Samstag, 7. Juli 2018

"MI"-Special: "Mission: Impossible" (1996)

Story: Das Team rund um den jungen IMF-Agenten Ethan Hunt soll die Liste mit den Echtnamen der CIA-Agenten in Osteuropa aus den Fängen eines internen Maulwurfs beschaffen...

Ich fand schon seit langer Zeit, dass die "MI-"Reihe faszinierend zum Diskutieren ist, denn jeder Film scheint anders zu sein und wirken als der andere; fast so, als ob man etwas das Genre und Herangehensweise wechselt und so stets frisch und aufregend bleibt und das nach mehr als 20 Jahren. Ist andererseits aber auch kein Wunder, wenn man jeden Film den Regisseur wechselt, was ja leider mit dem sechsten Teil gebrochen wird, da Christopher McQuarrie nach "Rogue Nation" auch für "Fallout" anheuert; ich finde die Idee an sich sehr interessant und durchaus übertragbar auf andere Franchises.

Was hab ich aber über den ersten Film zu sagen ? Ich persönlich habe nie die 60er-Serie gesehen, auf die der Film basiert und nahm den Streifen als einen Agentenfilm wahr, der eben nicht das Prestige eines James Bond hatte. Glücklicherweise konnte Tom Cruise bereits hier als Ethan Hunt den Film auf seinen Schultern tragen und ist sich für keinen kleinen Stunt zu schade (wobei das hier ja noch geringes Niveau hat); wobei er hier auch noch andererseits recht trocken durch den Film stapft und nicht allzu viel von seinem Charisma präsentieren kann. Problematischerweise ist der Film um ihn herum nicht ganz rund, denn Regisseur Brian De Palma fühlt sich scheinbar etwas unwohl mit Computereffekten (wie sonst kann man bestimmte Sequenzen inszenieren) und schafft es einfach nicht ganz, aus einem halbgaren Drehbuch einen durchgängig unterhaltsamen Film zu zimmern. Apropos Computereffekte: Diese sind nicht wirklich gut gealtert, aber wenn De Palma mal eine Actionszene ohne kreiert, dann packt er einen komplett (nicht umsonst ist die Tresor-Szene ikonisch geworden) und ist vermutlich dankbar für einen wie Tom Cruise, der sich gerne für alles hingibt.

Fazit: Ist das Original von 1996 ein Klassiker ? Nicht wirklich, aber dafür ein Wegweiser für die Franchise und irgendwo auch für Actionfilme im Allgemeinen.

Mittwoch, 4. Juli 2018

"Ocean`s 8"

Story: Danny`s Schwester Debbie sammelt ihre eigene kriminelle Crew zusammen, um kostbaren Schmuck zu stehlen...

Die "Ocean`s"-Trilogie ist bei weitem nicht die beste da draußen und jeder Film hat seine eigenen Probleme, aber mit charismatischen Charakteren, stylischen Schnitten und spaßigen Raubzügen ist sie auf jeden Fall eine der spaßigsten und immer wieder ein Anschauen wert. Man konnte auch von einer ansteckenden Chemie zwischen all den Mitgliedern profitieren, besonders von der zwischen George Clooney und Brad Pitt, denen man eine jahrelange Freundschaft mühelos abkauft.

11 Jahre nach dem letzten Film kommt nun...ein "Frauen-Spin-Off". Das Problem ist leider, dass es das "Ocean`s" im Titel trägt, denn sonst würde ich es vielleicht nicht so schnell bemerken, wie sehr dieser Streifen den Originalfilm von 2001 kopiert. So dreist, dass einzelne Kameraeinstellungen, Schnitte und womöglich sogar Teile der Dialoge 1:1 übernommen wurden. Dies führt bei mir persönlich zu einem Gefühl der Überflüssigkeit, das über allen anderen soliden Elementen des Films schwebt: Die Darstellungen sind eigentlich in Ordnung und alles andere ist eigentlich auch passabel für einmal anschauen - wobei man auch einen spoiler-nahen Umstand erwähnen könnte, der diesem Film den Kick der Trilogie nimmt. Warum man aber unbedingt so schamlos bei der eigenen Franchise klauen musste, verstehe ich einfach nicht; sollte man da nicht einfach auf die Stärken der Darstellerinnen vertrauen, ohne dass man ihnen so amateurhaft eine Franchise aufbindet und stattdessen etwas Originelles machen ? Aber was weiß ich schon.

Fazit: Hat man "Ocean`s 11" gesehen, hat man "Ocean`s 8" gesehen. Absolut schamlos.

Montag, 2. Juli 2018

"Solo: A Star Wars Story"

Story: Ein gewisser Han will zwar Pilot bei der Imperialen Armee werden, aber ist zu aufmüpfig und disziplinlos. Da bietet sich ihm die Gelegenheit, bei einem Raubzug anzuheuern und so nimmt das Schicksal seinen Lauf...

Als ein großer Fan des Han Solo-Charakters sollte ich mich eigentlich auf diesen Film freuen und das ist das Stichwort: Sollte. Anders als die Realität eben, denn spätestens seit "The Last Jedi" hab ich keinerlei aktives Interesse mehr an "Star Wars"-Filmen, egal ob Episoden oder Spin-Offs. Ich war ja auch schon von "Rogue One" nicht besonders begeistert und hier gilt mehr oder weniger dasselbe Prinzip: Es ist nicht mies, aber vom Hocker reißt es mich nicht. Wenn eine, bzw. die vielleicht größte Franchise der Filmgeschichte einen als Zuschauer nicht mehr erreicht, langweilt oder gar abstößt, dann sollte man sich ernsthafte Sorgen machen - was Disney bei den für die "Star Wars"-Verhältnisse miserablen Einspielergebnissen tun muss, bevor "Star Wars" komplett aufhört, die Massen zu erreichen.

Das wohl größte Problem des Films ist die fehlende Konstante des Tons - mal will man witzig, mal ernst, mal traurig, mal spannend sein. Sicherlich ist es nett, wenn man verschiedene Emotionen einfangen will, doch der Schnitt gepaart mit dem Ablauf der Filmszenen sorgt dafür, dass die meisten Szenen gar nicht erst ihre Wirkung beim Zuschauer entfalten können. Hinzu kommt eine der hässlichsten Cinematographien für Blockbuster der letzten Jahre, denn der überwältigende Großteil des Films sieht bräunlich-hässlich aus...warum ? Warum würde man seinen eigenen Film extra unansehnlich aussehen lassen, besonders einen Sommer-Blockbuster für die ganze Familie ? Selbst einige wenige gute Actionszenen können einfach nicht über das hässliche Aussehen hinwegtäuschen.
Ein weiteres riesiges Problem ist die Handlung. Sie ist nicht furchtbar, aber im Großen und Ganzen ist sie absolut sinnlos und trägt nichts zum Mythos Han Solo oder "Star Wars" bei. Jegliche Wende und Entwicklung innerhalb des Films ist absolut vorhersehbar für jeglichen "Star Wars"-Enthusiasten und wachen Zuschauern. So bleibt die Frage nach dem "Warum ?", die einfach nicht genügend beantwortet wird durch den Streifen.
Darstellertechnisch ist Alden Ehrenreich so ziemlich der größte Verlierer, denn er kann weder die Aura, Charisma und Persönlichkeit eines Harrison Ford einfangen, noch kann er dem Charakter Han Solo eine frische Seite verpassen; er ist nicht miserabel, aber im Vergleich zu Ford konnte er nur verlieren. Dies gilt auch für fast alle anderen Darsteller auch, wie z.B. Donald Glover, dem nichts Besseres einfällt, als Billy Dee Williams nachzuahmen. Lediglich Woody Harrelson kommt hier halbwegs gut weg, da er im Allgemeinen mindestens solide Darstellungen abliefert.

Fazit: "Solo" ist einfach ein perfekter Beweis dafür, dass ein Spin-Off einer Franchise nahezu immer sinnlos ist. Besonders wenn man einfach nichts zum Mythos des Universums, der Charaktere oder der Geschichten hinzufügen kann und stattdessen all diese Sachen herunterbricht und im schlimmsten Fall noch gegenwärtige Politik/soziale Themen mitreinnimmt (da könnte man wieder ein neues Fass aufmachen), dann zeugt es von einer erschreckenden Ideenlosigkeit der Köpfe hinter der vielleicht bekanntesten Franchise der Welt. Wenn man nicht einmal so leicht mit einem "Star Wars"-Film Geld verdienen kann und zahlreiche Millionen Fans gegen sich aufbringt, dann sollte man die eigene Strategie ernsthaft hinterfragen, denn eben diese halten die Franchise mit ihrem Geld und der Leidenschaft am Leben.

Freitag, 22. Juni 2018

In eigener Sache: Warum im Juni Pause war...oder warum mir die Lust auf Filme verging

Jo, ich hatte schon lange nichts mehr auf diesem Blog veröffentlicht und ich will mich erklären; ich sollte nicht nur, ich möchte es sogar. Auch wenn ich nur eine aktive Leserin habe^^

Es gab mal eine Zeit, in der man Medien genießen konnte ohne dass das echte Leben mit all den menschlichen Problemen diese einem kaputt machen würden und spätestens seit zwei Jahren wird es immer schwerer und schwerer - Politik und soziale Themen werden immer präsenter in immer mehr Bereichen und ich hab mich in der Hinsicht was Filme betrifft stark verbrannt. Der Höhepunkt war wohl "Ghostbusters" von 2016, denn davor kannte ich keinen Film, dessen einzelne Elemente so sehr von der Politik der Macher und Teilnehmer überschattet wurden...so sehr, dass diese Elemente keinerlei Rolle spielten und jegliche Kritik an diesem Film oder auch nur eine Bewertung an sich zu einer sozio-politischen Frage wurde.

Ab da fängt man an, nahezu unbeabsichtigt bei den großen Projekten die ganze Politik dahinter mitzukriegen und diese zieht für einen teilweise schon im Voraus eben diese Projekte runter. Ich möchte in meiner Beurteilung von Filmen, Serien oder was auch immer nicht anhand von äußeren Faktoren beeinflusst werden, denn ich bin der Ansicht, dass ein Werk für sich selbst stehen sollte. Sicher, Macher können Monster oder verblendete Ideologen sein, aber solange ihre Schöpfung nicht durchtrieft von ihrer persönlichen sozio-politischen Ansicht durchtrieft ist und man sich darauf konzentriert, die Schöpfung möglichst gut zu machen - dann ist alles OK. Aber wenn man wie im Fall von "Star Trek" oder "Star Wars" unbedingt bestimmte Botschaften vermitteln möchte, weil die Leute dahinter nunmal eine bestimmte Ideologie besitzen, dann werden sich die Ur-Fans langsam aber sicher abwenden und dies lässt sich problemlos an deren Rückmeldungen oder den allgemeinen Einnahmen ablesen.

Ich für mich selbst versuche nun, immer seltener kommende Projekte zu betrachten, da man eventuell schon in dem Stadium seine zukünftigen Sehgewohnheiten drastisch reduzieren würde - ich schau mir schließlich Filme an, um dem immer wahnsinniger und politischer werdendem Alltag zu entkommen und nicht um mich weiter reinzusteigern - und ich werde weiterhin versuchen, in den Kritiken möglichst wenig Außenstehendes zu besprechen. Denn sind wir mal ehrlich: Niemand möchte wirklich all seine Lieblingswerke unter eine Ideologenlupe nehmen, denn dann dürfte er um einiges weniger genießen, als er könnte und dann kann man die Medien ganz sein lassen. Ich möchte das jedenfalls nicht und so werde ich mich langsam aber sicher wieder zum Blog zurückkämpfen. Nichts macht mir nämlich weniger Lust auf eine eigene Kritik als Störfeuer in meinen Filmen und Serien und ich würde es auch niemand anderem antun, dies hier zu lesen.

In dem Sinne, bis dahin,

Euer Rudolf 

Freitag, 1. Juni 2018

"Fifty Shades of Grey - Befreite Lust"

Story: Als neue Mrs. Grey genießt Anastasia allerlei Freiheiten und lebt wie in einem Traum. Doch selbst ihr Traum hat irgendwie ein Ende...

Ich konnte die gesamte Lächerlichkeit dieses Machwerks nicht komplett rüberbringen, aber dies ist auch womöglich nicht realisierbar - die ganze Reihe an sich gibt sich allein aufgrund der fehlenden Treue zum Thema "BDSM" der Lächelichkeit preis, da die Dynamik zwischen den Protagonisten eher der zwischen einem Stalker und seinem Opfer, dessen Körper er sich erkauft hat. Es gibt keinerlei Chemie zwischen Mr. und Mrs. Grey, sie wirken weder beim unbeholfenem und unerotischem Sex, noch bei "Spielchen", noch als reguläres Ehepaar harmonisch; allein in dieser Hinsicht hat der Streifen komplett versagt. Abseits der fehlenden Romantik oder gar Erotik ist dieser Film nichts weiter als eine Aneinanderreihung an Montage-Sequenzen, die sich besser als jeweilige Werbungen für Autos oder Orte eignen würden - und je weniger ich über die "Konflikte" erzähle, desto besser, denn die lächerliche Inszenierung dieser ist nicht einmal auf Kindergarten-Niveau.

Fazit: Wenn man ordentlich lachen möchte über die Unfähigkeit eines Drehbuchs irgendetwas in Richtung Erotik zu vermitteln, dann ist dieser Streifen durchaus zu empfehlen. Ansonsten ist jedes zweite Video auf einschlägigen Seiten mehr BDSM als dieser Scheiß.
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