Freitag, 30. Oktober 2015

"The Walk"

Story: Der französische Seilartist Philippe Petit hat vor, vor der Eröffnung des World Trade Centers zwischen den Zwillingstürmen auf einem Drahtseil ohne Absicherung zu gehen...

Dies ist ein weiterer Film, über den ich nicht allzu viel sagen kann. Die überwältigende Mehrheit der Laufzeit geht für das Planen des Stunts und unnötige Expositionserzählungen von Petit drauf und erst in der letzten halben Stunde macht sich das Warten belohnt, denn der Drahtseilakt ist tatsächlich (wie bei Zemeckis zu erwarten) recht spektakulär inszeniert. Der Charakter von Petit ist nicht wirklich sympatisch, aber man will trotzdem nicht, dass er scheitert, der Rest der Besetzung ist merklich im Hintergrund von Joseph Gordon-Levitt und er ist merklich im Hintergrund der tollen Bilder und des Schlussaktes. Es lohnt sich wirklich höchstens für den Schluss, der Rest ist "nur" ordentlich.

Fazit: Erst am Ende kriegt Zemeckis den entscheidenen Drahtseilakt hin.

Mini-Horror-Special: "Wrong Turn 6 - Last Resort" (2015)

Story: Danny soll angeblich ein Familienhotel geerbt haben und bringt seine Freunde + Freundin mit. Doch seine Familie ist keine gewöhnliche Familie...

Endlich bin ich beim voreiligen Ende dieser unsäglichen Franchise angekommen und es ist mit Abstand der langweiligste und blasseste Ableger. Der Protagonist ist fast am einschlafen, die Bösen sind lächerlich eindimensional und offensichtlich mit ihren Absichten, der Rest der Charaktere ist keine Erwähnung wert und die Inzest-Kannibalen sind einfach uninteressante Killer. Ja, die Handlung, in der die Kannibalen ein Hotel auf die offensichtlichste Weise überhaupt führen und nicht mal ihre Morde gut verstecken können, die ist dämlich - warum diese dann auch ernst nehmen ? Habt Spaß wie in Teil 2, wo man aus dem ganzen eine trashige Fernsehshow machen wollte ! Entweder gibt es Charaktere, die ich lebendig haben will oder interessante Killer oder ihr dreht komplett am Rad und verlagert das Ganze in den Weltraum oder so.

Fazit: Unnötige Zeitverschwendung.

Donnerstag, 29. Oktober 2015

"Der Marsianer - Rettet Mark Watney"

Story: Bei der Ares-3-Mission auf dem Mars der nahen Zukunft wird wegen eines Sandsturms der Missionsbotaniker Mark Watney überhastet von seinen Kollegen abgeschnitten und kann erst wieder in 4 Jahren mit der Ares-4-Mission abgeholt werden. In dieser Zeit hat er mehr als genug Zeit, das meiste aus dem zu machen was er hat...

Dies ist in vielerlei Punkten ein Gegenstück zu "Everest", dessen Kritik ich am gleichen Tag veröffentlicht habe. Hier steht trotz einer ebenfalls mehr als nur ordentlichen Besetzung mit Leuten wie Jessica Chastain, Michael Pena, Jeff Daniels, Sean Bean und natürlich Matt Damon der letztere im Fokus und darf hier für den Großteil eine One-Man-Show abziehen; der Ton ist dabei nur anfangs recht ernst, wandelt sich aber mit Watneys Crusoe-Dasein ins Humorvolle und Unterhaltsame. Bevor ich aber zum Inhalt komme muss ich Ridley Scott zu seiner offiziellen Rückkehr beglückwünschen, denn er hat nicht nur eindrucksvoll, sondern auch noch qualitativ einen tollen Marsfilm geschaffen (was ja normalerweise eher zum Scheitern verurteilt ist). Rein technisch und inszenatorisch ist alles makellos und man merkt Scotts Können, den Weltraum toll darzustellen, wogegen der Mars selbst im Prinzip zu einem Katastrophenschauplatz wird.

Der Film hat offiziell keinen wirklichen Bösewicht, da die Ausgabe von Milliarden für eine Rückholaktion eine recht heikle Sache ist, aber andererseits ist es doch auch ein Menschenleben - dieser moralische Konflikt bildet aber eher den Teil der Handlung, der im Hintergrund abläuft. Im Vordergrund darf Matt Damon seit einiger Zeit mal wieder seine Schauspielmuskel flexen und zeigt Charisma in Kombination mit erfrischendem Galgenhumor; in gewisser Weise schafft er eine Neuinterpretation von Robinson Crusoe, nur halt ohne einen Freitag und mit einem gewissen Augenzwinkern.

Fazit: Spaßig, unterhaltsam und mit einem tollen Scott-Damon-Kombogespann im Weltraum.

P.S.: Warum der Zusatz "Rettet Mark Watney" hinzugekommen ist, weiß ich auch nicht. Würde man als Zuschauer nicht kapieren, wer sonst mit "Der Marsianer" gemeint ist ?

"Everest"

Story: Am 30.03.1996 wollen 8 Touristen unter Anleitung vom erfahrenen Höhenbergsteiger Rob Hall und einigen Sherpas den Mount Everest besteigen, was in einer schrecklichen Tragödie endet...

Wie bereits der Einleitung zu entnehmen ist dies kein Film, bei dem man in traditioneller Weise unterhalten wird, dies ist auf einer realen Tragödie vor fast 20 Jahren basiert und somit ist es der Weg zum Scheitern, den man hier präsentiert bekommt. Und wenn ich ehrlich bin, kann ich hierzu kaum etwas sagen, denn im Bergsteigen kenne ich mich null aus (aber selbst ich hab ein paar offensichtliche Logik-Fehler entdecken können) und da die Besetzung für den Großteil eingemummt ist, kann sie schlecht allzu viel von sich entfalten - wenngleich hier alle ohne Frage eine zumindest solide Darstellung abliefern. Der Star ist aber zweifellos der Berg selbst und der Streifen ist zumindest wegen den wunderschönen Außenaufnahmen sehenswert; die Spannung und das Drama treffen einen aber besonders um das Finale herum ziemlich hart.

Fazit: Ein sehr schöner Film um eine Tragödie herum.

James-Bond-Monat: "Skyfall" (2012)

Story: 007 sollte die Liste mit den geheimen Identitäten der MI-6-Undercover-Agenten aus Istanbul wiederbeschaffen, doch wird scheinbar unglücklich von seiner Kollegin Eve mitsamt des Verbrechers Patrice erschossen. Währenddessen hat der psychopatische Cyber-Terrorist Silva einen terroristischen Anschlag auf  das MI-6 selbst verübt und will es komplett in den Abgrund reißen...

Der einspielstärkste Bond bisher, einer der besten Titelsongs der Franchises, einige der besten Actionszenen der Franchise, einige der emotionalsten Momente der Franchise, einer der besten Bösewichte der Franchise - all das trifft auf "Skyfall" zweifellos zu. Was "Skyfall" für mich persönlich über "Casino Royale" hebt, sind die Handlung und das Drehbuch, also die Elemente, für die diese Reihe nicht gerade bekannt ist.

Das Drehbuch macht aus einem guten Bond-Film in diesem Fall nicht nur einen sehr guten Bond, sondern auch noch generell einen sehr guten Agenten-Action-Thriller; es gibt eine Vertiefung der Mutter-Sohn-Beziehung zwischen Bond und M, einige essenzielle Charaktere aus der Vergangenheit werden recht clever eingeführt, die ruhigen dialog-bestimmten Szenen haben ihren Sinn und der finale Showdown ist einer der persönlichsten und emotionalsten Abschlüse für so eine Art von Film. Das Ganze wird dabei noch von Adeles Titelsong, Sam Mendes gekonnter Inszenierung (auch bei der Action, die wieder sehr gut, sauber und übersichtlich kommt) und Javier Bardems Silva garniert wird. Er ahmt keinen aus der Vergangenheit nach, sondern schafft allein dank seiner Darstellung (plus der Hilfe vom Drehbuch) einen der ikonischsten 007-Bösewichte bisher und gibt der Beziehung zwischen dem britischen Agenten und seinen Widersachern eine recht unerwartete neue Seite, die früher wohl so nicht durchgegangen wäre.

Fazit: Das 50. Jubiläum von Mr. Bond fällt triumphal aus und vereint die meisten Elemente der Franchise in einen Liebesbrief an eben diese.
Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de Blogverzeichnis