Samstag, 10. August 2013

"RED 2"

Story: Statt Ruhestand steht Frank Moses ein weiteres Abenteuer mit seiner Freundin Sarah und seinem Kumpel Marvin bevor und diesmal geht es ums Entschärfen einer Moskauer Bombe während eine Ex-Kollegin hinter ihm her ist...

"RED 2" ist im Prinzip so ziemlich das Gleiche wie der erste Teil, nur schwächer. Es ist zwar etwas her, aber ich kann mich an "RED" als einen Comicbuchfilm erinnern, der ähnlich "Expendables" ältere Leute als Actionhelden auftreten ließ, nur halt mit stärkerem Fokus auf schwarzen Humor und Absurdität des Konzepts (während "Expendables" eher auf den Cast selbst angewiesen ist). Und Malkovich hat im Prinzip den Film "gestohlen". "RED 2" hat mehr jüngere Leute und statt Morgan Freeman Catherine Zeta-Jones (die hier leider auch am schlechtesten abschneidet) und Anthony Hopkins (der ja sowieso mit fast jedem den Boden aufwischen kann). Hier bringt die Besetzung mit Willis, Mirren, Malkovich usw. auch so ziemlich den einzigen wahren Grund, sich diesen Film vielleicht doch anzuschauen: Die Action ist größtenteils ordentlich und der Humor funktioniert auch an Stellen, dafür ist die Story einfach zum Wegbomben.

Fazit: "RED 2" ist eine akzeptable Lösung für die Langeweile zwischendurch.

Donnerstag, 8. August 2013

"Musical-Monat": "Der Zauberer von Oz"

Story: Die 12-jährige Dorothy aus Kansas landet durch einen Tornado mit ihrem Hund Toto im magischen Land von Oz. Um nach Hause zu kommen, muss sie in die Smaragdstadt zum Zauberer von Oz und wird im Laufe ihrer Reise von der Vogelscheuche, dem Zinnmann und dem ängstlichen Löwen begleitet, die ihrerseits auch ihre Wünsche erfüllt haben wollen...

Wer sich schon immer gefragt hat, ob "Over the Rainbow" wirklich von dem Hawaiianer "IZ" ist: Nein, das Lied stammt tatsächlich aus diesem Film und wird (meiner Meinung nach) hier viel besser von Judy Garland gebracht und hier hat das wahrscheinlich beste Lied dieses Musicals eine Berechtigungsbedeutung, denn es beschreibt den Film und auch interessanterweise das Original-Buch sehr gut. Die erschaffene Welt von Frank L. Baum bildet eine komplett farbenfrohe und verträumte Realität als den grauen und tristen Alltag, weswegen "Over the Rainbow" im Prinzip den Schlüssel zu Oz bietet, zu dem man an schwarzen Tagen entfliehen will. Und das mit "grauem Alltag" haben die Filmemacher ernst genommen, denn die Kansas-Szenen sind für die Zeit noch typisch schwarz-weiß, während alles in Oz gar nicht grell und bunt genug sein könnte.

Und wenn es Dorothy wieder nach Hause schafft, dann dämmert es ihr wie auch dem Zuschauer: "there is no place like home" und man wird praktisch mit sepia-farbenen Melancholie überzogen. Und all diese Kontraste geben erst den Eindruck von der Qualität dieser Verfilmung wieder, denn nur diese geben dem Gesamtwerk auch die Wirkung, dem Märchen so nah wie keine andere Verfilmung zu kommen trotz vieler Änderungen; wenn man es geschickt schafft, einen im Film aus der Realität in die Fiktion und dann wieder zurück in die Realität so sanft zu führen, dass man vergisst, dass selbst diese falsche Realität Fiktion ist, dann hat der Film auf jeden Fall etwas richtig gemacht.

Top-Lieder: "Over the Rainbow", "Ding Dong the Witch Is Dead", "Follow the Yellow Brick Road"

Fazit: Mehr als zurecht ein Klassiker und definitiv sehenswert allein für Fans des Original-Werks !

Montag, 5. August 2013

"Die Schlümpfe 2"

Story: Schlumpfine fühlt sich im Dorf der Schlümpfe ausgeschlossen (einerseits als einzige Frau und andererseits weil sie der einzige "künstliche" Schlumpf ist) und will aus diesem auch möglichst bald raus. Währenddessen hat es Gargamel unter den Menschen zu einem Star-Zauberer gebracht, der aber immernoch von einer totalen Weltherrschaft träumt und seine Lümmel Zickie und Hauie sind da falsch für, weil sie halt keine richtigen Schlümpfe sind. Achja, da ist ja noch der Plot rund darum, wie Patrick lernen muss, mit seinem Stiefvater klarzukommen...

Warum Neil Patrick Harris wieder zurückgekommen ist...weiß ich auch nicht, die Sitcom-Checks sind wahrscheinlich auch nicht mehr so gut wie sie mal waren (wenn man bedenkt, dass er der Star seiner Sitcom ist). Hank Azaria hat vielleicht die Zeit seines Lebens, muss sich dafür aber regelrecht ins Bodenlose degradieren lassen, weil Kinder ja generell dumm sind und nicht mehr als Slapstick schlucken können.

Die Schlümpfe selbst sind einerseits das nervigste und das unwichtigste Element ihres eigenen Films (werden da schon Erinnerungen an andere Franchises wach, wo die Normalo-Menschen wichtiger waren als die Kult-Charaktere selbst ?). Klar, man mag behaupten, dass es bei der Geschichte ja hauptsächlich um Schlumpfine und ihre Herkunft geht (was ja auch mehr oder weniger korrekt aus den Comics übernommen wurde). Aber warum zum schlumpfverdammten Schlumpf braucht Gargamel denn noch die Schlümpfe ? Er ist einer der größten Stars unter den Menschen, seine Zauberkraft ist beeindruckend und schier grenzenlos - wofür braucht er noch etwas anderes zur ultimativen Weltherrschaft in einer Welt ohne Konsequenzen und voller Vollidioten ? Und der einzige Unterschied zwischen den Lümmeln und Schlümpfen scheint nur noch die Farbe zu sein, denn alleine die Zauberformel für Schlümpfe ändert ja ihr Verhalten nicht.

Weil den 5 Drehbuchschreibern nichts Neues einfällt, kommen die Schlümpfe eben dieses Mal nach Paris, weil sich niemand für das Original-Material interessiert und man mit dem Original-Setting ja nichts machen kann (irgendwie müssen die lästigen Menschen noch reingequetscht werden). Und das "Beste": Quetschen wir nebenbei auch noch so viel Mal das Wort "Schlumpf" überall hin, wo wir wollen - wenn ich schon nach einer halben Stunde bei ungefähr 50 "Schlumpf"-Wörtern angekommen bin, dann könnt ihr euch vorstellen, wie nervig das Ganze am Ende wurde.

Ich kann mir auch schon vorstellen, was manche zu dieser Kritik sagen könnten: "Ist ja nur ein Kinderfilm, wen kümmerts, ob es mit genügend Sorge gemacht wurde". Kinder verdienen deutlich besseres als diesen billig und schnell hingerotzten Schrott. Ist zumindest meine Meinung.

Fazit: Kinder muss man so etwas nicht aussetzen, denn es gibt entweder schon genügend tolle Filme für sie oder man kann ihnen auch vorlesen oder oder oder...bitte unterstützt diese Art von Film nicht.

Sonntag, 4. August 2013

"Wolverine: Weg des Kriegers"

Story: Wolverine wird nach Jean Greys Tod von Gewissensbissen geplagt und reist mürrisch nach Japan, wo der von ihm einst gerettete und nun sterbende Bekannte Yashida das Angebot macht, ihn sterblich zu machen und nebenbei auch noch den Krebs zu besiegen. Bevor es jedoch dazu kommt, muss Wolverine aber sich noch nebenbei mit der Yakuza und einer mysteriösen Gegenspielerin Viper anlegen...

Man kommt nicht um den Fakt drumherum, denn wie man es auch dreht und wendet: Der 2009er Wolverine-Film war scheiße. Man hat nicht nur seine Figur, sondern auch noch bsw. die von Gambit, Cyclops und vor allem Deadpool in den Dreck gezogen - die Action kann versuchen, so bombastisch wie möglich zu sein, aber schlechte Geschichte und beschissene Charaktere --> das ruiniert jeden Film. Der von 2013 konnte doch gar nicht so schlimm werden, oder ? Nein, er ist nicht so schlimm, aber ganz fehlerlos ist er auch nicht.

Das Beste ist zweifellos eine erwachsenere Herangehensweise an den Charakter von Wolverine. Ja, es ist zugegebenermaßen super, ihn im Kampf zu sehen, aber andererseits tut ihm etwas Erdung auch gut. Man wird hier nicht zu viel damit erschlagen, aber die Figur ist nach diesem Film auf jeden Fall erwachsener als in all den vorigen "X-Men"-Filmen und ihren Spin-Offs. Es war außerdem eine prima Entscheidung, auf jeden Fall all die anderen "X-Men" aus diesem Film rauszulassen - es ist Wolverines Film und das spürt man in jeder Szene; glücklicherweise "gehört" Hugh Jackman diese Rolle schon längst und er kann diesen Vorteil immer wunderbar bringen.

Die Nebenfiguren waren OK, aber leider nichts wirklich besonderes, auch wenn Yukio einen ordentlichen Sidekick hermacht und Kenuichio jedem Parkour-Enthusiasten die Show stehlen würde mit seinen Ninja-Fertigkeiten. Was am allermeisten enttäuscht ist Viper, die einfach mal so richtig langweilig und uninspiriert wirkte, um nicht zu sagen gar fehlplatziert. Actionmäßig hat der Film die wohl netteste Zug-Szene des Jahres und ist ansonsten recht blutfrei (was aufgrund der Freigabe unüberraschend ist).

Fazit: Es ist vielleicht nicht der ultimative Wolverine-Film, aber auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung. Hier wird etwas mehr Wert auf Charakter als auf Story gelegt, weswegen diese insbesondere gegen Ende ins Lächerliche abdriftet und doch würde ich sagen, dass Logan der Tapetenwechsel eher gut als schlecht getan hat. So gesehen ist das hier der zurzeit beste Superheldenfilm des Jahres (der Titel, der schon hoffentlich bald von "Kick-Ass 2" übernommen wird !)



Samstag, 3. August 2013

"42"

Story: Der Manager der Brooklyn Dodgers Branch Rickey will unbedingt mehr schwarze Spieler im Baseball sehen (vor allem wegen dem potentiellen Profit) und holt deswegen Jackie Robinson mit der Nummer 42 in sein Team, trotz Proteste von allen Seiten. Auch wenn er einschlägt wie eine Bombe, hören die ganzen rassistischen Beleidigungen nicht auf und der sportliche Erfolg sowie der Rückhalt einiger Leute sind das Einzige, was Robinson noch anzutreiben scheint...

Dieser Film macht im Prinzip alles richtig, was ein Sportfilm machen sollte: Er konzentriert sich auf den Protagonisten und allgemein auf die Personen mehr als auf den Sport. Chadwick Boseman bringt einen überzeugenden Mann, der sich ständig Wut und Aggressivität stellen muss ohne zurück zu provozieren. Harrison Ford als Manager Rickey ist eigentlich so gut, dass er relativ nah an eine Oscar-Nominierung rankommt, so undurchsichtig und begeistert er hier auftrumpfen kann. An dieser Stelle kann ich ja dann auch erwähnen, wie glaubhaft die Personen in ihrer Zeit generell rüberkommen: Dass in den ersten Nachkriegsjahren noch heftiger Rassismus herrschte, wird einem hier mehrmals deutlich, aber glücklicherweise nie so, dass es einem die Kehle runtergestopft wird und nie so, dass man eine falsche Vorstellung der Tatsachen bekommen könnte. Ansonsten ist das hier ein weiterer "amerikanischer Traum"-Film, was im Bezug auf die Geschichte ja auch Sinn macht und die Inszenierung wirkt wenigstens nicht so klischeehaft wie befürchtet.

Fazit: "42" ist ein guter Geheimtipp für den Kino-Sommer und auf jeden Fall ertragbarer als der Großteil davon, weil gut gemacht und sogar auch begeisternd, obwohl es sich hier um Baseball handelt.
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