Donnerstag, 22. Juni 2017

Anime-Kritik: "Elfen Lied" (2004) - Perspektive Zwo

Da meine Freundin eine bereits mehr als ausführliche Kritik mit Hintergrundinfos & Co. zu diesem Anime verfasst hat, bleibe ich mit meiner deutlich kürzer als sonst.

Extrem simpel beschrieben ist der Anime als eine Art Kreuzung von Gore und Drama zu verstehen...ich hatte bei der ersten Episode noch Angst, dass dies ein weiteres Beispiel von exzessivem "Fanservice" (also Zeigen nackiger Mädels/Jungs für hormonelle Stimulierung des Zielpublikums) wäre, doch entwickelt sich das Ganze immer mehr zu einer vielschichtigen Tragödie. Wie auch bereits in der ersten Kritik erwähnt, wirkt der Anime immer weniger wegen den brutalen Szenen und mehr wegen herzzerreißenden Entscheidungen der Charaktere - generell ist "Elfen Lied" ein Anime, das sich weniger wegen der Animationsqualität (die im Durchschnitt eher nicht so spektakulär ist) und umso mehr aufgrund des Konzepts und der Dualität von Themen wie Liebe/Hass und Zuneigung/Verachtung im Kopf einbrennt.

Sonntag, 18. Juni 2017

Serien-Kritik: "Dexter" (Staffel 7)

Story: Nachdem Dexter kurz davor stand, sein letztes Opfer zu töten, wird er von Debra erwischt und so versucht seine Adoptivschwester ihn von seinen Trieben abzuhalten...

Lieblings-Charakter: Ohne Frage der russische Mafiaboss Isaak Sirko, der einfach so viel Charme besitzt (ebenso wie eine faszinierende Hintergrundgeschichte), dass er locker der Lichtblick der Staffel ist.

Ungeliebter Charakter: /

Lieblings-Episode: Es gab dieses Mal keine komplette Episode, die ich extra erwähnen wollen würde.

Meine Meinung zu dieser Staffel: Mittlerweile ist "Dexter" eine Melodrama geworden mit Schicksalsschlägen und Gefühlsschwankungen - und das Morden mitsamt dem schwarzen und beißenden Humor ist in den Hintergrund getreten. So langsam merkt man wie die Serie ausblutet.

Donnerstag, 15. Juni 2017

"Cars 3"

Story: Lightning McQueen ist in die Jahre gekommen und verliert immer mehr Rennen gegen den jüngeren Storm und sieht sich bereits mental auf dem Schrottplatz...naja, fast, denn um zurück zu seinen Wurzeln zu finden, will er sich zusammen mit dem Trainer Cruise auf seine Ur-Instinkte besinnen...

Ich hätte zwar die "Cars"-Filme noch aufrollen können, aber nüchtern betrachtet lassen sich beide so zusammenfassen: "Cars" ist eine schamlose und schamlos mittelmäßige Kopie von "Doc Hollywood" und "Cars 2" ist ein miserables Wrack und bei weitem der schlechteste Pixar-Film. "Cars 3" findet glücklicherweise vom Desaster zurück zur Mittelmäßigkeit zurück...wie auch immer man das finden kann. Die erste Hälfte ist purer Leerlauf und die zweite Hälfte ist besser, weil sie Anleihen aus Filmen wie "Rocky" nimmt und eine tolle Moral für Groß und Klein beisteuert. Cruise ist mit weitem Abstand der beste Charakter der "Cars"-Franchise, da er eine einladende Persönlichkeit hat (und einer der sehr wenigen, die überhaupt eine Persönlichkeit haben), die Animation ist wie gewohnt auf einem sehr hohem Level und ebenso gewohnt für diese Franchise sind die Gags einfach nur lahm und uninspiriert.

Fazit: "Cars 3" ist hoffentlich der letzte Teil eines der sinnlosesten Franchises überhaupt...wenn man vom Merchandise absieht.

Montag, 12. Juni 2017

"Alien"-Special: "Alien - Die Wiedergeburt" (1997)

Story: 200 Jahre nach ihrem Tod wird Ripley zum ersten Mal erfolgreich von Militär-Wissenschaftlern geklont, um auch die Alien-Königin aus ihr zu klonen und somit eigene Xenomorphe zu züchten, um diese als Waffe einzusetzen...

Man hätte ja schon beim letzten Film lernen können, dass zu viel Studioeinfluss eher schadet als hilft - und hier geht es auch munter weiter. Gierig nach weiterem Profit zerrt man Sigourney Weaver wieder rein, deren Ripley dank dem Mix an Xenomorph-Blut dauergeil ist. Auch weitere talentierte Leute wie Winona Ryder oder Ron Perlman werden hier nur auf das Nötigste beschränkt und dürfen einseitige Charaktere spielen, die man auch als "überdreht" bezeichnen könnte (jeder auf die eigene Weise). Das größte Problem ist hier objektiv vermutlich das Drehbuch von dem damals eher unbekannterem Joss Whedon, der einen eher lockeren Ton in die Reihe bringen wollte, während der Regisseur seinerseits zu den Horror-Wurzeln zurückkehren wollte. Wenn man "Alien 3" irgendwie verteidigen könnte, dann für einen ambitiösen Versuch, eine eher frische Richtung für die Franchise einzuschlagen; hier ist es einfach nur ein erbärmlich lächerlicher Versuch, den Unterhaltungsfaktor von "Aliens" zu kopieren. Dank zahlreicher viel zu urkomischer Szenen zum Erwähnen ist "Alien - Die Wiedergeburt" bestenfalls nützlich für einen herrlichen Trash-Abend mit reichlich Alkohol, denn einzig die Szene, in der Ripley auf die gescheiterten Klon-Versuche trifft, ähnelt vom Ton her dem Geist der Franchise...ansonsten ist es eine reine Ansammlung aus billigen Klischees und Slapstick.

Fazit: Das schwarze Schaf der Franchise.

Sonntag, 11. Juni 2017

"Alien"-Special: "Alien 3" (1992)

Story: Ripley erleidet nach der letzten Flucht Schiffbruch auf einem Gefängnisplaneten und ist die einzige Überlebende und Frau, die sich nicht nur gegen zahlreiche Männer, sondern auch noch gegen ein mögliches anderes Alien durchsetzen muss...

Unfairerweise ist dies der allererste Film von David Fincher - und er hatte so gut wie keine Kontrolle über das finale Produkt, es war eher ein Durcheinander von Studioeinflüssen. Er wollte einen eher menschlicheren Film mit religiösen Einflüssen und das Studio wollte wiederum einige andere absolut wirre Sachen, Star Sigourney Weaver wiederum etwas noch Krasseres (wie Geschlechtsverkehr mit einem Xenomorph); "Alien 3" hat aber auch eine interessante Idee, nämlich die eines Aliens, das in einem Tier ausgebrütet wird und man sich eben auch fragt, was alles als Brutstätte dienen kann.

Aber die Religion funktioniert nicht wirklich als Thema, noch weniger in der Kinofassung, da dieses nicht tief genug behandelt wurde. Auch das Thema Familie was ich so halbwegs rauslesen kann wurde mit der Anfangsszene brutal zunichte gemacht und mit dem Ende nur fast gerettet - das Ende ist generell die beste Szene des Films, da sie von der Machart und der Idee allein Potenzial hätte, eine der besten der gesamten Franchise zu werden und es war definitiv, was man Fincher nur hoch anrechnen konnte.

Insgesamt ist dies wie bereits erwähnt ein komplettes Durcheinander ohne die Spannung, Action oder Horror der vorherigen beiden Teile mit reichlich depressiver und bedrückender Stimmung (woran man Fincher recht gut erkennt), eher blassen Darstellungen (inklusive Weaver) und einem Dauerkonflikt von zahlreichen Themen, die alle zusammen einfach nicht funktionieren.

Fazit: Schmerzlich durchschnittlich.
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