Der Mensch ist ein äußerst kritisch denkendes Tier und es ist absolut natürlich alles Mögliche in Frage zu stellen (ist vielleicht sogar eine gesunde Einstellung). Kein Wunder also, wenn man in Meinungen über Schuhe, Joghurt oder sogar Filme auseinandergeht, aber darüber habe ich ja schon geschrieben. Genauso offensichtlich ist es also, dass Leute, die berufsmäßig oder aus Spaß über solche Sachen schreiben, mal eine andere Meinung haben könnten als ein typischer Otto Normalverbraucher. Seltsamer kann es schon mal bei der Bewertung werden.
Wie zur Hölle will man einen Film nach einer Skala bewerten, egal ob in Buchstaben oder Zahlen ? Ich schätze Meisterwerke sind dann entweder A+ oder 10/10 oder 100/100 oder gleich außerhalb jeder Bewertung weil unantastbar. Und stellt euch erst das Chaos vor, wenn man versucht, ganz verschiedene Wertungen objektiv auf einer gleichen Ebene zu betrachten. Man sieht ein C+, 7,5/10, 3,45/5, 73% und 67/100 - kann man da wirklich etwas Genaues über die Qualität des kritisierten Produktes erfahren ? Am Ende geht es doch eh darum, was man über den Film selbst sagen kann.
Aus diesem Grund habe ich keine ominöse Bewertungsskala, denn Kunst (egal wie sehr es mich bei manchen Filmen fertig macht, dies zuzugeben) lässt sich nicht auf die pure logische mathematische Art bewerten. Letztendlich kommt es immer drauf an, wie sehr derjenige für oder gegen den Film argumentiert, denn eine Zahl/Buchstabe allein ist wie ein Ausdruck meistens viel zu wenig als Aussage. Das waren ja noch die Zahlen, aber was ist mit dem begleitenden Text ?
Ich weiß, dass ich mir hier ins eigene Fleisch schneide, aber jede Rezension kann und darf angezweifelt werden - vorausgesetzt man geht mit Respekt zur Sache. Was auch immer Menschen über meine Rezensionen auch denken, ich spreche letztendlich immer für mich und stelle kein objektives Urteil dar, auch wenn ich mich bei den meisten Filmen bemühe, eben dieses zu tun; ich bestimme aber selbstverständlich nicht, was als "gut" und was als "schlecht" gelten soll. Allgemein gefragt: Wie oft kam es schon vor, dass ihr mal mit einer Rezension nicht einverstanden wart (jetzt egal welcher und von wem) ? Genau. Wie das selbstverständliche "mal nicht der gleichen Meinung"-Sein gibt es auch "ich sehe den Film halt anders"-Sein. Mag sein, dass ihr etwas anderes seht als jemand, der drüber doch tatsächlich einen Text schreiben will/muss. Ihr seid nicht dümmer oder generell "cineastisch ungebildeter" deswegen, ebenso wie der Film an sich schuld dran ist. Alles in allem kommt es immer drauf an, dass man seine eigene Meinung stützen kann, ansonsten lässt sich jegliche Art von Wertung nicht ernst nehmen. Und selbst dann liegt man nie "richtig".
Sonntag, 31. März 2013
Mittwoch, 27. März 2013
"Olympus Has Fallen"
Story: Der ehemalige Army Ranger und nun "Secret Service"-Agent Mike Banning ist nach einer Geiselübernahme des Präsidents und zahlreicher anderer hochrangiger Politiker der Einzige, der sie alle retten kann...
Bevor ihr fragt: Ja, die Geschichte klingt verdächtig stark nach "Stirb langsam" und das ist gleichzeitig die Stärke und die Schwäche des Films, aber dazu später. Schauspielmäßig kann man sich hier nicht wirklich beschweren, denn alle drei Frontmänner leisten gute Arbeit, allen voran Gerard Butler als sympatische Kampfsau. Die Sache mit der Action ist ähnlich dem Konzept auch zwiespaltig: Mal erinnert der Film an Klassiker aus den 80ern und mal bietet er eindeutigen Greenscreen an.
Aber zurück zum Konzept: Eben weil "Stirb langsam" DER essenzielle Actionfilm ist, fällt es Leuten sofort auf, wenn es "Nachahmer" gibt. Dies ist auch wahrscheinlich der Hauptgrund, warum dieser Film so "gemischt" bei Kritikern ankam, eben weil er auf sie wie eine "Nachmache" wirkt. Obwohl ich da auch nicht komplett blind dabei bin, sehe ich die Sache um einiges optimistischer. Es ist kein kompletter Klon, lediglich das Konzept ist ähnlich, ebenso wie die Herangehensweise mit dem sprüche-klopfenden Progatonisten, der alle niedermähen kann. So gesehen könnte "Olympus Has Fallen" fast wie ein geistiger Nachfolger der "Stirb langsam"-Reihe rüberkommen, denn seien wir mal ehrlich: "Stirb langsam 5" war schlecht und es gibt zurzeit keine "klassischen" Action-Filme mehr, zumindest keine großen oder allzu dominierenden. Wenn man noch etwas mehr an allem feilen würde, könnte hier durchaus eine mehr als gute Fortsetzung entstehen - in diesem Stadium aber bleibt "Olympus Has Fallen" nur Mittelmaß, da es leider nicht genügend Neues bringt und sich teilweise etwas zu sehr auf dem eigenen Konzept ausruht.
Fazit: Kurzweilig unterhaltsam, keine Frage, aber auch nur, wenn man das Gehirn ausschaltet. Den Einspielergebnissen nach wird es auf jeden Fall nach Deutschland kommen und vielleicht kommt dann sogar noch eine bessere Fortsetzung.
Bevor ihr fragt: Ja, die Geschichte klingt verdächtig stark nach "Stirb langsam" und das ist gleichzeitig die Stärke und die Schwäche des Films, aber dazu später. Schauspielmäßig kann man sich hier nicht wirklich beschweren, denn alle drei Frontmänner leisten gute Arbeit, allen voran Gerard Butler als sympatische Kampfsau. Die Sache mit der Action ist ähnlich dem Konzept auch zwiespaltig: Mal erinnert der Film an Klassiker aus den 80ern und mal bietet er eindeutigen Greenscreen an.
Aber zurück zum Konzept: Eben weil "Stirb langsam" DER essenzielle Actionfilm ist, fällt es Leuten sofort auf, wenn es "Nachahmer" gibt. Dies ist auch wahrscheinlich der Hauptgrund, warum dieser Film so "gemischt" bei Kritikern ankam, eben weil er auf sie wie eine "Nachmache" wirkt. Obwohl ich da auch nicht komplett blind dabei bin, sehe ich die Sache um einiges optimistischer. Es ist kein kompletter Klon, lediglich das Konzept ist ähnlich, ebenso wie die Herangehensweise mit dem sprüche-klopfenden Progatonisten, der alle niedermähen kann. So gesehen könnte "Olympus Has Fallen" fast wie ein geistiger Nachfolger der "Stirb langsam"-Reihe rüberkommen, denn seien wir mal ehrlich: "Stirb langsam 5" war schlecht und es gibt zurzeit keine "klassischen" Action-Filme mehr, zumindest keine großen oder allzu dominierenden. Wenn man noch etwas mehr an allem feilen würde, könnte hier durchaus eine mehr als gute Fortsetzung entstehen - in diesem Stadium aber bleibt "Olympus Has Fallen" nur Mittelmaß, da es leider nicht genügend Neues bringt und sich teilweise etwas zu sehr auf dem eigenen Konzept ausruht.
Fazit: Kurzweilig unterhaltsam, keine Frage, aber auch nur, wenn man das Gehirn ausschaltet. Den Einspielergebnissen nach wird es auf jeden Fall nach Deutschland kommen und vielleicht kommt dann sogar noch eine bessere Fortsetzung.
Dienstag, 26. März 2013
"Der unglaubliche Burt Wonderstone"
Story: Burt Wonderstone und Anton Marvelton begeisterten die Massen in Las Vegas jahrelang, zumindest bis Burts Ego und Ruhm ihm zu Kopf stieg und seine Freundschaft zu Anton wie auch seinen Erfolg in der Magie langsam zerstörte. Hinzu taucht auch noch der neue Straßenmagier Steve Gray auf, der das Publikum im Sturm erobert...
Das Beste am Film sind die Darstellungen von Steve Carell als überhebliches und arrogantes Arschloch (eine gute Abwechslung für ihn) und vor allem Jim Carrey, der hier als Straßenmagier komplett die Show stiehlt und somit langsam andeutet, was mit "Kick-Ass 2" passieren könnte. Die eher nüchternen Kritiken aus den Staaten lassen sich vermutlich darauf zurückführen, dass man etwas Neues erwartete, also eine richtige Satire von Zauberern und Illusionisten und nicht wieder eine "tu das, was dir wirklich am Herzen liegt"-Geschichte; insbesondere weil 2 von 3 Protagonisten Comedy-Stars sind. Apropos Comedy: Dieser Aspekt gehört am ehesten auch Carrey, der leider nur teilweise und nicht durchgehend im Film vorkommt und nach einer Zeit nutzen sich die Witze immer mehr ab.
Fazit: Wie richtige Zauberer, so belässt es "Der unglaubliche Burt Wonderstone" meistens bei alten Tricks, die auf lange Sicht ziemlich durchschaubar sind. Ist der Film deswegen schlecht ? Keineswegs, aber vielleicht nicht unbedingt ein Kinoticket wert. Am ehesten eine Leihe und bestenfalls eine DVD.
Das Beste am Film sind die Darstellungen von Steve Carell als überhebliches und arrogantes Arschloch (eine gute Abwechslung für ihn) und vor allem Jim Carrey, der hier als Straßenmagier komplett die Show stiehlt und somit langsam andeutet, was mit "Kick-Ass 2" passieren könnte. Die eher nüchternen Kritiken aus den Staaten lassen sich vermutlich darauf zurückführen, dass man etwas Neues erwartete, also eine richtige Satire von Zauberern und Illusionisten und nicht wieder eine "tu das, was dir wirklich am Herzen liegt"-Geschichte; insbesondere weil 2 von 3 Protagonisten Comedy-Stars sind. Apropos Comedy: Dieser Aspekt gehört am ehesten auch Carrey, der leider nur teilweise und nicht durchgehend im Film vorkommt und nach einer Zeit nutzen sich die Witze immer mehr ab.
Fazit: Wie richtige Zauberer, so belässt es "Der unglaubliche Burt Wonderstone" meistens bei alten Tricks, die auf lange Sicht ziemlich durchschaubar sind. Ist der Film deswegen schlecht ? Keineswegs, aber vielleicht nicht unbedingt ein Kinoticket wert. Am ehesten eine Leihe und bestenfalls eine DVD.
Montag, 25. März 2013
"G.I. Joe 2: Die Abrechnung"
Story: Der US-Präsident wird gefoltert und die "Joes" selbst werden durch einen "Cobra"-Ersatz für Staatsfeinde erklärt...
Während der erste Teil verzweifelt versuchte, einen auf "Transformers" zu machen (dabei aber absichtlich dämlich auszusehen, denn keiner kann mir erzählen, dass der erste Film "ernst" sein sollte) und dabei keine zweite Goldmine wurde, so ist die Fortsetzung drauf aus, sich von ihrem Vorgänger zu distanzieren (wie mit Schauspielern, so auch mit dem Stil). Mit anderen Worten: Weniger Effekte, weniger nervende Charaktere und mehr Fokus auf Action, was im Bezug auf die 80er Serie richtig klingt, aber nicht korrekt genug durchgezogen wird.
Mein größtes Problem mit diesem Film ist eine gewisse "Unnötigkeit", die jedem großen Namen hier anhaftet: Bruce Willis kommt hier nur kaum vor und ist für die Story unwichtig, "The Rock" scheint wichtig, aber hinterlässt irgendwie auch relativ wenig Eindruck und Channing Tatum darf hier nicht allzu lange herumballern. Im Endeffekt also ist das Poster eine große PR-Lüge, weil sich niemand für den Film interessieren würde, wenn man nicht diese drei Stars in die Mitte gephotoshopt hätte. Die Action ist zwar solide, aber eben nur "solide" und nicht mehr, höchstwahrscheinlich hat jeder von euch schon mal eindeutig bessere Action in anderen Filmen gesehen.
Fazit: "G.I. Joe 2" ist eine Verbesserung gegenüber dem ersten Teil. Was nicht allzu schwer war.
Während der erste Teil verzweifelt versuchte, einen auf "Transformers" zu machen (dabei aber absichtlich dämlich auszusehen, denn keiner kann mir erzählen, dass der erste Film "ernst" sein sollte) und dabei keine zweite Goldmine wurde, so ist die Fortsetzung drauf aus, sich von ihrem Vorgänger zu distanzieren (wie mit Schauspielern, so auch mit dem Stil). Mit anderen Worten: Weniger Effekte, weniger nervende Charaktere und mehr Fokus auf Action, was im Bezug auf die 80er Serie richtig klingt, aber nicht korrekt genug durchgezogen wird.
Mein größtes Problem mit diesem Film ist eine gewisse "Unnötigkeit", die jedem großen Namen hier anhaftet: Bruce Willis kommt hier nur kaum vor und ist für die Story unwichtig, "The Rock" scheint wichtig, aber hinterlässt irgendwie auch relativ wenig Eindruck und Channing Tatum darf hier nicht allzu lange herumballern. Im Endeffekt also ist das Poster eine große PR-Lüge, weil sich niemand für den Film interessieren würde, wenn man nicht diese drei Stars in die Mitte gephotoshopt hätte. Die Action ist zwar solide, aber eben nur "solide" und nicht mehr, höchstwahrscheinlich hat jeder von euch schon mal eindeutig bessere Action in anderen Filmen gesehen.
Fazit: "G.I. Joe 2" ist eine Verbesserung gegenüber dem ersten Teil. Was nicht allzu schwer war.
Sonntag, 24. März 2013
"Side Effects"
Story: Martin und Emily leben ein fast schon zu perfektes Leben im grenzenlosen Luxus...zumindest bis Martin für vier Jahre ins Gefängnis kommt. Emily verfällt daraufhin in Depression und bekommt ein ungewöhnliches Medikament mit unerwarteten Nebenwirkungen...
Angeblich ist dies vorerst der letzte Film von Steven Soderbergh ("Haywire", "Magic Mike" - die Kritiken zu beiden Filmen finden sich auf diesem Blog) und wenn dies wahr ist, dann hat er auf jeden Fall sein Bestes hier gegeben. Wenn man es schafft, einen klassischen Thriller mit zahlreichen Wendungen durchgehend spannend und interessant zu gestalten, dann macht man auf jeden Fall schon mal etwas richtig. Aber das war noch nicht alles.
Hinzu kommt noch die subtile Kritik an einer "Aufputsch"-Gesellschaft mit all dem moralischen Dilemma, was einem glücklicherweise nicht auf die Nase gebunden wird. Wie eine der Protagonisten, so ist eigentlich alles im Film auf eine gewisse Weise krank, wenn Mitmenschen sich nicht wirklich vertrauen und das exzellente Schauspiel aller vier Protagonisten nur dazu beiträgt, die immer interessanter werdenden Intrigen weiter zu verfolgen.
Fazit: Wenngleich die Vergleiche mit Hitchcock etwas zu hoch gegriffen sind, so ist "Side Effects" einer der besseren Thriller der letzten Jahre und das erste Highlight von 2013 !
Angeblich ist dies vorerst der letzte Film von Steven Soderbergh ("Haywire", "Magic Mike" - die Kritiken zu beiden Filmen finden sich auf diesem Blog) und wenn dies wahr ist, dann hat er auf jeden Fall sein Bestes hier gegeben. Wenn man es schafft, einen klassischen Thriller mit zahlreichen Wendungen durchgehend spannend und interessant zu gestalten, dann macht man auf jeden Fall schon mal etwas richtig. Aber das war noch nicht alles.
Hinzu kommt noch die subtile Kritik an einer "Aufputsch"-Gesellschaft mit all dem moralischen Dilemma, was einem glücklicherweise nicht auf die Nase gebunden wird. Wie eine der Protagonisten, so ist eigentlich alles im Film auf eine gewisse Weise krank, wenn Mitmenschen sich nicht wirklich vertrauen und das exzellente Schauspiel aller vier Protagonisten nur dazu beiträgt, die immer interessanter werdenden Intrigen weiter zu verfolgen.
Fazit: Wenngleich die Vergleiche mit Hitchcock etwas zu hoch gegriffen sind, so ist "Side Effects" einer der besseren Thriller der letzten Jahre und das erste Highlight von 2013 !
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