Sonntag, 30. Juni 2013

"Die Monster Uni"

Story: Mike Glotzkowski träumt schon seit Kindheit davon, ein Schrecker in der "Monster AG" zu werden, weswegen er auch erstmal an der Monster Uni landet. Als er und ein gewisser James P. Sullivan durch ein Versehen aus dem gleichen Kurs ausgeschlossen werden, bleiben ihnen nur noch die Schreck-Spiele und das ausgerechnet mit der "Loser-Verbindung" Omega Kreischma...

Ich persönlich habe niemanden nach einem "Die Monster AG"-Prequel krähen hören und das aus einem guten Grund: "Die Monster AG" war ein sehr gut gemachter Einzelfilm mit reichlich Charme, tollen Charakteren und einzelnen Ideen-Geistesblitzen...wenn, dann würde da höchstens ein Sequel in Frage kommen und sogar das wäre vielleicht nicht die beste Idee. Ich bin aber sehr froh zu berichten, dass "Die Monster Uni" kein "Cars 2" geworden ist.

Die größte Stärke des Films sind vermutlich die zahlreichen bunten Geschöpfe, die für diese Universität erschaffen wurden und es erzeugt teilweise wirklich den Eindruck, als ob man eine Horde Kunststudenten auf Papier losgelassen hätte. Es gibt hier und da ziemlich amüsante Szenen und einzelne Charaktere stechen auch heraus - aber ein Pixar-Juwel ist dieser Film nicht. Leider ist das hier im Prinzip ein weiterer College-Film, nur halt mit Pixar-Monstern und alles verläuft nach dem vertrauten Muster; es gibt vielleicht am Ende einen Twist, aber selbst die Freundschaft zwischen Mike und Sully entwickelt sich erwartet wie geschmiert.

Der Film scheint auch irgendwie kaum bis kein richtiges Herz zu haben, weil er im Prinzip einen sehr sympatischen Charakter von Anfang an auf sein ultimatives Scheitern vorbereitet - Daumen hoch für Pixar, dass sie eine sehr realistische, wenn auch depressive Botschaft vermitteln. Aber trotz einer wie gewohnt guten Moral fehlt dem Film das besondere Etwas, was ihn besonders hervorheben würde.

Fazit: "Die Monster Uni" ist ein überraschend gutes Prequel mit einigem Witz und genug Unterhaltung für die ganze Familie, auch wenn ihm das Herz des Originals und dessen Niveau fehlt.

Samstag, 29. Juni 2013

"Auf der anderen Seite des Bettes"

Herkunftsland: Frankreich
Kinostart: 2008
Originalsprache: Französisch
Regisseur: Pascal Pouzadoux
Protagonist: Ariane Marciac (Sophie Marceau)/Hugo Marciac (Danny Boon)
Story: Man stelle sich das typische, moderne Ehepaar vor: Der Mann ist in Tag ein Tag ausmit seinem Unternehmen beschäftigt, die Frau und Mutter zweier Kinder wagt den Spagat zwischen selbstständiger Schmuckverkäuferin und Hausfrau. Darunter leidet die Ehe der beiden und so beschließen beide, einen vollständigen Rollentausch. Ariane übernimmt die Leitung der Firma ihres Mannes und Hugo steigt in den Schmuckhandel ein und kümmert sich um Haus und Kinder. Überwacht und "gecoached" wird das Ganze von einer neutralen Person, die ganz unvermittelt und zufällig an diese Rolle gerät.
Kritik: Die Kritk fiel überwiegend negativ aus. Die Inszenierung wirke holprig und auf Situationskomik ausgelegt. Von anderer Seite wird positiv hervorgehoben, dass die Gender-Ideen des Films gerade erst durch die Story zur Geltung käme. In jedem Fall sei aus dem Duo Boon und Marceau mehr herauszuholen gewesen.
Fazit: Ja, der Film hat seine Momente, doch irgendwie "funktioniert" er nicht. Ich bin nicht sicher, woran es genau liegt. Es könnte an der überzogenen Handlung liegen oder auch einfach daran, dass die Charaktere teils nicht abgestimmt wirken. Ich finde allerdings, dass der Film sich in nahezu jeder Hinsicht konstant verbessert und der anfangs holprige Verlauf irgendwann eine sympathische Eigendynamik entwickelt. Deshalb ist "Auf der anderen Seite des Bettes" nach wie vor eine solide RomCom mit originellen Einfällen, wegen denen man ihm auch die ein oder andere Klischeehaftigkeit verzeihen sollte. Für Fans dieses Genres definitiv sehenswert.
Bewertung: 3/5

Freitag, 28. Juni 2013

Wunschkritik: "Good Will Hunting" (1997)

Story: Will Hunting ist ein junger, unscheinbarer Hausmeister und Raufbold, zumindest bis an dem Institut, wo er arbeitet, sein mathematisches Genie entdeckt wird. Damit er nicht für seine Raufereien im Gefängnis landet, landet Will beim Psychologen Sean Maguire, mit dem er nach und nach einen Draht entwickelt...

Die Geschichte von diesem Film ist an sich faszinierender als der Film selbst, denn es war unter anderem der große Durchbruch von Matt Damon und seinem Kumpel Ben Affleck, die einerseits hierfür den Oscar für das Drehbuch bekamen, ebenso wie Robin Williams einen für seine Nebenrolle. Das Erstere ist verständlich, denn der Film fühlt sich trotz teilweise starkem Kitsch relativ real an; es wird ungemein einfach, sich mit diesen Charakteren zu identifizieren und sie zu verstehen...das Zweitere ist aber nicht minder verstänlich, denn Robin Williams liefert hier mit Matt Damon wohl die rundeste Darstellung im Film - und vielleicht in seiner Filmkarriere - ab. Es ist schade, dass sein Talent in so vielen Rollen verpulvert wurde.

Was ist "Good Will Hunting" für ein Film ? So genau kann ich das auch nicht sagen, denn es ist vordergründig ein modernes Märchen mit einem Mix zwischen "Coming-of-age" und "philosophisch-lehrreich". Auf jeden Fall geht es viel um Selbstfindung, die nie wirklich aufhört, auch wenn man sich da noch so sicher war und ja, damit mag es an einen anderen Robin Williams-Film erinnern...

Fazit: Es mag zwar nur Fiktion sein, aber "Good Will Hunting" wirkt einfach durchgehend sehr real für ein teilweise klischeehaftes Märchen, das durch seine Darsteller und Story glänzen darf.

Donnerstag, 27. Juni 2013

"Another day in paradise"

Herkunftsland: USA
Kinostart: 1998
Originalsprache: Englisch 
Regisseur: Larry Clark 
Protagonist: Mel (James Woods)/Bobbie (Vincent Kartheiser)
Story: Bobbie und Rosie sind Junkies. Durch kleinere Automatenüberfälle besorgt er genug Geld, um ihre Drogensucht zu finanzieren bis er von einem Sicherheitsmann schwer verletzt wird. Ein Freund holt "Onkel" Mel zur Hilfe, der den Verletzten kuriert und Bobbie die Chance auf einen großen Coup statt kleiner, planloser Räubereien anbietet. Bobbie nimmt das Angebot an und er und Rosie machen sich mit Mel und dessen Freundin Sid auf, um einen dealenden Arzt auszurauben und anschließend die erbeuteten Medikamente weiterzuverkaufen.
Kritik: Ich habe mir nur ein paar Amateur-Kritiken zu dem Film angeschaut, die ich aber ausgesprochen plausibel fand. Besonders oft wird betont, wie zugänglich der Film ist, denn wenn man sich auf das Drogen-Thema des Films einigermaßen einlasen kann, kann man sich mit einem der vier Hauptcharaktere schnell identifizieren. Auch die während des Films wechselnden Sympathien für die Charaktere wurden positiv angemerkt.
Fazit: Wer eine stark moraliesierende Anti-Drogen-Botschaft erwartet, ist bei diesem Film falsch. Dennoch wird keine Utopie gezeigt, wenn sich das sehr durchwachsene Quartett mit verschiedenen Lebenssituationen konfrontiert sieht. Ob es eine Schwangerschaft ist oder ein geplatzter Coup, überall werden sowohl emotionale Ausbrüche als auch rationale Überlegungen gezeigt, die die Schwierigkeit solcher Probleme zeigen. Diese ambivalente Herangehensweise, bei der die "Junkies" auch mal mehr sein dürfen als negativ verurteilte Kriminelle oder posivitive Helden, gefällt mir ausgesprochen gut. Es wird einem keine deutliche Botschaft mitgegeben, sondern zum Nachdenken angeregt.
Bewertung: 4/5

"Prakti.com"

Story: Als Billy und Nick ihre Jobs als Türverkäufer verlieren, bewerben sie sich als Praktikanten bei Google, wo sie sich gegen zahlreiche Genies durchsetzen müssen...

Stellt euch das Konzept von 2 Erwachsenen vor, die zu heutigen Zeiten nur sehr wenig bis nichts über das Internet und Google wissen und das in den USA...dann nehmt das "Hochzeitscrasher"-Duo Owen Wilson und Vince Vaughn und gebt ihnen die dämlichsten, zufälligsten und längst nicht mehr aktuellen Popkulturanspielungen; es gibt z.B. ein Quidditchmatch im Film. Neulinge werden "Noogles" genannt und man hat hier wieder eine Gruppe von klischeehaften Stereotypen (dürfen unter anderem keinen Asiaten vergessen !), die selbstverständlich durch die alten Hasen in die echte Welt geführt werden und sich endlich ändern können. Weder Vaughn noch Wilson bekommen etwas Witziges zu sagen oder zu tun und alles läuft wie auf Autopilot oder einfach so abgetippt, wie programmiert eben.

Fazit: Google, bitte verbessert lieber sämtliche YouTube-Funktionen, als solch eine schamlose Werbung für euch zu machen, insbesondere eine besonders uninspirierte und unlustige.

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