Sonntag, 31. Dezember 2017

In eigener Sache: Abschlussartikel 2017

Hi,

dies mag zwar der Abschlussartikel sein, aber 2017 wird nicht so ganz abgeschlossen sein. Es gibt immer noch einige Filme plus die Jahresabschlusslisten, die aufgearbeitet werden müssen - dank gewissen Umständen war es mir nicht möglich, wirklich alles noch in diesem Jahr abzuschließen; dies werde ich noch im Januar aufbereiten...ist eh ein ruhiger Monat für Filme, da kann ich auch noch Zeug aus dem letzten Jahr nehmen.

Ansonsten bleibt mir nur noch zu sagen, dass ganz egal wie das Jahr für jeden Einzelnen war, so ist das nächste immer ein Zeichen der Hoffnung auf Besserung oder Erhaltung des status quo. In dieser wahnwitzig großen und zugleich kleinen Welt voller verrückter und komischer Scheiße sollten wir uns alle auf unser Menschsein zurückbesinnen. Und somit einen guten Rutsch, wir lesen uns noch,

Rudolf

Freitag, 29. Dezember 2017

"Jigsaw"

Story: Jahre nachdem Jigsaw gestorben ist, finden sich neue Menschen in tödlichen Fallen und müssen um ihr Leben kämpfen...

7 Jahre nach dem letzten "Saw"-Teil kann man ja die Reihe noch einmal ausschlachten...denn eine andere Entschuldigung für diesen Teil gibt es schlichtweg einfach nicht. Die Struktur ist den anderen "Saw"-Teilen ähnlich und auch ansonsten beruft man sich hier leider meistens eher auf den Gore als psychologische Aspekte und so ist der Film höchstens für wirkliche Fans tatsächlich interessant.

Fazit: Unnötiges Aufwärmen einer eigentlich toten Franchise.

"Ferdinand"

Story: Ferdinand ist anders als andere Stiere, denn statt zu kämpfen, riecht er lieber an Blumen...

Wie mittlerweile kaum anders zu erwarten, kriegt man einen bunten und farbenfrohen Animationsfilm serviert - es ist 2017 eher die Ausnahme, dass man nicht mit sehr gut aussehender Animation daherkommt. Das Problem ist aber, dass Studios wie Disney, Pixar oder auch DreamWorks in der Lage sind, ihren Werken in der Hinsicht Tiefe zu verleihen und genau hier scheitert "Ferdinand". Sicher gibt es eine durchschnittlich umgesetzte Morallektion, aber dieser Film durchbricht einfach nirgendwo Barrieren und schafft es nicht einmal, das Versprechen des Posters zu erfüllen. Man würde meinen, die Beziehung zwischen Mädchen und Stier wäre der zentrale und emotionale Ankerpunkt des Films, doch dem ist bei weitem nicht so...stattdessen stehen meist platte Gags im Vordergrund.

Fazit: Harmlose und kurzweilige Unterhaltung für Kinder.

"Molly`s Game"

Story: Molly Bloom musste sich wegen ihrer Rückenverletzung vorzeitig von ihrer Skikarriere verabschieden und fing dafür an, Pokerspiele mit hohen Einsätzen zu organisieren...

Aaron Sorkin war vor diesem Film vor allem für seine grandiosen Drehbücher bekannt und dies ist das erste Mal, dass er sich auch als Regisseur versucht und er ist...ordentlich. Nicht so herausragend wie bei seiner Schreibarbeit, aber er kann sich da ja noch steigern. Wenn man nicht wüsste, dass der Film auf wahren Begebenheiten basiert, dann würde man die Handlung stellenweise glatt als absurd abtun und schauspielerisch leisten hier alle hervorragende Arbeit. Besonders hervorzuheben ist die Szene zwischen Jessica Chastain und Kevin Costner als ihren Vater, die unerwartet bewegend war.

Fazit: Wer auf eine unterhaltsame Weise eine etwas ungewöhnliche Geschichte erzählt bekommen haben will, der könnte einen Blick auf "Molly`s Game" werfen. Das erneut clevere Drehbuch wird vor allem von Jessica Chastain und Idris Elba unterstützend mitgetragen und es ist lediglich schade, dass der Film erzählerisch etwas ungerade sein kann.

"Alles Geld der Welt"

Story: 1973 wird in Rom der Enkel des US-Milliardärs John Paul Getty entführt und die Entführer fordern 17 Millionen Dollar für seine Freilassung. Anders als der starrsinnige Großvater, der hinter der Sache nichts Ernstes vermutet, will seine Mutter Gail ihn unbedingt befreien und tut sich mit einem Vermittler zusammen...

Der Film hat unglücklicherweise deswegen Publicity bekommen, weil im Endstadium der Produktion die ganzen Anschuldigungen wegen sexueller Belästigung in Richtung Kevin Spacey herauskamen, weswegen ihn Sony und Ridley Scott geschickt rausgeschnitten haben. Dies wurde vor allem dank eines knallharten Nachdrehprogramms und einem Christopher Plummer in Höchstform möglich; abseits des ganzen Skandals würde ich lieber ältere Menschen tatsächlich von älteren Menschen dargestellt sehen (ja, Kevin Spacey ist nicht der Jüngste, aber der Unterschied zwischen ihm und Plummer ist schon da).

Die Umbesetzung ausgelassen ist dies ein kompetent gemachter Thriller, der mal wieder zeigt, dass Ridley Scott ja doch tolle Regiearbeit leisten kann; in gewisser Hinsicht ist dies seine beste Arbeit seit Jahren. Christopher Plummer wird vermutlich für seine zweiwöchige Arbeit mit einer Oscar-Nominierung bedacht, Michelle Williams hoffentlich auch. Nichts gegen Mark Wahlberg, aber auch wenn er richtig gut ist, ist er nicht so gut wie die anderen beiden. Insgesamt ist dies ein von einem tollen Drehbuch gefüllter Thriller, der hier und da langatmig ist und auch noch eine etwas zu lange Laufzeit hat.

Fazit: Gut geschrieben, geschauspielert und gedreht - so sollte man diesen Film in Erinnerung behalten und nicht wegen dem Skandal.
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