Sonntag, 9. Juni 2013

Kleines Hallo vom neuen Gesicht

Hallo :)

Seit einiger Zeit verfolge ich die Neuigkeiten dieses Blogs und auch seines Autors.
Ich denke jeder Leser stellt die Qualität der Recherche, das ansehnliche Hintergrundwissen und die kritische Auseinandersetzung mit dem Stoff fest. Dies alles beschert diesem kleinen Filmkritik-Projekt eine regelmäßige Leserschaft, bringt aber zwangsläufig eine Menge Arbeit und einen enormen Zeitaufwand mit sich - gerade für unseren Autor, beschäftigter Student mit viel zu vielen zeitraubenden Hobbys.
Die Idee, Gastautoren zu beschäftigen besteht schon länger. Und hier kommt nun meine Wenigkeit ins Spiel:
Demnächst werden hoffentlich ein paar Einträge aus meiner Feder stammen. Um Rudolf zu zitieren wird „eine reizende junge Dame mal hin und wieder einspringen“.

Zu meiner Person gibt es nicht zu viel sagen. Ich bin selbst Studentin, zähle 20 Lenze und lebe derzeit im Tal der Ahnungslosen.
Filmisch bin ich bei weitem nicht so involviert wie Rudolf, mache dies aber durch Interesse wett und gebe stets mein bestes. Ich hoffe, ihr werdet dem Blog die Treue halten und auch meine Einträge lesen.

Bis bald.

Freitag, 7. Juni 2013

"Superman"-Special: "Superman" (1978)

In Anbetracht eines neuen "Superman"-Films (da traut sich DC endlich mal wieder zu, etwas Anderes als Batman zu inszenieren) gibt es ab heute jeden Live-Action-"Superman"-Film als Kritik. Und wo fängt man am besten an, als bei einem der ersten großen Superhelden-Filme überhaupt ?

Story: Bevor Krypton zerstört wird, schicken Jor-El und seine Frau ihren einzigen Sohn Kal-El zur Erde, wo er von den kinderlosen Kents aufgezogen wird und den Namen Clark bekommt. Als Erwachsener kommt Kal-El immer besser mit seinen Kräften klar und entschließt sich, sie für das Gute der Menschheit zu verwenden...

Dieser Film hatte im Prinzip die große Superhelden-Offensive im Kino gestartet, als man anfing, deutlich mehr Budget bereit zu stellen und wer, wenn nicht der Mann aus Stahl, sollte der Erste sein, der mal einen "richtigen" Film bekommt ? Und ja, es hab auch schon Superhelden-Filme davor, aber diese waren eher als überlange Serien-Episoden konzipiert und nie wirklich als Filme - ja, auch der Batman-Film der 60er zählt meiner Meinung nach dazu.

Schon komisch, dass der eigentliche Star des Films ein absoluter Newcomer damals war - und hiermit zu einer der beliebtesten amerikanischen Ikonen aufstieg. Christopher Reeve als Superman bringt die genau richtige Balance, um als ein aufrichtiger Superheld und als sein Alter Ego, den trotteligen Reporter, zu überzeugen. Es mag vermutlich auch stark am Drehbuch liegen, aber trotz seiner scheinbaren Unfehlbarkeit wirkt Reeve stets sympatisch und hat den nötigen Charme, um dieser Doppelrolle nicht nur Gewicht, sondern auch noch Geschmack zu geben. Aber er ist nicht der Einzige, der hier überzeugen kann: Die "eigentlichen" Stars wie Marlon Brando und Gene Hackman schlagen sich auch mehr als gut.

Die Tagline lautete: "You`ll believe a man can fly" und genau das hat Regisseur Richard Donner für die damalige Zeit sehr gut hinbekommen. Dafür, dass Special Effects noch in den Kinderschuhen steckten ("Star Wars" kam ja nur ein Jahr zuvor), hat man das Hauptziel erreicht und Reeve tatsächlich fliegen lassen und das mit so viel Aufwand, dass man dafür Respekt haben muss. Als das i-Tüpfelchen müsste man noch das musikalische Stück von John Williams erwähnen (da ist ja schon wieder eine "Star Wars"-Referenz), das ähnlich dem von Elfman für Batman den Charakter perfekt beschreibt; so sollten Themes sein.

Fazit: Es ist kein Vogel, kein Flugzeug, sondern ein gut gemachter erster Film vom Mann aus Stahl, der von hier an eine recht interessante Entwicklung vor sich hat und auch indirekt die erste große Superhelden-Filme-Welle ausgelöst hat...



Mittwoch, 5. Juni 2013

Serien-Kritik: "Family Guy"

Story: Eine Familie aus Quahog, die einfach irgendwie anders ist und dennoch typisch amerikanisch...und sie erlebt allerlei Zeug.

Lieblings-Charakter: Hätte die Serie nur die ersten paar Staffeln, dann würde ich mich nicht zwischen Stewie und Brian entscheiden können, da der eine im Prinzip der Einzige ist, der für halbwegs interessante Episoden-Setups verantwortlich und Brian die Bezugsperson zum Zuschauer war, so als "Otto-Normalhund" sozusagen. Je weiter der wilde Tanz aber ging, desto weiter entfernten sich die beiden besten Charaktere von ihren Wurzeln und sind nun genauso untragbar wie der Rest. Von daher kann ich hier keinen wählen.

Ungeliebter Charakter: Ich glaube, dass ich die offensichtlichste Wahl treffe, nämlich Peter Griffin. Nicht nur weil er eine schamlose fast 1:1 Kopie von Homer Simpson ist, sondern weil er von einem dümmlichen Vater mit guten Intentionen zum Synonym von absoluter Hirnlosigkeit wurde (weil es dadurch komischer ist ?) Ich habe nichts gegen Charaktere, die dumm oder auch zurückgeblieben sind, aber ich erwarte auch, dass der Charakter gut geschrieben ist (was hier nicht der Fall ist).

Lieblings-Episode: /

Meine Meinung zur Serie: Ich werde versuchen, mich möglichst gut, verständlich und ruhig auszudrücken: Ich hasse diese Serie nicht, aber ich kann es auch nicht abstreiten, dass ich eine gewisse Art von Verachtung gegenüber ihr besitze. Als eine der ersten Serien, die auf der "Simpsons"-Welle schwimmen wollte, ist es doch erschreckend zu sehen, wie viel "Family Guy" eigentlich von den "Simpsons" klaut - egal ob Charaktere, Geschichten oder auch Gags; die Ratings stimmen ja, also wen stört`s ? Ich persönlich sehe nicht den Reiz einer Serie, die hauptsächlich auf diesen drei Sachen steht:

1. Mehr als häufiges Anspielen auf Popkultur aus den 70ern/80ern, egal wie skurril oder mainstream es ist. Am besten ist es, wenn wir es durch cleveres Wegschneiden machen.
2. Das Strecken eines Gags ins Unmögliche und weit über den Gag hinaus
3. Der verzweifelte Versuch, kalkulierte "Erwachsenen"-Witze gefährlich und kontrovers aussehen zu lassen, wobei diese bsw. gegen "South Park" wie Kindergarten aussehen

Ich werde nie verstehen wie es dafür ein Publikum geben kann. Ja, man kann zwischendurch mit Referenzen um sich schmeißen, aber das ist noch lange keine Entschuldigung für die Faulheit der Schreiber (ich bin ernsthaft schockiert, dass man durch so eine leichte Arbeit so viel Geld verdienen kann).

Es gibt noch einige andere Punkte, die mich an "Family Guy" stören, aber die Drehbücher und die Gags waren für mich die größten No-Gos, weswegen ich sie auch hier erwähnt habe, obwohl ich eine ganze Top 10 daraus machen könnte.

Wem zu empfehlen: Ich persönlich würde eher auf den Konkurrenten "South Park" hinweisen, aber mir würde auf die Schnelle niemand einfallen, wem ich "Family Guy" empfehlen könnte. Falls Referenzen euer Ding sind oder auf Gags wie diese: "Weißt du noch damals, als ich mit (Name hier einfügen) (Aktivität einfügen) habe ?" steht, dann ist es vielleicht euer Brot, aber garantiert nicht meins.

Dienstag, 4. Juni 2013

"The Place Beyond the Pines"

Story: Luke ist Stuntfahrer und trifft in einer Kleinstadt auf seine Ex-Liebe Romina, von der er einen einjährigen Sohn hat, für den er seinen Job aufgibt und auf Anraten des Werkstattbesitzers Robin mit ihm zu Raubzügen aufbricht, um für seine kleine Familie zu sorgen. Der ihm hinter dem Nacken sitzende Polizist Avery vernachlässigt hingegen seine Familie für die Arbeit und muss sich nebenbei mit korrupten Polizisten rumschlagen. 15 Jahre später befreunden sich ihre Söhne ohne es zu wissen und es scheint alles halbwegs gut zu gehen, bis einer von ihnen die Wahrheit aufdeckt...

Dieser Film ist aufgebaut wie ein Theaterstück mit 3 Akten, bzw. 3 Geschichten, die allesamt unterschiedlich aufgebaut sind und dennoch zusammenhängen. Der Regisseur überrascht positiv mit gewissen Einstellungen, die beispielhaft sind für das visuelle Medium - man sieht die Verhältnisse der Charaktere zueinander, es braucht dazu keinerlei Dialoge...apropos das Visuelle: Was man hier an Einstellungen herbei gezaubert hat, sieht sehr schön aus - alleine die Eingangsszene macht was her (vermutlich weil dort kein Schnitt erfolgt).

Schauspieltechnisch gibt es hier ein gut aufeinander abgestimmtes Ensemble, aus dem vor allem Ryan Gosling (der es langsam verdient hätte, auch mal eine Oscar-Nominierung zu bekommen) und Bradley Cooper (der hoffentlich in nächster Zeit mehr gute Filme wie diese aussucht) herausstechen und jeder auf seine Weise einen Sohn und Vater gleichzeitig spielen und somit auch zu einem der Hauptmotive des Films beitragen. Es geht hier nicht direkt um ein Duell zwischen den beiden, sondern viel mehr, wie sie sich gegenüber Mitmenschen verhalten und was das für Auswirkungen auf ihre Söhne hat; eine gewisse Art von "actio" und dem dazugehörigem "reactio", die sich auf der Entwicklung eines Menschen abbilden und ihn so formen kann.

Fazit: "The Place Beyond the Pines" ist packend, ergreifend und intensiv. Ein Film, wo man abseits der bewegten Bilder schauen muss, um wirklich zu sehen, wie sich dieses Drama von Vätern und Söhnen entwickelt.

Sonntag, 2. Juni 2013

"Hangover 3"

Story: 2 Jahre nach den Ereignissen in Bangkok hat sich die Lage um das Wolfsrudel scheinbar stabilisiert, zumindest bis die anderen Jungs bemerken, dass Alan dringend in eine psychiatrische Klinik gehört. Auf dem Weg dorthin werden sie von Doug getrennt, der vom Drogenbaron Marshall  entführt wurde, damit das Wolfsrudel für ihn einen gewissen Schuldner namens Leslie Chow innerhalb von 3 Tagen findet...

Ich bin nicht der allergrößte Fan, aber ich fand den ersten "Hangover"-Teil relativ witzig als eine einmalige Sache mit netten Ideen und einigen guten Gags...der zweite Teil war dagegen erstens absolut unnötig und zweitens eine dreiste Kopie des Erstlings, nur in einem anderen Setting und einem dunkleren Ton. Teil 3 soll nun endgültig mit dem traditionellen Filmriss brechen und den ultimativen Abschluss einer "Saga" präsentieren. Denn nach "Twilight" kann sich jede Filmreihe nun eine "Saga" nennen, weil das Wort keinerlei Bedeutung mehr hat.

Das Wichtigste zuerst: Der Humor ist nicht mein Stil. Hatte das Original noch bei seinen Gags einen gewissen Aufbau und spielte die Pointe aus, so verkommt man hier zum bloßen "Guck mal, der da sagt das und das und das ist automatisch witzig weil es halt so ist !". Wer sich über sowas schlapp lacht, bitte sehr, mich erinnerte es sehr stark an moderne Sitcoms und ich habe fieberhaft nach Alternativen gesucht. Die Charaktere sind ein weiteres Rätsel dieses Films: Warum ist Chow jetzt so ein großer Charakter ? War er nicht einfach nur so ein Nebenbei-Ding aus dem ersten und eine halbnette Erinnerung im zweiten Teil ? Nun ist er der eigentliche Protagonist der Reihe und sobald er auftaucht, stehen die Zeichen auf asiatische homo-erotische Vorurteile en masse; der "Bräutigam" Doug ist mal wieder komplett nutzlos und Alan wurde noch "hirntoter" gemacht, weil es dadurch scheinbar noch witziger ist oder so (achja, Stu und Phil entwickeln sich gar nicht mehr). Eine absolute Enttäuschung ist John Goodman, der eigentlich alle anderen an die Wand spielen könnte, hier aber stattdessen vom miserablen Drehbuch zurückgehalten wird und wohl auch nicht so viel Lust hatte, mitzumachen.

Fazit: "Hangover 3" hat ein absolutes No-Go bei mir erreicht: Es ist unwitzig und eine Komödie sollte das nicht sein. Eine der bisher schlechtesten Film-Komödien des Jahres (und das sagt bei Genre-Kollegen wie "Movie 43" und "Scary Movie 5" schon was) und hoffentlich der letzte Eintrag in der "Saga".


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