Donnerstag, 11. Mai 2017

"Guardians"

Story: Die UdSSR hatte eine eigene extreme Eingreiftruppe organisiert, die das Heimatland beschützen sollte, wozu es nicht mehr kam. Und nun, da sich ein technikversierter Bösewicht erhoben hat, muss die Organisation "Patriot" die "Beschützer/Verteidiger" aus dem Ruhestand zurückholen...

Warum ich einen aktuellen russischen Film bespreche, obwohl fast alle neuen Streifen aus dem größten Land der Erde Rotz sind ? Es ist eine auf den internationalen Markt ausgerichtete Produktion und ein bisschen Abwechslung schadet auch nicht. Und regelrechte Verbrecher in Form des Regisseurs können nicht oft genug hervorgehoben werden.

Abseits der Qualität des Endprodukts ist die Besetzung an und für sich sympatisch und durchaus fähig, den ein oder anderen Moment etwas zu retten - nur ist das Drehbuch der letzte Mist. Der Regisseur selbst kündigte großkotzig an, man würde die "Avengers" locker in die Tonne kloppen mit einer Superheldentruppe, die "nur so in Russland funktionieren würde und nur die besten Werte vermitteln kann, die es im Westen eben nicht gibt". Letztendlich haben die "Guardians" nun nichts strikt Russisches an sich und vermitteln weder besondere Werte noch zeigen sie die Geschlossenheit der Avengers.

Ein großes Problem dabei ist die fehlende Vergangenheit der Truppe - sie bestehen nicht aus bereits etablierten Individuen wie bei den Avengers und die Beziehungen untereinander werden gar nicht so verflochten und kompliziert aufgebaut; auf diese Weise haben wir zahlreiche und recht oberflächliche Charaktere ohne die notwendige Tiefe, damit man als Zuschauer wirklich an sie glauben kann. Hinzu kommen noch so einige schwere Logikkrater innerhalb des Drehbuchs (bsw. warum man mit Elektrizität einen elekrizitäts-basierten Bösewicht bekämpft oder wie Ksenia ihre Körpertemperatur nicht kontrollieren kann wenn es darauf ankommt und viel mehr) und auch zahlreiche Flashbacks (da man mehrere Momente und die Struktur aus den "Avengers" gestohlen hat) sind keine Einzelheit.

Fazit: Eine dreiste und trashige Kopie der "Avengers". Was schade ist, da es haufenweise tollen russischen Folklore gibt, aus dem man hätte schöpfen können und dies in den Händen von fähigen Leuten durchaus eine ernste Alternative hätte bauen können

Samstag, 6. Mai 2017

Geheimtipp #2: "Thank You For Smoking" (2005)

Story: Nick Naylor ist Lobbyist für die amerikanische Tabakindustrie und er liebt seinen Job, in dem er problemlos jeden per geschickte Argumentation und Manipulation aussticht...

Würde ich mehr bei der Story hinzufügen, müsste ich schon mehr als den halben zweiten Akt umschreiben und das würde ich nur zu ungern tun, denn der Film lebt zu einem großen Teil genau von der Überraschung des Handlungsverlaufs. Da verfolgt man schon jemanden, der in einem "normalen" Film der eindeutige Bösewicht wäre, aber Aaron Eckhart spielt diesen Wortteufel so verflucht charismatisch, dass man ihn einfach nicht hassen kann - Cameron Bright in der Rolle seines Sohnes ist hierbei noch mal positiv zu erwähnen (da gute Kinderdarsteller eh recht selten sind).

Das Beste an dem Film ist aber eindeutig die Art und Weise wie der Streifen mit dem Thema "Rauchen" und "persönliche Freiheit" umgeht...eine besondere Szene ungefähr in der Mitte des Films offenbart Naylor als Mensch für den Zuschauer und man erkennt dessen moralische Prinzipien recht klar; hierbei kann man sich natürlich darum streiten, inwieweit seine persönliche Ansicht bezüglich Nikotin vertretbar ist. Als Gesamtwerk ist "Thank You For Smoking" genialerweise keinerseits Werbung für die eine oder die andere Seite, sondern für die Wahl an sich, beziehungsweise die Möglichkeit dieser Wahl und wie man als erwachsener Mensch Anspruch auf diese hat und sie auch annehmen sollte. In der Hinsicht ist es einer der intelligentesten Filme über den freien menschlichen Willen den ich auf diese charmante Art je gesehen habe und ich finde, dass er deutlich mehr Aufmerksamkeit bekommen sollte (pst, er läuft zurzeit auf Netflix).

Fazit: Einer der kontroversesten Filme des bisher noch jungen Jahrtausends ? Durch die smarte und charmante Umsetzung auf jeden Fall !

Freitag, 5. Mai 2017

Serien-Kritik: "Dexter" (Staffel 5)

Story: Nach dem Ende der letzten Staffel sieht Dexter sein Leben auf den Kopf gestellt und da kommt ihm ein neuer Serienkiller gerade recht gelegen...

Lieblings-Charakter: /

Ungeliebter Charakter: Lumen. Verdammt war die nervig und irritierend.

Lieblings-Episode: Folge 1 "Auf Wiedersehen, Rita Benett !". Genau die richtige Verschnaufspause nach dem Wahnsinnsende der letzten Staffel.

Meine Meinung zu dieser Staffel: Das Hauptkonzept war gut und der Staffel-Bösewicht war auch an sich in der Idee klasse. Die Umsetzung aber fühlte sich eher so an, als ob die Macher erst einmal selbst verschnaufen müssten und Dexter eine halbwegs entspannte Auszeit gönnen wollten...und sich selbst wohl auch...Jedenfalls zieht sich diese Staffel öfters mal etwas und die Beziehung von Dexter mit einem bestimmten Charakter ist maximal lauwarm.

Dienstag, 2. Mai 2017

"Sandy Wexler"

Story: Sandy Wexler ist alles andere als angenehm oder erfolgreich in dem, was er tut, aber als Manager hängt er sich für jeden seiner Kunden total rein. Nach zahlreichen Fehlschlägen bei seiner Kundschaft entdeckt er endlich jemanden, der tatsächlich ein Star werden könnte...

Ein weiterer Netflix-exklusiver Sandler-Film. Dieses Mal sei wohlwollend anzumerken, dass die Grundidee durchaus Potenzial hat...oder hatte, denn es sieht ganz so aus, als ob Sandler diese Idee gnadenlos von Woody Allen abgekupfert hat, der mit ihr 1985 Ansprüche auf den Oscar erheben konnte. Habe besagten Film selbst nicht gesehen, aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass es kompetenter, sympatischer, witziger und gefühlvoller ist als das hier.

Erneut benutzt Sandler seine schon seit den 90ern bekannte Art zu schauspielern, bzw. spielt einen ihm zu lieben Charakter: Ein Mann-Baby, das anders ist als der Rest und von niemandem unterstützt wird, aber dennoch ein Herz aus Gold hat. Dieses fast schon störrische Beharren auf diese Art von Charaktertyp kann mittlerweile längst als ein eigenes Klischee angesehen werden - weswegen sich der Film mal wieder von Anfang an selbst spoilert, da müsste ich mir selbst mit vorhandenem Willen keinerlei Mühe geben.

Über Humor schweige ich lieber komplett, denn die ganze Angelegenheit als "Trauervorstellung" zu bezeichnen, wäre noch zu lieb - Sandy als Charakter selbst ist einfach so derartig traurig und bemitleidenswert, aber auch so nervig und aufdringlich zugleich, sodass ich weder Witz noch Sympathie mitnehme und am Ende eher irritiert/genervt von ihm bin. Darstellungen von Sandlers Freunden sind an sich auch keine Rede wert, da sie alle mehr oder weniger nur sich selbst spielen oder etwas überzeichnete Versionen ihrer Persönlichkeiten (selbst Sandlers Frau und Kinder haben hier ihren Auftritt).

Der wahre Höhepunkt ist eindeutig Jennifer Hudson als eine bodenständige, liebenswürdige und meist recht normale Person - sie bringt den Charme und die Sympathien mit links und muss sich angesichts der Konkurrenz keineswegs anstrengen, um die am wenigsten anstrengende Person im Film zu sein. Doch auch sie ist die zweistündige Laufzeit einfach nicht wert.

Fazit: Ein typischer Sandler-Streifen, der aufgrund einer Schauspielerin etwas über den letzteren Projekten ragt.

Montag, 1. Mai 2017

"Guardians of the Galaxy Vol. 2"

Story: Die Truppe lässt sich mittlerweile für fürstliche Entlohnung engangieren und rettet so berufsmäßig immer wieder die Galaxie. Nach einem schief gegangenem Auftrag jedoch stoßen die Guardians auf jemanden, der vorgibt, Star-Lords Vater zu sein...

Der erste Teil war auf jeden Fall eine willkommene Überraschung, sowohl generell als auch im Marvel-Universum (und eine mehr als angenehme für Marvel selbst, da es finanziell deutlich die Erwartungen übertraf). Kann die Fortsetzung da mithalten ? Es ist in gewisser Weise genauso wie es zwischen "Avengers" und "Avengers 2" ist: Der letztere Film ist in seinen Einzelteilen stärker als insgesamt und beim ersten Film ist es genau andersherum - hier ist alles peppiger, witziger und noch frecher denn je (jedoch nicht emotionaler). Sogar der Bösewicht ist dieses Mal viel besser, da ein persönlicher Bezug besteht und dieser von einem charismatischem Schauspieler gespielt wird (ist vielleicht der erste gute Bösewicht in diesem Film-Universum seit Loki). Der größte Pluspunkt ist aber erneut der großartige Soundtrack, der mehr zum Flair des Films beiträgt als es jeglicher Effekt oder Schauspielleistung könnte - ob man das positiv oder negativ auffasst, sei jedem selbst überlassen.

Fazit: Bunt und spaßig; im Allgemeinen auf der Stufe mit dem Vorgänger !

P.S.: Wenn die Easter Eggs und die Nachspannszenen eines andeuten, dann jedenfalls einen glorreichen und wichtigen Auftritt der Guardians auf die Avengers !
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