mit ihm noch große Pläne hat...

Es ist kein Zufall, dass ich ausgerechnet mit diesem Film den "Kontrovers-Monat" ausklingen lasse, ist er doch schließlich einer dieser Filme, die mich nachhaltig beeinflusst haben und genau dieser hat mir persönlich meine Grenzen aufgezeigt. Die Grenzen von dem, was ich in einem Film er- und vertragen kann. Ich kann ohne jegliche Vorbehalte sagen, dass dies wahrscheinlich das heftigste fiktionale Machwerk ist, das ich je gesehen habe und eines der herausforderndsten; nachdem ich es zum ersten Mal sah, ließ es mich eine lange Weile nicht mehr los und ich hatte eigentlich nur Lust darauf, zusammengekauert irgendwo zu liegen, um das Gesehene leichter zu verarbeiten (ich ging auch spoilerfrei in das erste Anschauen rein).

Nach einem wiederholten Ansehen (das mir kaum leichter fiel als damals) kann ich genauer beschreiben, warum sich "A Serbian Film" von Filmen wie "Human Centipede", "Hostel" und sontigem Pseudo-Brutalem/-Schockierendem abhebt: Die Inszenierung ist für das kleine Budget phenomenal und kann fast mit professionellen Hollywood-Filmen mithalten. Wenn Gewalt vorherrscht, dann ist sie so realistisch und exzessiv dargestellt, sodass man es fast glauben mag. Auf jeden Fall ist auch die schauspielerische Leistung absolut überzeugend und anders als in vergleichbaren Filmen ist es einem nicht egal, ob dem Hauptdarsteller oder seiner Familie etwas passiert und man sieht nur die Charaktere, gar nicht mehr die Darsteller. Und die meisten davon stehen zum ersten Mal vor einer Kamera !

Contentmäßig diesen Streifen zu besprechen ist relativ schwer, weil ich wie wahrscheinlich jeder andere rationale Mensch die verschiedenen Akte nicht komplett verteidigen, bzw. rechtfertigen kann. Ich persönlich sehe das Ganze so: Kunst hat die Aufgabe, herauszufordern und auf jeden Fall etwas fühlen zu lassen; für mich ist dies hier vorerst die Spitze einer höchst expliziten Inszenierung zahlreicher extremer Taten sexueller oder gewaltsamer Natur. Von daher betrachte ich "A Serbian Film" als Kunst...sehr fragwürdig, höchst umstritten und sicherlich nicht verträglich für jeden, aber zur selben Zeit herausfordernd, selbstbestimmt und vollen Wissens um seine Wirkung und Bedeutung.

Fazit: Absolut nichts für schwache Gemüter und selten hab ich das so ernst gemeint wie in diesem Fall. Falls eure Neugierde dennoch überhand nimmt, dann hab ich euch gewarnt. Und wenn, dann guckt euch nur die ungeschnittene Fassung; jede andere zu sehen hätte keinen Sinn, weil dann der Film seine volle Wirkung nicht entfalten kann.

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