Montag, 7. Mai 2018

Serien-Kritik: "Orange Is the New Black" (Staffel 1)

Story: Piper Chapman kommt für ein vor Jahren zurück liegendes Verbrechen für 15 Monate ins Frauengefägnis und muss zusehen, dass sie zurecht kommt...

Lieblings-Charakter: /

Ungeliebter Charakter: Piper Chapman. Ernsthaft, ich weiß nicht wirklich ob es Absicht der Macher war, die eigene Protagonistin so unausstehlich wie möglich zu machen - so sehr, dass ich sogar mit  "bösen" Charakteren mehr sympathisieren konnte. Sie sind zwar absolute Arschlöcher, aber ich schau mir lieber Arschlöcher oder die letzten Bastarde mit Persönlichkeit an als jemanden, der kein Charisma oder Persönlichkeit besitzt und nahezu immer mit am passivsten in der eigenen Geschichte ist. Und sich dann auch noch von uncharismatisch zu einem Miststück entwickelt.


Lieblings-Episode: Episode 13 "Hoffnungslos verrückt". Eigentlich nur, weil die Handlungswende recht krass rübergebracht wurde.

Meine Meinung zur Serie: Übertrieben stark gehyped und neben "House of Cards" eines der ersten Aushängeschilder von Netflix, stand "Orange Is the New Black" schon länger auf meiner Schau-Agenda. Ich fand diese Serie persönlich fast nie witzig oder allzu unterhaltsam - die meisten Folgen wie Gags bauen auf dem "Schock", dass man mit allerlei Themen wie Transsexualität, gewissen sexuellen Vorlieben, Teenagerschwangerschaften und Ähnlichem um sich wirft. Dies allein mag zwar einige Leute als Fans und Preise gewinnen, aber für mich kamen diese ganzen Themen als eine Art "Ersatzstoffe" für tatsächlichen Inhalt; sicherlich gibt es einige Stellen, wo diese Serie etwas an Tiefe und Charakter entwickelt, aber da sich diese zwangsweise um eine narzisstische und selbstsüchtige Frau drehen muss, sind diese Stellen nicht das gewünschte Gewicht, das sie verdienen würden.
Ich finde diese Serie nicht absolut mies, aber sie ist nicht wirklich mein Fall. Eher unwahrscheinlich, dass ich diese weiter schaue.

Donnerstag, 3. Mai 2018

"Avengers: Infinity War"

Story: Die zahlreichen Helden der Erde und darüber hinaus müssen über ihre kleinlichen Meinungsverschiedenheiten hinwegkommen und sich gegenüber der bisher größten Bedrohung für den gesamten Kosmos vereinen...

Es ist tatsächlich schon 10 Jahre her, seit das Marvel-Filmstudio ein belächeltes und vermessenes Vorhaben, eine Geschichte in Form von zahlreichen Filmen in Episodenform zu erzählen - all das mit teils kontrastierenden Charakteren, einzelnen Narrativen, diversen Stilen und eigenen Stimmen. Unnötig zu erwähnen, dass dieses Vorhaben nicht nur erfolgreich bei Kritikern und Fans ankam (und nun die kassenträchtigste Franchise überhaupt ist), sondern trotz aller Häme und Erwarten vor allem als Konzept eine stabile Vorlage für Konkurrenten abgibt. Die wichtigste Frage, mit dem nun Anfang des letzten Kapitels der ersten so groß erzählten Geschichten in den Kinos, ist die Gesamthandlung mit all dem Aufbau aufgegangen ? Und kann man so etwas für sich allein bewerten ?

Unüberraschenderweise würde ich sagen: "Nein", denn dieser Film kann eigentlich nur denen gefallen, die diese 10-jährige Reise mitgemacht haben und jeden einzelnen Charakter zumindest halbwegs kennen. Ich kann da auch nicht Kritiker/generell Leute verstehen, die nahezu ohne Vorwissen diesen Film schauen und ihn einer chaotischen Verständnislosigkeit strafen, denn dies ist mehr oder weniger das Serienfinale einer Staffel - bei den meisten Serien muss man eben die Zeit investieren, um sich das Ende schmackhaft zu machen. In der Hinsicht ist "Infinity War" so ziemlich das, was ein jeder Marvel-Fan sehen wollte und mehr - aus Spoilergründen kann ich nicht jede einzelne schmackhafte Szene oder Detail verraten, aber davon gibt es bei den 150 Minuten Laufzeit genug.

Was auch immer die Russo-Brüder inszenieren, sei es bombastische und dynamische Action, ergreifendes Drama oder leichtherziger Humor, sie haben es für die Mehrheit des Streifens drauf. Mit über 321 Millionen Dollar ist dies mit einer der teuersten Filme aller Zeiten und effekttechnisch sieht man das "Infinity War" auch an mit größtenteils makellos umgesetzten Hintergründen, Partikeleffekten und Integrationen von bestimmten Charakteren miteinander. Dies ist besonders peinlich für "Justice League", das mit ähnlichem Budget sich bis auf die Knochen blamierte und kaum die Hälfte wert aussah. Eine der größten Errungenschaften dieses Streifens ist wohl die Erschaffung von Thanos als Charakter und als Bösewicht - wenn man bedenkt, dass er vorher eine kaum bemerkbare Bedrohung war, so erhebt man ihn hier zum heimlichen Protagonisten und bringt einem so vielleicht den bisher besten Marvel-Bösewicht, den es im Kino gab. Nicht, dass die ganzen Helden nicht total blass wären, aber neben Thanos wirken sie alle um einiges kleiner und dies kann man auch interpretieren, wie man möchte.


Wenn man "Infinity War" etwas vorwerfen kann, dann sind es neben kleineren Unebenheiten in Grafik und Humor die Erzählweise und das Ende (im größeren Kontext). Die Erzählweise ist aufgrund der zahlreichen Charaktere erwartbar szenenhaft und lässt keinen wirklichen Erzählfluss aufkommen; so ist dies kein wirklicher Film, sondern eher eine Anzahl von Ereignissen, die aufgrund des übergeordneten Themas miteinander verbunden sind, aber aufgrund ihrer teils widersprüchlicher Töne, Stile und Inhalte nicht wirklich zueinander passen wollen. Und zum Ende: Grundsätzlich hat Marvel hier glücklicherweise Mut und stellenweise sogar Konsequenz bewiesen, aber mit ihrem Geschäftsmodell laufen sie irgendwie auch Gefahr, diesem (wie bereits einigen vorherigen) Film deren Konsequenz zu nehmen (und wenn ich noch mehr sage, dann spoilere ich).

Fazit: Mehr Event als Film ist "Avengers: Infinity War" nur Marvel-Fans zu empfehlen. Diese können sich dann aber auch auf ein Event gefasst machen.

Montag, 23. April 2018

Serien-Kritik: "EUReKA" (Staffel 1)

Story: US-Marshal Jack Carter ist gerade dabei im Begriff, seine ausgerissene Tochter Zoe zurück zu ihrer Mutter zu bringen, als beide in der mysteriösen Stadt Eureka stranden. Diese erweist sich auf den zweiten Blick schräger als zuerst angenommen...


Lieblings-Charakter: Ganz klar Carter, denn unter all den sonderbaren Charakteren der Stadt ist er der mit Abstand "normalste" und zugänglichste. Nicht umsonst ist er der Protagonist.

Ungeliebter Charakter: /

Lieblings-Episode: Episode 13 "Einmal im Leben". Sicher, das Konzept der Episode ist an sich nichts neues, sicher. Aber nach all den Entwicklungen und Interaktionen zwischen den Charakteren findet sich ein rührendes und bewegendes Staffelfinale.

Meine Meinung zur Serie: Meine Freundin hat mich mal wieder auf eine kleine Perle aufmerksam gemacht, die ohne sie an mir vorbeigegangen wäre. Sicher hab ich Werbungen dazu vor einer halben Ewigkeit auf Pro7 gesehen, aber mir ansonsten nix dabei gedacht und die Serie schnell vergessen. Nachdem ich nun vollständig eintauchen konnte, kann ich nur eins sagen: Es ist ein richtiger Geheimtipp und wie bereits erwähnt, eine kleine Perle. Sicherlich ist die Struktur der einzelnen Episoden sich meist recht ähnlich und es ist nicht alles komplett rund - doch die Idee, eine Stadt voller Genies fehlerhaft und somit menschlich abzubilden und das unter der Aufsicht eines wenn nicht intelligenten, sondern cleveren Menschen wirkt recht erfrischend und entwickelt dank gut geschriebener Charaktere, einiger interessanter Handlungs- und Spannungsbögen, Chemie zwischen den Schauspielern, mehreren gelungenen Gags und gut geschriebenem Drama einen eigenartig wohligen und heimischen Charme...teilweise so stark, sodass man nicht so leicht davon wegkommt. Mir ist absolut unerklärlich, warum diese Serie nicht so populär wurde wie sie es wurde und warum nicht dies als Beispiel für "Genies in Serien" dient und nicht so etwas wie "The Big Bang Theory". Ich würde zumindest den Blick auf die erste Staffel empfehlen, da alleine das Konzept es wert ist, in diese seltsame Stadt einzutauchen.

Freitag, 23. März 2018

"Tomb Raider" (2018)

Story: Die junge Lara will partout nicht das Erbe ihres Vaters antreten, aber als sie durch einen Unfall dazu mehr oder weniger gedrängt wurde, offenbart sich ihr ein Geheimnis, das sie unbedingt lüften will...

2001 und 2003 gab es bereits zwei "Tomb Raider"-Filme mit Angelina Jolie in der Hauptrolle und diese waren...keine herausragende Meisterwerke der Filmkunst, aber auf ihre trashig-spaßige Art doch irgendwie unterhaltsam. Dieser Film möchte sich an dem Spiele-Reboot der Reihe von 2013 orientieren - und schafft dies mit Bravour. Stilistisch ist die Adaption kaum vom Spiel zu unterscheiden und es werden so viele Verweise und Szenen hergezogen, sodass man das Spiel an sich gar nicht zu spielen braucht, um dessen Handlung zu erleben. Abseits davon repräsentiert Alicia Vikander die "neue" junge Lara perfekt - sie hat keinerlei Persönlichkeit und ist eine ordentliche Actionheldin. Sie ist geerdet und wirkt halbwegs realistisch, bleibt dafür aber auch nicht länger im Kopf hängen.

Fazit: Es ist ein vermutlich besserer und kompetenter gestalteter Film, der dafür kaum mehr ist als eine Kopie des Spiels (ohne die Tasteneingaben) und ohne den Geschmack und Persönlichkeit der Jolie-Filme. Aber ist das Kopieren wirklich der Schlüssel zur besten Videospiel-Adaption ?

Sonntag, 11. März 2018

"Operation: 12 Strong"

Story: Unmittelbar nach den Anschlägen am 11. September 2001 sendete die US-Regierung 12 Männer nach Afghanistan, um gegen die Taliban und Al-Qaida vorzugehen...

Basierend auf einer von mir nicht gelesenen Biografie ist dies ein nüchtern betrachtet solider Kriegsfilm, der nichts besonderes macht. Wirklich gar nichts. Die Action ist OK, charakterlich oder handlungstechnisch darf man hier keinerlei Tiefgang erwarten; wenn man einen Kriegsfilm gesehen hat, dann sieht man hier nichts neues. Chris Hemsworth ist hier der Einzige, der auch nur halbwegs raussticht...je nachdem wie man das definiert; zumindest wirkt er hier nicht einfach wie Thor und das ist ja auch so ziemlich das einzig Erwähnenswerte an seinem Schauspiel.

Fazit: Wer dringend einen Kriegsfilm sehen will...bitte sehr.
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