Dienstag, 12. Dezember 2017

Anime-Kritik: "Fate/stay night: Unlimited Blade Works" (2014-2015)

Story: Es herrscht ein erbitttlicher Kampf um den allmächtigen Heiligen Gral zwischen jeweils sieben Magiern, die zu ihrer Unterstützung auf jeweils einen Helden aus der Geschichte/Sagen zurückgreifen können. Unvorhergesehene Umstände sorgen dafür, dass ein unbeteiligter Schüler in diesen ewigen Kampf hineingezogen wird...

Lieblings-Charakter: Sicher, die menschlichen Protagonisten sind recht ergreifend und man fiebert schnell mit ihnen mit, aber mein Favorit ist eindeutig eine bestimmte Beschwörung, von der ich nicht einmal sicher bin, ob ich diese verraten soll. Die meisten haben eine bestimmte und vereinnehmende Persönlichkeit, aber diese bestimmte Beschwörung repräsentiert diesen einen bestimmten Helden mit so viel Charisma, so dass jeder andere Charakter im Vergleich zu ihm verblasst. Ich hasse es auch, extrem vage zu sein, aber eine der besten Sachen des Anime sind definitiv die Beschwörungen und das Herausfinden, wem sie nachempfunden sind.

Ungeliebter Charakter: Shinji. Irgendwie war er so...langweilig wahnsinnig und nicht interessant wahnsinnig. Aber der Anime gibt ihm eh kaum Zeit zur Charakterentfaltung.

Lieblings-Episode: Episode 22 "Ein Wintertag, ein weiterer Heimweg". In dieser Episode passiert nicht viel an Action, aber was hier an Action fehlt, wird an Emotionen wiedergutgemacht. Ich habe aber auch eine gewisse Schwäche für diese "Wir bereiten uns auf den letzten Kampf vor"-Szenen/-Episoden.

Meine Meinung zu diesem Anime: Eine absolute Empfehlung meinerseits für einen Anime, der eine geniale Idee superb umsetzt und in allen Belangen überzeugt...fast in allen. Er hätte nur einigen anderen Charakteren mehr Zeit geben können und etwas von Dialogen anderer wegschneiden können, aber dies ist Kritik auf einem hohen Level. Zugegeben, man braucht etwas Einstiegszeit, aber wenn man erst mal tief drin ist, dann kann man nicht mehr so leicht mit dem Schauen aufhören und ich könnte kaum eine größere Empfehlung für eine Serie oder einen Film aussprechen.

Samstag, 2. Dezember 2017

"Coco"

Story: Der junge Miguel will unbedingt trotz der Familientradition ein Gitarrenspieler werden und gelangt beim Tag der Toten versehentlich ins Totenreich. Nun braucht er die Hilfe eines verstorbenen Verwandten, um wieder zurückzufinden...

Pixar ist ein Studio, das bereits zahlreiche Meisterwerke herausbrachte und bei dem man sich immer auf einen neuen Film freuen darf - unter anderem, weil dieses Studio allerlei Ideen umgesetzt hat und diesmal geht es um den mexikanischen Tag der Toten. Was ich Pixar erneut extrem hoch anrechne, ist die Qualität der Animation, die in gewisser Hinsicht den Standard des Genres vorgibt und daran hab ich auch gar nichts zu rütteln. Die Handlung, Charaktere, Lieder, Moral und auch der emotionale Höhepunkt, all diese Sachen sind gut umgesetzt, aber das ist auch das ausschlaggebende Wort: Gut. Von Pixar erwarte ich persönlich mitunter das Beste, was das Animationsgenre so bieten kann; frische und/oder ungewöhnliche Herangehensweisen an bereits bekannte Geschichten mitsamt ergreifenden und zeitlosen Charakteren...hier jedoch ist alles "nur" gut. Abseits der Umgebung ist dies eine allzu bekannte Handlung, die auf bereits bekannten Pfaden wandert - dies ist alles andere als mies, aber von Pixar hab ich einfach nur mehr erwartet, als nur "gut".

Fazit: "Coco" ist ein guter Animationsfilm, bringt aber nichts Frisches oder großartig Neues rein.

Mittwoch, 29. November 2017

"The Disaster Artist"

Story: Greg Sestero will endlich einen Durchbruch als Schauspieler in Hollywood haben, doch die Filmindustrie ist hartes Business. Zufällig macht er Bekanntschaft mit dem mysteriösen wie exzentrischen Tommy Wiseau, der mit ihm zusammen seinen Magnum Opus "The Room" drehen möchte...

Ich habe das Glück gehabt, das Original-Meisterwerk "The Room" von Tommy Wiseau gesehen zu haben und kann stolz behaupten, dass obwohl James Franco hier die Leistung seines Lebens gibt, er dennoch nicht die Essenz eines der mysteriösesten Figuren der Filmbranche und vielleicht sogar der Weltgeschichte rüberbringen kann - aber genug, um ernsthaft als Oscar-Kandidat zu gelten. Er schafft es zudem auch noch als Regisseur, seiner Figur nicht nur die Eigenheiten des Vorbilds, sondern auch noch eine gewisse Tragik zu verleihen; in diesem Sinne sehe ich "The Disaster Artist" als eine Art Burtons "Ed Wood" für die heutige Zeit. Ebenso wie es Burton wichtig war, dem schlechtesten Regisseur aller Zeiten Profil zu verleihen durch dessen unerschütterlichen Optimismus, der ebenso stark vorhanden war wie dessen Unvermögen, so ist Wiseau zwar auch ein absoluter Nichtskönner mit einer romantisch anmutenden Leidenschaft für das Medium Film.

Natürlich sind die ganzen Memes/Gags rund um den Kultfilm hier auch drin, aber erst durch seine Tiefe (besonders wenn es um die Freundschaft zwischen Wiseau und Sestero, der von Francos Bruder Dave gespielt wird, geht) gelingt James Franco ein erstaunlich ergreifendes und begeisterndes Biopic, welches sogar inspirierend wirken könnte. Mich zumindest würde es nicht überraschen, wenn dieser Film einige Oscars mitnimmt und das wäre doch das Höchste der Ironie.


Fazit: "The Disaster Artist" ist so komisch wie traurig und so unterhaltsam wie belehrend und zwar egal, ob es um Filme machen oder menschliche Beziehungen geht. Definitiv einer der besten Filme des Jahres !

Mittwoch, 22. November 2017

"Thor: Tag der Entscheidung"

Story: Zwei Jahre nach seinem letzten Treffen mit den Avengers ist Thor auf der Mission, den Ragnarok (die Apokalypse) für seine Heimat Asgard und das gesamte Universum zu verhindern. Wenn da nur nicht Familie dazwischen kommen würde...

Die ersten zwei "Thor"-Filme waren bei weitem keine Desaster, aber irgendwie auch die "unbequemen" Bestandteile des Marvel-Filmuniversums; Thor ist an und für sich auch kein allzu leicht zu schreibender Charakter. Captain America hat seinen Patriotismus/strahlende Hoffnung, Iron Man ist ein geniales Bündel an Charisma, Hawkeye ist ein Durchschnittstyp, Black Widow eine Femme fatale mit einer tragischen Vergangenheit und Hulk ist die Marvel-Version von Jekyll and Hyde...Thor ist da eher so eine Art kopfloser Krieger-Gott, aber sein Charakter wurde in meinen Augen bisher nicht ganz so gut um Schichten erweitert wie es bei seinen Kollegen ist. Regisseur Taika Waititi entschied sich bewusst, dem eher blassen Thor etwas mehr Comedy und Persönlichkeit zu verleihen und da Chris Hemsworth tolles komödiantisches Timing besitzt, passt es wie die Faust aufs Auge und "Tag der Entscheidung" stellt sich als einer der bisher charmant-witzigsten Filme des Filmuniversums. Allerdings gibt es hier auch manchmal das Problem wie in "Dr. Strange", dass der Humor an einigen Stellen hinderlich gegenüber der Wirkung war - wenngleich es glücklicherweise nicht sehr oft vorkommt.

Abseits von Hemsworth kriegt Blanchett als der Bösewicht zwar nicht viel Tiefe, aber kann mit ihrem Charisma/Können durchaus in Erinnerung bleiben; ein Avenger-Kollege von Thor kriegt hier endlich auch etwas mehr Tiefe und Komplexität, aber der wahre Showstealer war ein Charakter, der allein von seiner Besetzung her viel zu genial war und absolut jede seiner Szenen frech stahl (den ich aber aus Spoiler-Gründen nicht verraten werde, dies nähme viel vom Effekt weg). Abseits einiger Charaktere und des Tons hat mir vor allem die "bunte Farbpalette" und die "opulente visuelle Größe" gefallen - mit anderen Worten, dieser Film hat eine eigene Identität und hat es so leichter, eigenständig zu sein, anstatt nur Teil eines großen Ganzen zu sein.

Wenn ich was kritisieren könnte, dann wäre es wie bereits erwähnt, eine nicht immer wohl portionierte Prise an Humor und außerdem das fehlende Gefühl einer Apokalypse. Sicher, es wird schon darüber geredet und das nicht zu wenig, aber ich würde als Zuschauer das Gefühl dafür auch gerne selbst kriegen, anstatt dass man mir nur davon erzählt.

Fazit: Insgesamt ist "Thor: Tag der Entscheidung" der mit Abstand beste "Thor"-Film, vor allem da der Titelheld an Profil und Persönlichkeit dazugewonnen hat. Wenngleich ich persönlich nicht die Dramatik im Finale spürte, funktionierte der Streifen für mich als Komödie. Wenn ein "Thor 4" kommt, dann würde mir ein konstanter Pfad durchaus gefallen.

"Geostorm"

Story: Um weitere Naturkatastrophen zu verhindern, hat die Menschheit ein Satellitensystem über der Erde installiert, um das Wetter zu kontrollieren. Doch als es außer Kontrolle zu geraten scheint, kann nur der Schöpfer dieses Systems es aufhalten...

Dieser Streifen steht und fällt mit der Meinung des Zuschauers für 90er Katastrophen-Filme wie "Independence Day" oder "The Core" oder "Twister", usw. Ich persönlich bin kein Fan dieses Genres und wenn ich mir einen Vertreter eines solchen Genres anschauen würde, dann höchstens für charismatische Darstellungen wie beispielsweise Will Smith und Jeff Goldblum "Independence Day" tragen. Hier jedoch ist nur ein verlorener Gerard Butler, er absolut nicht glaubhaft als ein brillanter Wissenschaftler ist; beim Rest ist da leider auch nichts zu holen. Die Effekte sind hier auch nicht so bahnbrechend, sodass wenigstens dies ein Grund für ein Anschauen wäre.

Fazit: "Geostorm" ist ein Film, der gefühlte 25 Jahre zu spät gekommen ist und einfach niemand hinter dem Ofen hervorlocken kann. Außer man steht auf Naturkatastrophen.
Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de Blogverzeichnis