Mittwoch, 29. Februar 2012

Disney-Monat: "Rapunzel - Neu verföhnt" und "Winnie Puh"

"Rapunzel - Neu verföhnt" (2010)

Story: Rapunzel wird als Baby von einer Hexe gestorben, da diese nur durch ihr im Laufe der Jahre wachsendes goldenes Haar jung sein kann. Und so verbringt Rapunzel unzählige Jahre in Gefangenschaft, bis ein gewisser Dieb namens Flynn Rider aus Versehen bei ihr auftaucht...

Hiermit kehrte Disney eindeutig zurück zu richtiger Berechenbarkeit zurück: Das klassische Märchen. Während "Küss den Frosch" sich viele durchaus kreative Freiheiten in Bezug auf Story und insbesondere Charaktere nahm, so ist "Rapunzel" für den Großteil absolut vorprogrammiert...das ist in diesem Fall zwar nicht fatal, aber bis auf das Pferd gibt es hier für mich nichts Besonderes...naja, noch der Twist des Rapunzel-Märchen"

Im Endeffekt zwar sehr gut für die, die auf klassisches Disney stehen, aber ich persönlich mag unkonventionelle Sachen besser. Heißt nicht, dass der Film schlecht ist, nur nicht ganz mein Fall.

"Winnie Puh" (2011)

Story: Eeyore verliert seinen Schwanz und seine Freunde versuchen, einen neuen für ihn zu finden. Währenddessen missverstehen sie Christopher Robins Notiz an seinem Haus und denken, dass dieser von einem "Backson" gegessen wurde...

Es war schön, die Rückkehr einer Kultfigur wieder zu sehen; genauso schön wie die Tatsache, dass sich einiges seit 1977 nicht geändert hat, die Liebe Disneys zu diesem Bär ist immernoch da und genau richtig für jeden Zuschauer, der etwas Unschuld aus der Kindheit vertragen kann. Superb !

Danke allen, die die ganzen Posts gelesen und mich somit durch Disneys Animationsfilm-Geschichte und ein paar Ausnahmen begleitet haben, hat mir sehr viel Spaß gemacht ! Euch allen hoffentlich auch.

Disney-Monat: "Bolt - Ein Hund für alle Fälle" und "Küss den Frosch"

"Bolt - Ein Hund für alle Fälle" (2008)

Story: Bolt ist ein Superhund in einer eigenen Fernsehserie, in der er regelmäßig seine richtige Besitzerin Penny retten muss und dank allerlei Special Effects glaubt, richtige Superkräfte zu haben...und dann begegnet er der realen Welt...

Eines vorneweg: Nein, ich teile die allgemeine Euphorie um diesen Film nicht. Ja, die Charaktere und alles andere ist solide gemacht worden, aber es ist nichts Besonderes. Den Plot habe ich in "The Truman Show" schon gesehen und das auf einem deutlich höherem Level...die Animation hat Pixar-Qualität ? Macht für mich keinen Sinn, einen Film nur anhand des Looks zu messen, sonst wären alle "Transformers"-Teile Perlen der Filmgeschichte und "Metropolis" Schrott.

Ich habe eine Theorie aufgestellt: Weil die letzten Disneyfilme so ziemlich der letzte Dreck waren, konnte ein "guter" Film nur mit Begeisterung aufgenommen werden und nicht anders. Aber im Vergleich zu eindeutig besseren Filmen der letzten Dekade ist "Bolt" am Ende "nur gut". Ich werde mich an den Film aber nicht allzu lange erinnern.

"Küss den Frosch" (2009)

Story: New Orleans, 1926. Tiana ist ein Workoholic, weil sie mit dem gesammelten Geld endlich ihr eigenes Restaurant eröffnen will. In der Zwischenzeit taucht in New Orleans Prinz Naveen aus Maldonia mit seinem Assistenten Lawrence auf, um eine örtliche Frau zu heiraten, die möglichst viel Vermögen besitzt (da ihm seine Eltern den Geldhahn zugedreht haben). Deswegen veranstaltet der örtliche Mardi Gras-König ein Fest, bei dem seine Tochter Charlotte, Jugendfreundin von Tiana, mit Naveen verkuppelt werden soll. Naveen und Lawrence werden ihrerseits vom mysteriösem Dr. Facilier aufgehalten, der mit seinen Voodoo-Fähigkeiten Naveen in einen Frosch verwandelt und Lawrence als Naveen auszugeben versucht, damit er an das Geld von Charlottes Vater kommen kann. Naveen entdeckt zufällig Tiana im Prinzessinenkostüm auf dem Fest und überredet sie, ihn zur Aufhebung des Fluches zu küssen, was aber entgegen aller Erwartungen Tiana selbst in einen Frosch verwandelt...

Was "Bolt" für die meisten war, das war "Küss den Frosch" für mich: Eine kleine Offenbarung, ein Lebenszeichen des klassischen Disney-Animationsstudios, das nun schon seit Jahren im Schatten des Pixar-Animationsstudios stand...das ist der Pulsschlag, auf den man schon so lange wartete. Und es hat sich gelohnt.

Tiana ist natürlich die erste schwarze Prinzessin in Disneys Geschichte und man macht natürlich großen Tam-Tam drum...aber wieso will keiner sehen, dass sie eine tolle Protagonistin ist, sowie ein gutes Vorbild für kleine Mädchen ? Seit Belle habe ich keine so gute Heldin gesehen, sie zeigt im Prinzip, dass die Selbstverwirklichung nicht durch die Heirat, sondern durch das Erreichen eigener Ziele geschieht, auch wenn man dafür viel arbeiten muss. Naveen ist sehr liebenswürig; eigentlich ein Faulpelz und arroganter Schnösel, aber auch ziemlich unschuldig im Herzen. Sein Begleiter Lawrence ist glaubwürdig, Charlotte ist ohne Frage DER witzigste Charakter...und dann noch Dr. Facilier, der nicht nur einfach cool aussieht, sondern auch mal wieder einen tollen Bösewicht-Song am Start hat sowie an sich sehr gut gemacht wurde. Dann gibt es da noch den Trompete spielenden Alligator Louis und das Glühwürmchen Ray, , die beide auch sehr erinnerungswürdig sind.

Dann noch generell die Rückkehr zu 2D, der Stil von New Orleans, paar der Songs, das Ablaufen der Story...ich konnte einfach nicht glauben, dass ich mal wieder einen Disney-Film mochte und zwar richtig. Es war nicht einfach nur billiger Durchschnitt oder "nur gut", diesmal war es mal wieder mit Herz gemacht worden und das spürt man...leider nicht der Mainstream, der diesen Film nicht den großen Erfolg gab, den er verdient hat. Woran das liegt, kann keiner genau sagen ("Avatar" ähem, ähem), aber er hat es definitiv verdient.

Montag, 27. Februar 2012

Disney-Monat: "Triff die Robinsons" und "Verwünscht"



"Triff die Robinsons" (2007)

Story: Lewis ist 12, ein Waise und ein Genie in einem. Er plant seine neuste Erfindung, den Gedankenscanner, auf der nächsten Wissenschaftsausstellung vorzustellen und somit vielleicht endlich adoptiert zu werden. Da taucht auf einmal ein Junge namens Wilbur auf und behauptet, er komme aus der Zukunft...

Disney will unbedingt auf "Zurück in die Zukunft" machen ? Naja, so schlecht kommt das mit dem Zeitreisen meistens nicht rüber, aber gegen das Ende wirkt es doch etwas überladen. Die meisten Probleme habe ich mit den Charakteren, die zwar nicht schlecht sind, aber so derart blass, dass man sich wirklich fragen muss, ob da oben noch jemand das Ganze überwacht. Der Bösewicht war...erstaunlich rational gemacht worden, mit einer richtigen und nachvollziehbaren Motivation, nur leider nicht allzu charakterstark, um wirklich erinnert zu werden.

Es ist ein "Meh"-Film. Vielleicht gut für ein Mal Ausleihen und dann wahrscheinlich nie wieder.

"Verwünscht" (2007)

Story: Durch eine böse Stiefmutter kommt Gisele aus ihrer gezeichneten Welt Andalasien in unsere, nämlich New York und trifft auf einen Scheidungsanwalt und seine Tochter, die sie aufnehmen. Der Prinz und die Stiefmutter folgen ihr einige Zeit später, was dann zu einem Chaos führen wird...

Disney versucht, eine Selbst-Parodie zu erschaffen mit ein bisschen traditionellem Zeichentrick und Realfilm für den Großteil ? Ähm...da gab es doch schon "Falsches Spiel mit Roger Rabbit", das hat es eigentlich ziemlich gut gemacht und das sogar eher unterschwellig. Man will also lieber eine Rom-Com für Erwachsene, mit ein paar halbwegs guten Witzen und leider auch vielen eher offensichtlichen Anspielungen auf die älteren Disney-Produktionen wie "Schneewittchen" und "Dornröschen" ?

Genau das ist "Verwünscht" nämlich und nichts weiter. Es ist weder eine gute Satire noch eine gute Rom-Com; nur ein solider Film, der definitiv für Erwachsene ist und nicht für Kinder, weil diese so gut wie gar nicht angesprochen werden...wird das klassische Disney-Animationsstudio je wieder zurückkommen ?

Sonntag, 26. Februar 2012

Disney-Monat: "Die Kühe sind los" und "Himmel und Huhn"

"Die Kühe sind los" (2004)

Story: Es gibt 3 Kühe auf der besten Farm überhaupt (ernsthaft, so wird es dargestellt, Perfektion zum Kotzen), die wegen Schulden verkauft werden soll. Das dafür nötige Geld gibt es für das Schnappen eines berüchtigten Viehdiebs und man kann sich schon denken, wohin das Ganze führt...

Meine Güte ist dieser Film seelenlos...einfach keine Mühe beim Machen gegeben, die Macher. Ja, man gibt sich immer Mühe für einen Film, aber für Disney ist sowas hier sehr, sehr schwach. Ich kann mich schon 5 Minuten nach dem Anschauen an nichts mehr erinnern, weil es einfach nichts gibt, was einen reflektierten Gedanken wert wäre. "Aristocats" hatte wenigstens diesen einen Song...dieser Film hier hat wirklich nichts, überhaupt nichts. Ich bin mir sicher, dass er sehr kleinen Kindern gefallen wird, aber auch sie verdienen bessere Filme und nicht jeden Durchschnitt.

Kein Wunder, dass spätestens jetzt das klassische Disney Animationsstudio eindeutig im Schatten von dem Pixar Studio stand, das im gleichen Jahr "Die Unglaublichen" brachte. Dies sollte auch vorerst der letzte handgezeichnete Disney-Film sein.

"Himmel und Huhn" (2005)

Story: Einem Hühnchen fällt ein Sechseck auf den Kopf...Disney versucht es gar nicht mehr...

Im Ernst, hier hat Disney endgültig aufgegeben. Und wenn sie sich keine Mühe geben wollen, gebe ich mir auch keinem. Schlechtester Disney-Film überhaupt. Fertig.

Meine "Oscars"-Favoriten 2012

Jaja, "Academy Awards", whatever. Sogar die Amis selber sagen "Oscars" dazu, wirkt irgendwie freundlicher.

Bevor ich hier meine Favoriten für die wichtigsten Kategorien aufliste, möchte ich nur noch ein paar Ungerechtigkeiten aus meiner Sicht loswerden:

1. Ryan Gosling wurde vollkommen ignoriert, wobei 2011 unbestritten sein bestes Jahr ist. Er war in 3 sehr veschiedenen Filmen präsent und hatte in jedem mindestens eine sehr gute bis meisterhafte Performance abgeliefert: "Crazy Stupid Love", "The Ides of March" und "Drive". Komisch, dass er nicht mal nominiert war, von wegen Favorit ist.

2. Wenn wir schon mal bei "Drive" sind...der Film wurde auch komplett gesnobbt ! Keine "Bester Film", "Beste Regie", "Bester Hauptdarsteller" (siehe 1.), "Bester Nebendarsteller" und "Beste Filmmusik" ?

3. Die Nominierungen für "Bester Film" sind aus irgendeinem Grund nicht alle ganz nachvollziehbar...was sollen "Extrem laut und unglaublig nah", "Gefährten", "Die Kunst zu gewinnen - Moneyball" und "Tree of Life" dort ? Ich würde folgende 4 Filme statt diesen nominieren: "Attack the Block", "Super 8", "Planet der Affen: Prevolution" und "Warrior".

So, hier meine Favoriten:

Bester Film: "The Artist" (Ohne Wenn und Aber ein verdienter Sieger. "Hugo Cabret" würde ich es aber auch göhnen)

Beste Regie: Michel Hazanavicius
(für "The Artist" ist es das Mindeste, dass der Regisseur seinen Oscar bekommt. Meine zweite Wahl wäre Martin Scorsese, dann Woody Allen)

Bester Hauptdarsteller: Jean Dujardin
(Stumm zu schauspielern erfordert sehr viel Können, wenn man den Zuschauer von heute noch mit seiner Energie anstecken will, Dujardin kann das zweifellos. George Clooney ist hier nur Nummer 2)

Beste Hauptdarstellerin: Viola Davis
(Meryl Streep ist vielleicht gut als Margaret Thatcher, aber Viola Davis ist sehr gut in ihrer Rolle; Streep zieht hier den Kürzeren)

Bester Nebendarsteller: Nick Nolte
(Er war eindeutig der beste Darsteller in "Warrior", alleine das spricht schon für sein Können. Christopher Plummer ist Zweitwahl)

Beste Nebendarstellerin: Bérénice Bejo
(die perfekte zweite Hälfte zu Jean Dujardin. Hier keine eindeutige Zweitwahl)

Bester Animationsfilm: "Rango"
(alleine wegen all der Kreativität müsste "Rango" gewinnen. "Kung Fu Panda 2" als Wahl Nummer 2)

Bestes Originaldrehbuch:
Hier bin ich mir nicht sicher zwischen "The Artist" und "Midnight in Paris", ich würde beides tolerieren.

Bestes adaptiertes Drehbuch: "The Descendants - Familie und andere Angelegenheiten"
(Ohne jeden Zweifel, "Dame, König, As, Spion" ist hier Zweitwahl)

Beste Filmmusik: "The Artist"
(Die Musik macht hier im Prinzip mehr als im Normalfall, da es ja ein Stummfilm ist. "Gefährten" ist meine Nummer 2)

So, das wars mit meinen Favoriten, mal sehen, wer so alles gewinnt.
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