Dienstag, 27. November 2012

"Killing Them Softly"

Story: Jackie Cogan soll im Auftrag der Mafia einen Überfall auf eine illegale Pokerrunde untersuchen...

"Killing Them Softly" ist hartes Stück Tobak für einen "Mainstream-Film", voll mit Stars wie Brad Pitt und Ray Liotta (nett, ihn mal wieder in einem größeren Film zu sehen) und einer depressiv-rücksichtslosen Botschaft für ein Amerika aus 2008 (zugegeben, allzu viel hat sich in Bezug auf 2012 nicht verändert). Es ist ein klassischer Thriller mit reichlich Dialogen und etwas Action, die, wenn sie passiert, keine Gnade kennt; eine Szene bleibt da einem besonders in Erinnerung, die ähnlich wie in "Drive", den Film diskussionswürdig machen wird.

Die Originalfassung ist 40 Minuten länger als die Kinofassung und das kann man an vielen Stellen deutlich sehen, wo bestimmte Charaktere mal auftauchen und dann wieder ins Nichts verschwinden. Kombiniert mit dem dreckigen Look kann das als positiv gewertet werden, aber storymäßig hält es den Film meiner Meinung nach zurück, weil man in den 40 Minuten wahrscheinlich um einiges mehr rausholen könnte aus den klasse gespielten Charakteren.

Fazit: Als "Director`s Cut" vermutlich besser als die Kinoversion, die für sich allein ein angenehm unangenehmer Thriller mit realistischer Action ist. So realistisch, dass man jeden Bruch, Schuss und Tod spüren kann. Die Botschaft des Films ist trotz 4 Jahren Unterschied als Romanverfilmung immer noch aktuell und hat nichts von ihrer Bedeutung verloren.

Sonntag, 25. November 2012

"Flight"

Story: Whip Whitaker genießt sein Leben mit ordentlich Alkohol, Drogen und Frauen. So ist es keine Überraschung, als er vollkommen zugedröhnt ein Flugzeug mit 102 Insassen in einem spektakulärem Manöver bruchlandet und "nur" 6 Leute dies nicht überleben. Whitaker wird schnell zum Held der Presse, während die Flugfahrtkomission ihre Untersuchungen zum Crash beginnt...

Robert Zemeckis kehrt (endlich) wieder zum Realfilm zurück und schafft mit "Flight" einige beeindruckende Sachen, wie beispielsweise eine der intensivsten und spektakulärsten Flugszenen in der Geschichte des Kinos. Anders als man es vorerst vermuten würde (durch den Trailer z.B.), ist dieser Film aber mehr Charakterstudie als Flugaction. Denzel Washington liefert als Protagonist eine gewohnt exzellente Darstellung ab und zeichnet für uns einen gebrochenen Alkoholiker, der seine Sucht nicht mehr unter Kontrolle hat, darunter leidet und dennoch nicht anders kann, als weiter zu trinken.

Fazit: Zemeckis beweist wieder sein Gespür für Massentauglichkeit mit einem fehlerhaften Helden und einer Tat, wie man sie nur zweiseitig zu bewerten hat. Ganz tolles Drama.

"Cloud Atlas"

Story: Der Film besteht insgesamt aus 6 Episoden im Zeitraum von 1849 bis 2346, in denen Schicksale scheinbar eng miteinander verbunden sind...

Um ehrlich zu sein, ist es ziemlich schwer, über diesen Film zu schreiben. Man weiß nicht einmal, wo man genau anfangen soll: Der Geschichte, den Ideen, dem Design, der Geschichte hinter dem Film als teuerste deutsche Produktion...dem gnadenlosen Scheitern an den Kinokassen. Was ich ganz sicher sagen kann: Es ist unglaublig ambitional, vielleicht sogar der ambitionalste Film seit "Matrix"; welch ein Zufall, insbesondere weil die Wachowski-Geschwister wieder als Regisseure involviert sind, diesmal in Partnerarbeit mit Tom Tykwer ("Das Parfüm", "Lola rennt"). Man kann also berechtigt bildgewaltige Szenen in perfekt aufgesetzten Stilen, die je innerhalb der verschiedenen Epochen vorhanden sind, ebenso wie der Wechsel der Genres von Sci-Fi über Romanze bis hin zur Comedy. Mit anderen Worten: Ein Potpourri voller Kreativität, Philosophie und den passenden Schauspielleistungen, die hier viele Hollywood-Stars abliefern (von Halle Berry über Hugo Weaving bis Ben Whishaw). Und doch stimmt hier scheinbar einiges nicht.

Mir ist durchaus bewusst, dass es eine Romanverfilmung ist (was wahrscheinlich bedeutet, dass ich das Original lesen muss, um absolut alles zu verstehen), was vielleicht zum größten Problem des Films wird. Ich weiß nicht, wie gut der Film dem Romanverlauf folgt, aber aus 6 Episoden innerhalb von ca. 3 Stunden bestehend, immerzu zwischeneinander wechselnd (womit auch die Genres wechseln, s.o.) und trotz vieler klugen philosophischen Ansätze doch nie einen klaren roten Faden zu haben scheinend, ist "Cloud Atlas" kein Film für Zwischendurch. Es ist ein Blockbuster, der eine 100%-ige Aufmerksamkeit vom Zuschauer fordert und ihn mangels dieser schwer bestrafen kann.

Ich könnte auch 6 weitere Paragraphen über diesen Film weiterschreiben und dennoch nie wirklich zum Schluss kommen, was eindeutig für seinen Eindruck auf mich spricht. Ich sah nämlich schon eine lange Zeit nicht mehr einen Film, bei dem ich mir einfach unsicher bin, was ich von ihm denken soll und stattdessen einfach überwältigt bin von dem, was ich sah und erleben durfte.

Fazit: Unbedingt anschauen, einer der Pflichtfilme der letzten Jahre. Ich kann euch hier leider keinerlei Bewertung liefern, weil ich ihn mir zwangsweise mehrmals ansehen muss, um einen finalen Eindruck zu haben.

Samstag, 24. November 2012

"Posession"

Story: Als die 10-jährige Emily Brenek eine alte Holzkiste findet, fangen an, seltsame Sachen im Haus zu passieren und sie selbst verändert sich auch immer mehr...

Ich persönlich habe für 2012 langsam die Schnauze voll mit uninspirierten, langweiligen/unfreiwillig komischen und faul gemachten Filmen aus dem "Exorzismus"- oder/und "Found Footage"-Genre. Erwartet hier bitte um Himmels willen (haha, In-Joke) keinen "Der Exorzist" mit all seiner Atmosphäre, tollem Schauspiel, phänomenalem Make-Up, Setting, exzellentem Schauspiel und Regiearbeit plus unverwechselbarem Soundtrack. Ja, es ist kein Meisterwerk. Überraschenderweise macht der Film vereinzelte Sachen dann doch richtig.

Selbst wenn ihr viele solcher Filme gesehen (und somit mindestens 90% aller Schock-Momente voraussagen könnt) habt, gibt es hier dennoch ein paar wirklich gut bis sehr gut gemachten Szenen, von denen ich mir wünsche, sie wären nicht in diesem Film gewesen. Mein Favorit war auf jeden Fall eine besondere Nacht-Szene - "Paranormal Activity": So nutzt man die Dunkelheit wirklich aus ! Nehmt noch eine kluge Kameraarbeit hinzu und ihr habt einen Schock-Effekt, wo man sich ansonsten unwohl fühlen würde. Die Charaktere sind zugegebenermaßen keine Arschlöcher, sprich, ich will die alle überleben sehen (besonders den Vater), aber leider sind sie auch öfters geistig beschränkt (ansonsten würden solche Filme ja auch nicht funktionieren). Was den Film für mich persönlich ruiniert ist ein Finale, dass so lächerlich, so herzlos und so hastig zusammengeschustert wurde, sodass ich es nicht einmal lächerlich, sondern einfach nur faul nennen kann.

Fazit: Trotz einer unbestreitbaren Linearität im Aufbau, setzt "Posession" vereinzelte Nadelstiche, die ein Potenzial aufblitzen lassen, das hier leider nie ganz ausgespielt wird. Achja, und vom Ende will ich gar nicht erst anfangen.


"Die Qual der Wahl"

Story: Cam Brady vertritt nun schon seit 4 Legislaturperioden die Demokraten in seinem Wahlkreis in North Carolina und spielt als absolutes Arschloch seine Rolle als Politiker scheinbar perfekt. Dies ändert sich, als für die Wahl 2012 ein gewisser Niemand namens Marty Huggins, von Millionären finanziert, für die Republikaner gegen ihn antreten soll...

Zuallererst: Es ist ein witziger Film und er kam zur besten Zeit, einerseits wegen den US-Wahlen und andererseits weil es schon eine Weile her ist, seit es mal eine richtige Parodie auf Geschehnisse im echten Leben in Filmform gab. Will Ferrell und Zach Galifianakis haben eine harmonische Chemie als Comedy-Duo und ihre gemeinsamen Szenen sind die Highlights des Films. Zusätzlich zu den beiden Protagonisten ist das Script ziemlich bissig, scharf und gnadenlos zu wirklich allen Aspekten, die man leicht lächerlich machen kann in einem (US-)Wahlkampf: Vom klassischen Baby-Küssen bis hin zu den Fernsehspots - auch wenn es stellenweise die offensichtlichen "Flüssigkeits-Gags" gibt, so überwiegt der Satire-Teil eindeutig.

Wie bereits erwähnt, ist der Film bewusst überparteiisch, denn eine echte Parteiteilung gibt es im echten Leben auch nicht und genau das versucht der Film einem zu vermitteln. Egal ob Demokrat oder Republikaner - beide Seiten sind fehlerhaft wie eh und je und auch nur ein Vorwand der Männer hinter den Kulissen, ihren Willen durchzusetzen.

Fazit: "Die Qual der Wahl" ist eine intelligente, witzige und akkurat gemachte Komödie mit einem der dynamischsten Comedy-Duos der letzten Zeit.

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