Montag, 18. Dezember 2017

"Justice League"

Story: Eine Prophezeiung um einen Weltenzerstörer soll kurz vor der finalen Erfüllung stehen und so trommeln Batman und Wonder Woman kurzerhand ein Team zusammen, das dem Einhalt gebieten soll...

Nach "Wonder Woman" hab ich mir gedacht, dass der langjährige Konkurrent von Marvel endlich verstanden hat, dass man für die Überzeugung der breiten Masse einfach gute Filme machen muss; aber "Justice League" beweist auf jeden Fall, dass man scheinbar nicht wirklich was daraus gelernt hat. Es ist bei weitem nicht so ein Durcheinander wie "Batman v Superman" oder das Desaster von "Suicide Squad", aber es ist ein ganz großes Missverständnis zwischen Studio und Regisseuren (genau 2, da Zack Snyder nach einer persönlichen Tragödie die Post-Produktion ausgerechnet an Joss Whedon übergeben hat). Das Studio will weiterhin einen seriösen und epochalen Film, Snyder ist sehr in grandiose Bilder verliebt und Whedon hat ein Gespür für Gefühle und Comedy. So ist "Justice League" ein Film ohne tatsächliche Identität oder eigenen Platz im eigenen Universum.

Es funktionieren gefühlt doppelt so viele Sachen nicht wie die, die funktionieren - immerhin eine Steigerung und dennoch sehr frustrierend. Die Justice League ist ja das Äquivalent der Avengers und diese wurden ja sorgsam über eine Reihe von Filmen aufgebaut und etabliert, bevor sie als Gruppe auftauchten. Hier etablierte man eigentlich nur Wonder Woman vernünftig und der Rest wirkt unfertig oder gänzlich unbeachtet; mir entzieht sich einfach die Logik, wie ein Zuschauer mit 3 frischen Superhelden in einem Teamup zurechtkommen will, bei dem auch noch ein brandneuer Bösewicht eingeführt wird. Insofern täte DC/Warner besser dran, lieber direkter von den Marvel-Filmstudios zu kopieren, zumindest die Struktur des Universums, bzw. die Herangehensweise an sich. Größtenteils wirkt der Film einfach wie ein Videospiel, wo es kaum Konsequenzen gibt und alles einfach nur irgendwie passiert; tiefgreifende Emotionen sind quasi nicht existent und aufregende Actionszenen sind auch rar. Achja, scheiß auf Flash - er hat zwar die beste Szene, aber er ist auch der nervigste Charakter, mit Abstand.

Fazit: "Justice League" ist einfach eine groß aufgedunsene Unordnung ohne tatsächlichen Sinn und Verstand und noch viel wichtiger, ohne eine bestimmte Identität. Ein weiterer enttäuschender Film von DC/Warner und ein weiterer enttäuschender Blockbuster.

Donnerstag, 14. Dezember 2017

"Star Wars: Die letzten Jedi"

Story: Die Rebellion ist kurz vor dem Kollaps vor der Ersten Ordnung und die letzte Hoffnung liegt auf den Schultern des zurückgezogenen Jedi-Meisters Luke Skywalker...

Episode 7 durfte sich ja vor allem der Kritik aussetzen, dass sie zu sehr nach Episode 4 kam und ja, strukturell und inhaltlich kann man dem wirklich kaum widersprechen. Obwohl es damals nötig war, den Fans zu zeigen, dass man "Star Wars" nicht vergessen hat, wanderte man dennoch stark auf bewanderten Pfaden. Episode 8 gibt auf jeden Fall eine neue Richtung vor - gut wie schlecht.

Ja, es gibt immernoch einige Parallelen zu früheren Episoden, aber vielerlei Entwicklungen werden absolut entgegen oder auch nur etwas in andere Richtungen gekehrt als erwartet und dies ist bei einem so großen Film wie "Star Wars" sehr mutig und verlangt auch den Willen zu Veränderungen. Außerdem hat dieser Film einige tolle Actionszenen, einzelne grandiose dramatische Szenen und fantastische Bilder. All das ist sehr gut und sogar teilweise einige der bisher besten Sachen innerhalb des Franchises.

Das große Aber liegt bei der Handlung und der Umsetzung dieser. Es ist teilweise unmöglich, die Schwächen des Streifens gut zu erklären ohne zu spoilern, aber ich kann es auch nur versuchen. Um es milde zu sagen, gewisse Ideen und Entscheidungen sind nicht nur absurd, sondern auch noch derartig "lächerlich" umgesetzt worden, sodass der Film zu einer Farce verkommt. Neben solchen höchst fragwürdigen und erschütternden Entscheidungen ist da noch die sehr lange Laufzeit, die problemlos ohne eine tiefer gehende Nebenhandlung hätte so um die 30 Minuten kürzer ausfallen können. Eben die Handlung mitsamt all den kleinen und großen Ideen und deren Umsetzung könnte für bestimmte Leute (wie mich) ein Dealbreaker sein und das große Ganze ungenießbar machen. Weder die Musik, noch Schauspieler, noch Regie noch irgendwas anderes, aber eben der Kern ist einfach uneinheitlich und versucht zu oft etwas zu sein, was zum Rest nicht passt.

Fazit: Episode 8 hat mich mehr verwirrt als irgendein anderer Film dieses Jahres, da er überhaupt nicht weiß was er wann sein will; die grundlegendsten Elemente greifen überhaupt nicht ineinander und ich weiß meinerseits überhaupt nicht, was den letzten Schnitt und das Konzept dieser Episode bewegt und bestimmt hat. Letztendlich bin ich noch immer voller widersprüchlicher Emotionen und Eindrücke, aber wenn man mich dann endlich zu einer Wertung zwingen würde, fiele dieser negativer als positiver aus.

Serien-Kritik: "Big Mouth" Staffel 1

Story: 5 Kinder stehen an der Schwelle zur Pubertät, die alles andere als schön zu sein scheint...

Lieblings-Charakter: /

Ungeliebter Charakter: Der Sportlehrer. Bei weitem der unlustigste und absolut unnötigste Charakter in der gesamten Scharade.

Lieblings-Episode: /

Meine Meinung zu dieser Serie: Die Animation ist absolut scheußlich und unansehnlich (was vermutlich das Ziel war), der Humor ist infantil und sex-besessen (ebenfalls Absicht) - aber alles, egal ob Humor oder sonstige Dialoge ist so simplistisch, flach und unironisch gehalten, sodass ich absolut nicht verstehe, warum diese Serie so angepriesen wird. Sicher, es gibt absurde Ideen wie das mit dem Hormonmonster und diese haben auch sichtbares Potenzial; es ist nur, dass die Drehbuchschreiber entweder absichtlich das Potenzial nicht nutzen wollten oder es schlichtweg nicht können. Ihr aufgebautes Universum unterliegt keinerlei Regeln und so verkommt "Big Mouth" zu einem großen Insider-Witz für Outsider...bzw. zu einer Sache, die eventuell im Moment des Umstands Pupertät witzig sein würde, aber ansonsten nichts langlebiges für anspruchsvollere Gemüter. Keinerlei Empfehlung meinerseits !

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Serien-Kritik: "Better Call Saul" Staffel 3

Story: Die Rivalität zwischen Chuck und Jimmy erreicht ungeahnte Höhen, Kim muss sich als Kanzlei-Chefin beweisen und Mike versucht sich aus unnötigen Schwierigkeiten rauszuhalten...

Lieblings-Charakter: Dies ist eindeutig Chuck McGills Staffel und Michael McKean schafft es mitsamt eines tollen Drehbuchs, die gesamte Problematik des einzigen Charakters darzulegen, der James McGill/Saul Goodman am längsten kennt. Sicher, sein Bruder Jimmy und auch Kim haben durchaus ihre dramatischen Momente, aber für mich gehört diese Staffel ganz klar ihm.

Ungeliebter Charakter: /

Lieblings-Episode: Episode 10 "Laterne". Einfach wow. Ein starkes Finale. Alles andere wäre ein Spoiler.

Meine Meinung zu dieser Staffel: Seit der zweiten Staffel war ich sehr gehypt und in gewissen Bereichen wurden meine Erwartungen bei weitem übertroffen; besonders was die Dynamik zwischen den McGill-Brüdern angeht. Andererseits kann man noch so einiges aus Charakteren wie Kim und Mike rausholen, besonders die erste hat da nicht so viel Entwicklung gehabt wie in der vorigen Staffel. Das starke Ende macht einem das Warten auf die vierte Staffel aber unglaublich schwer !

Dienstag, 12. Dezember 2017

Anime-Kritik: "Fate/stay night: Unlimited Blade Works" (2014-2015)

Story: Es herrscht ein erbitttlicher Kampf um den allmächtigen Heiligen Gral zwischen jeweils sieben Magiern, die zu ihrer Unterstützung auf jeweils einen Helden aus der Geschichte/Sagen zurückgreifen können. Unvorhergesehene Umstände sorgen dafür, dass ein unbeteiligter Schüler in diesen ewigen Kampf hineingezogen wird...

Lieblings-Charakter: Sicher, die menschlichen Protagonisten sind recht ergreifend und man fiebert schnell mit ihnen mit, aber mein Favorit ist eindeutig eine bestimmte Beschwörung, von der ich nicht einmal sicher bin, ob ich diese verraten soll. Die meisten haben eine bestimmte und vereinnehmende Persönlichkeit, aber diese bestimmte Beschwörung repräsentiert diesen einen bestimmten Helden mit so viel Charisma, so dass jeder andere Charakter im Vergleich zu ihm verblasst. Ich hasse es auch, extrem vage zu sein, aber eine der besten Sachen des Anime sind definitiv die Beschwörungen und das Herausfinden, wem sie nachempfunden sind.

Ungeliebter Charakter: Shinji. Irgendwie war er so...langweilig wahnsinnig und nicht interessant wahnsinnig. Aber der Anime gibt ihm eh kaum Zeit zur Charakterentfaltung.

Lieblings-Episode: Episode 22 "Ein Wintertag, ein weiterer Heimweg". In dieser Episode passiert nicht viel an Action, aber was hier an Action fehlt, wird an Emotionen wiedergutgemacht. Ich habe aber auch eine gewisse Schwäche für diese "Wir bereiten uns auf den letzten Kampf vor"-Szenen/-Episoden.

Meine Meinung zu diesem Anime: Eine absolute Empfehlung meinerseits für einen Anime, der eine geniale Idee superb umsetzt und in allen Belangen überzeugt...fast in allen. Er hätte nur einigen anderen Charakteren mehr Zeit geben können und etwas von Dialogen anderer wegschneiden können, aber dies ist Kritik auf einem hohen Level. Zugegeben, man braucht etwas Einstiegszeit, aber wenn man erst mal tief drin ist, dann kann man nicht mehr so leicht mit dem Schauen aufhören und ich könnte kaum eine größere Empfehlung für eine Serie oder einen Film aussprechen.
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