Mittwoch, 12. September 2012

"Homevideo"

Story: Jakob Moormann ist ein gewöhnlicher, 15jähriger Teenager, der mit der Trennung seiner Eltern und seinen ersten Erfahrungen in der Liebe zu kämpfen hat. Dummerweise verleiht seine Mutter seine Video-Kamera mit der darin befindlichen Speicherkarte an zwei von Jakobs Klassenkameraden. Darauf enthalten sind ein peinliches Lieblingsgeständnis und eine Aufnahme, in der Jakob onaniert. Letztlich gelangt das Video ins Internet und entfacht eine Welle des Mobbings bzw. Cyber-Mobbings. Seine Freundin will nichts mehr von ihm wissen und auch seine Eltern zeigen anfangs wenig Verständnis.

Der Film ist weitgehend authentisch. Manchmal werden die Reaktionen etwas überzeichnet, aber grundsätzlich ist es relativ realitätsnah. Außerdem finde ich es ausgesprochen gut, dass der Film zunächst Jakobs Alltagsleben zeigt und die Krise langsam und dramatisch aufzieht.

In die Charaktere kann man sich hineinfühlen. Ein paar sind zwar klischeehaft wie der Vater, der versucht, seine Tochter vor allem zu schützen, doch die dienen dazu, den Konflikt verschärft dazustellen. Im Regelfall sind das ohnehin nur die Nebencharaktere. Die Hauptcharaktere sind dagegen komplexer. Das sieht man auch daran, dass die Gefühle des Protagonisten und der Eltern verständlich werden.

Die Schauspieler in diesem Film verkörpern ihre Rollen sehr gut. Hier wird ein Großteil der Emotionen nonverbal kommuniziert z.B. vom Protagonisten. Und gerade in diesen Momenten kann man sich sehr gut in Jakob hineinfühlen

Fazit: Mir gefällt am Film am besten, dass er sich für einen deutschen Film ziemlich viel traut. Die detailgetreue Darstellung von Mobbing als auch das Ende sind außergewöhnlich. Ich hätte deutschen Filmemachern nicht so viel zugetraut. Kann den Film nur empfehlen.

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