Montag, 2. Oktober 2017

"Kingsman: The Golden Circle"

Story: Nachdem Eggsy vor einem Jahr den Kingsmen half, die Welt zu retten, muss er es dieses Mal zusammen mit der amerikanischen Schwesterorganisation Statesmen machen...

Der erste Teil war eine kunterbunte Wundertüte, einerseits scharfzüngig das Spionen-Genre veräppelnd und andererseits mit inniger Liebe ehrend. Die Fortsetzung macht so ziemlich genau das, was man von einer Fortsetzung erwartet, nämlich mehr Action, mehr Humor und mehr Wahnsinn. Den Schauspielern kann man hier keineswegs einen Vorwurf machen und dem Regisseur auch nicht, aber das Drehbuch ist einfach viel zu überfüllt mit Nebenhandlungen, die einen über eine viel zu lange Laufzeit sehr schnell überfordern und übermüden. Man kann nur eine bestimmte Menge an wahnsinnigen und unrealistischen Sequenzen ertragen bis der Effekt nachlässt und man gelangweilt/nüchtern zurückbleibt.

Fazit: Der zweite "Kingsman" will einfach zu viel für sein eigenes Wohl und wäre besser darin beraten, seine Kreativität und seinen Wahnsinn in Bahnen zu lenken.

Freitag, 29. September 2017

"Alien: Covenant"

Story: 2014 brach das allererste Besatzungsschiff der Menschheit "Covenant" auf, um einen neuen Planeten mit 2000 Siedlern zu bevölkern, doch vor ihrer Ankunft werden sie aus dem Kryoschlaf von dem Androiden Walter geweckt - das Schiff wurde von einer Stoßwelle getroffen. Dabei empfängt die Crew ein seltsames Signal, das dem von Menschen gleicht und entscheidet sich, dem nachzugehen...

Ich fand schon "Prometheus" dämlich, aber "Covenant" sprengt einfach mal alle Grenzen was das angeht: Die Crew kann keinerlei Protokolle oder Sicherheitsmaßnahmen befolgen und ist gnadenlos Serienkiller-Xenomorphs ausgesetzt, die absolut unverwundbar sind...zumindest bis sie es nicht mehr sind. Es wird auf allerlei etablierte Regeln geschissen, von der Infektion über die Inkubation bis zum Reifen des Xenomorphs; vor allem die Intelligenz der menschlichen Crewmitglieder ist auf dem Rekordtiefstand und es ist ein reines Wunder, wie sie als Astronauten ausgewählt wurden und ein Android in Angesicht von Michael Fassbender hat ausgerechnet das meiste Charisma, die beste Darstellung und die meiste Charakterentwicklung. Gepaart mit obszön und lächerlich wirkenden Mengen von Computer-Blut muss man einfach zugeben, dass Ridley Scott die Magie verloren hat und nicht mehr dazu fähig zu sein scheint, die Franchise wieder großartig zu machen. Hier gilt das Gleiche wie schon bei "Stirb langsam", "Terminator" oder "Indiana Jones": Bitte keinen weiteren Film mehr machen, denn Leichenschändung ist einfach nicht cool.


Fazit: "Alien Covenant" versagt vor allem durch ein katastrophales Drehbuch und ein mangelndes Verständnis für Ideen und Machart der Franchise an sich seitens eines der Schöpfer. Bitte keinen weiteren Ableger mehr.

Donnerstag, 28. September 2017

"Brad`s Status"

Story: Brad führt ein gutes Leben mit einer Frau und Sohn, die ihn beide lieben und letzterer hat gute Chancen, demnächst an ein gutes College zu kommen. Doch als er dazu gebracht wird, mit seinen ehemaligen Freunden Kontakt zu haben, kann er nicht anders, als sich immer mehr zu hinterfragen, ob sein Leben auch wirklich so gut ist...

Die Handlung hört sich in gewisser Weise recht eintönig an und ja, trotz einiger Gags ist dies vor allem ein Drama. Je nachdem ob man als Zuschauer etwas mit Themen wie Depression und Mid-Life-Crisis etwas anfangen kann, wird man diesen Film entweder mögen oder nicht mögen. Obwohl alle Schauspieler hier sehr gut sind (und Ben Stiller eine seiner besten Leistungen bringt), so kann es manch einen sehr stark irritieren/langweilen/frustrieren, dass jemand in der Position von Brad ohne wirkliche finanzielle oder personelle Sorgen dennoch Gefühle von Frustration und dem Verpassen vom Leben an sich entwickeln und haben kann. Da ich persönlich diese Gefühle auch schon hatte, konnte ich Brad als Charakter gut verstehen und in gewisser Hinsicht sogar sympatisieren und somit finde ich den Film insgesamt auch recht gut als Drama.

Fazit: Ben Stiller führt eine klasse Schauspielertruppe an, aber der Gesamteindruck wird stark vom Zuschauer abhängen.

"The LEGO Ninjago Movie"

Story: Sechs junge Ninjas beschützen im geheimen ihre Stadt vor dem Bösen, doch müssen sie dabei vor allem zuerst lernen, als Team zu agieren...

Ich bin ein großer Fan des ersten LEGO-Films, ebenso wie des "LEGO Batman"-Films - beide sind nicht nur großartig animiert, sondern auch noch entweder gefüllt mit Herz und/oder Satire und sorgen somit für einen Mehrwert beim Wiederschauen. Der "Ninjago"-Ableger konzentriert sich hier auf eine spezifische Marke, die nicht gänzlich unpopulär ist, aber dennoch bei weitem nicht den Maßstab der letzten beiden Streifen kreieren kann. Hierbei kommt auch noch hinzu, dass man dieses Mal "nur" ein bloßes Abenteuer für die ganze Familie auf die Beine stellt, was insgesamt recht OK bis gut gelingt; man darf bloß nicht irgendwelche Überraschungen bei der Handlung oder thematische Auseinandersetzung mit der Marke erwarten - anders als mal wieder eine großartige Animation, denn diese gibt es auch hier.

Fazit: Keineswegs schlecht, aber eben auch nicht mehr als solide ist der "Ninjago"-Film der bisher schwächste aus der "LEGO"-Reihe - wenn auch nur, weil er sich auf seine Konventionen beschränkt.

Freitag, 22. September 2017

"To the Bone"

Story: Ellen leidet an Anorexie, was bei ihrer schwierigen Familiensituation eine noch schlimmere Auswirkung auf ihr Leben hat als sonst schon; ihre Stiefmutter sieht nach zahlreichen Therapien keinen anderen Weg mehr, als sie zu einem experimentellen Therapeuten zu schicken...

Netflix hat sich in der Vergangenheit nicht so stark mit eigenen Filmen bekleckert und war auch nicht allzu...delikat bezüglich sensibler Themen wie Suizid z.B. Meiner Meinung nach wird Anorexie an sich keineswegs stilisiert oder verschönert...eher das Gegenteil, was besonders in der zweiten Filmhälfte sichtbar wird durch einige krasse Szenen. Lilly Collins gibt eine durchaus überzeugende Darstellung als Ellen ab, der man sofort all ihre Probleme ansieht. Witzigerweise spielt hier Keanu Reeves den Therapeuten, der für mich einfach nur viel zu wenig eingesetzt wurde und sein Charisma an einer eher blasseren Rolle verloren gegangen ist. Ansonsten kann man noch sagen, dass der Streifen an sich recht gut gefilmt wurde mit teils recht farbkräftigen Bildern und auch der Soundtrack mitsamt dem Sounddesign sehr gelungen ist. Das Drehbuch an sich ist jetzt keine Katastrophe, aber die letzten 10 Minuten wirken sehr distanzierend und in meinen Augen auch irgendwo wie eine verpasste Chance - mag sein, dass man nicht allzu drastisch sein wollte, aber ich denke nicht, dass es der Dramaturgie schaden würde, hätte man eine andere Option gewählt.

Fazit: "To the Bone" ist weder Meisterwerk noch Totalausfall, sondern ein ordentlicher kleiner Film über Anorexie ohne Romantisierung dieser.
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