Story: Direkt an das Ende vom 1974er-Original ansetzend, wird das Sawyer-Domizil niedergebrannt und das Böse scheint für immer verschollen. Zumindest bis es 20 Jahre später wieder im Keller erwacht...
Bei diesem Film ist es schwer, sich nicht schnell in Flüchen und Beschimpfungen zu verlieren und dass aus mehreren Gründen...ich nenne mal die wichtigsten.
Zuallererst: Dieser Film ignoriert durch seine Story jegliche Sequels/Reboots/Remakes/Prequels, die nach dem Original-Kultfilm rausgekommen sind. Einerseits mag das ja positiv sein, weil die meisten dieser Werke nicht besonders gut bis schlecht bis absolut verabscheuungswürdig sind und andererseits ist dieser Film so richtig schlecht. Die Stufe von "schlecht", die eine Franchise erreicht, wenn die Qualität nicht mal den Standard einer "DVD-only"-Veröffentlichung hat. Ja, es ist SO schlecht...erinnert mich fast an den neuesten "Hellraiser"-Teil. Aber je weniger man davon spricht, desto gesünder lebt man.
Außerdem folgt dieser "Horrorfilm" (eine Genrebezeichnung für einen Film, die mal langsam wieder vernünftig für den Mainstream definiert werden soll; "Splatter" und "Horror" sind 2 absolut verschiedene Genres) so ziemlich den billigsten Taktiken eines modernen Horrofilms: Es sieht billig aus, die Schauspieler sind grauenhaft und ich habe absolut keine Sympathie weder für Täter noch für Opfer, sogar die Tode sehen richtig billig aus (und wenn ich mich nicht mal an den Toden von fiktiven, hirnlosen und austauschbaren jugendlichen Arschlöchern erfreuen kann, dann hat der Film komplett versagt); "Splatter"-Fans schauen da weiterhin Sachen wie "Saw".
Das dritte Verbrechen ist zugegebenermaßen eher indirekt abhängig vom Film, aber diese Katastrophe hat in den USA Filme wie "Der Hobbit" und "Django Unchained" locker überholt und spielt nun mehr als genug ein, um eine Fortsetzung zu garantieren. Waren die Leute so dürftig nach Blut und Brüsten ? Am Ende ist dieser Streifen ein film-technisch ähnlicher Fall wie ein typischer "Twilight"-Film: Beschissen, aber wenn man gewillt ist, sich die Unterhaltung selbst zu gestalten, dann findet man einen relativ einfachen Weg.
Fazit: Eine Schande von einem (Horror)-Film, auf alle Fälle vermeiden !
Samstag, 12. Januar 2013
Freitag, 11. Januar 2013
"Silver Linings"
Story: Pat Solatano hat 8 Monate in einer psychiatrischen Anstalt für das Zusammenschlagen des Liebhabers seiner Frau verbracht und kommt nun unter die Obhut seiner Eltern, die ebenfalls nicht sicher sind vor den Auswirkungen seiner bipolaren Persönlichkeitsstörung. Nebenbei macht ihm die aus Depression wegen dem Tod ihres Mannes tanzende Tiffany nicht nur ein unmoralisches Sex-, sondern auch ein generelles Angebot, ihm zu helfen, seine Frau und Job wiederzubekommen, wenn er mit ihr tanzt...
"Silver Linings" ist überraschenderweise ein Anwärter auf ganze 8 Oscars und anders als manche andere Filme auch wirklich verdient. Im Prinzip funktioniert dieser Film absolut wegen 2 wichtigen Gründen:
1. Bradley Cooper und Jennifer Lawrence sind ein tolles Leinwandpaar. Ihre sehr guten Darstellungen, wo jeder seine eigene Verrücktheit glaubhaft und dank dem Regisseur auch sympatisch rüberbringen kann, werden durch einander scheinbar nur noch gesteigert. Insbesondere Lawrence könnte das als noch junge Schauspielerin gut tun.
2. Die Dialoge sind sooooooooooooo gut ! (Ja, sogar die Rechtschreibung beugt sich unter die.) Es mag nicht wie ein wichtiger Aspekt erscheinen, aber insbesondere in einer RomCom ist das für mich eines der entscheidenden Aspekte zwischen einem "Strike" und einem "Blow"...hier ist es eindeutig ein "Strike". Ich konnte wirklich für die Laufzeit glauben, dass Leute so auch im echten Leben reden könnten und wenn dann auch noch tolle Darstellungen Emotionen reinpacken, dann wird das, was gesagt wird, umso bedeutungsvoller.
Nebenbei gibt es außerdem gute Performances von den Nebendarstellern (freut mich für DeNiro und Tucker) und im Allgemeinen finde ich, dass der Film eine gute Gratwanderung findet, um das Thema vom "Verrücktsein" relativ ausgeglichen. Man zeigt zwar deutlich, wie verrückt die jeweiligen Personen auf ihre Art sind, aber im Endeffekt sind das auch nur Menschen, die beim Streben nach Besserung ihre Chancen und Verständnis verdienen.
Fazit: Der Film hat Witz, Humor, Herz, tolle Regie, tolle Schauspieler und tolle Dialoge - wow, die Lage an der RomCom-Front wird immer besser. Und bald sogar vielleicht (eher unwahrscheinlich) Oscar-prämiert.
"Silver Linings" ist überraschenderweise ein Anwärter auf ganze 8 Oscars und anders als manche andere Filme auch wirklich verdient. Im Prinzip funktioniert dieser Film absolut wegen 2 wichtigen Gründen:
1. Bradley Cooper und Jennifer Lawrence sind ein tolles Leinwandpaar. Ihre sehr guten Darstellungen, wo jeder seine eigene Verrücktheit glaubhaft und dank dem Regisseur auch sympatisch rüberbringen kann, werden durch einander scheinbar nur noch gesteigert. Insbesondere Lawrence könnte das als noch junge Schauspielerin gut tun.
2. Die Dialoge sind sooooooooooooo gut ! (Ja, sogar die Rechtschreibung beugt sich unter die.) Es mag nicht wie ein wichtiger Aspekt erscheinen, aber insbesondere in einer RomCom ist das für mich eines der entscheidenden Aspekte zwischen einem "Strike" und einem "Blow"...hier ist es eindeutig ein "Strike". Ich konnte wirklich für die Laufzeit glauben, dass Leute so auch im echten Leben reden könnten und wenn dann auch noch tolle Darstellungen Emotionen reinpacken, dann wird das, was gesagt wird, umso bedeutungsvoller.
Nebenbei gibt es außerdem gute Performances von den Nebendarstellern (freut mich für DeNiro und Tucker) und im Allgemeinen finde ich, dass der Film eine gute Gratwanderung findet, um das Thema vom "Verrücktsein" relativ ausgeglichen. Man zeigt zwar deutlich, wie verrückt die jeweiligen Personen auf ihre Art sind, aber im Endeffekt sind das auch nur Menschen, die beim Streben nach Besserung ihre Chancen und Verständnis verdienen.
Fazit: Der Film hat Witz, Humor, Herz, tolle Regie, tolle Schauspieler und tolle Dialoge - wow, die Lage an der RomCom-Front wird immer besser. Und bald sogar vielleicht (eher unwahrscheinlich) Oscar-prämiert.
Sonntag, 6. Januar 2013
Wunschkritik: "Scarface" (1983)
Story: Fidel Castro öffnet 1980 die kubanische Grenze etwas, damit Familienangehörige in den USA und Kuba wieder zusammenkommen und um nebenbei Verbrecher und sonstigen Abschaum loszuwerden. Tony Montana ist einer von vielen Kleinkriminellen, die vom amerikanischen Traum träumen und er ist bereit, sich diesen unter jedem Preis unter den Nagel zu reißen...
Ein sehr interessanter Fall, denn das hier ist ein Remake eines Films aus 1932 und kurioserweise bekannter als das Original und das aus verschiedenen Gründen. Grund Nr. 1 ist natürlich ein unsterblicher Al Pacino, der uns einen der schillerndsten, polarisierendsten und herrlich (un-)sympatischsten Antihelden der Kinogeschichte liefert. Vielleicht sogar mehr als das: Ein Symbol, eine Art Zeitgefühl vieler Immigranten und deren Gegenteil...und dem Film merkt man es genauso an wie dem Protagonisten: Es ist ein Produkt seiner Zeit mit seinen Montagen, die mit Popmusik unterlegt sind, mit seinen "charakteristischen" Stil-Entwicklungen während des Films und es hat, wie bereits erwähnt, einen herausragenden Protagonisten, der sich in diesem Fall durch seine zahlreichen Zitate in der Popkultur unsterblich gemacht hat.
Interessant ist dieser Film auch wegen seiner schonungslosen Gewalt, die ihm die Indizierung bis 2011 einbrachte. Nicht, dass diese besonders explizit wäre - jeder Splatter von heute kann das locker überbieten - es ist viel mehr die Vorstellung im Kopf, die einen wie im "klassischen" Horrorfilm mehr bangen lässt, als auf der Leinwand geschieht. Schockierender ist jedoch die Tatsache, dass alle Gewalttaten der Realität entstammen, da der Regisseur sich ausgiebig mit allerlei Themen wie Drogen, Mafia und den damit verbundenen Verbrechen beschäftigt hat. Auch auf diese Weise ist dieser Film ein Spiegel seiner Zeit: Die Vorstellung von schnellem Geld, Frauen und vor allem Macht, die sich auf vielerlei Wegen finden lässt, aber der vermeintlich schnellste, steilste und krasseste wird herbeigesehnt.
Fazit: Mit "Scarface" wurde Al Pacino endgültig unsterblich und der nur ihm gehörende Klimax ist für mich einer der besten Enden in der Filmgeschichte. Es ist eine dramatische, knallharte und schonungslose Geschichte, fast schon eine Parabel, von einem schon so oft erzählten amerikanischen Traum, der hier ohne jegliche Märchenhaftigkeit dargelegt wird.
Interessant ist dieser Film auch wegen seiner schonungslosen Gewalt, die ihm die Indizierung bis 2011 einbrachte. Nicht, dass diese besonders explizit wäre - jeder Splatter von heute kann das locker überbieten - es ist viel mehr die Vorstellung im Kopf, die einen wie im "klassischen" Horrorfilm mehr bangen lässt, als auf der Leinwand geschieht. Schockierender ist jedoch die Tatsache, dass alle Gewalttaten der Realität entstammen, da der Regisseur sich ausgiebig mit allerlei Themen wie Drogen, Mafia und den damit verbundenen Verbrechen beschäftigt hat. Auch auf diese Weise ist dieser Film ein Spiegel seiner Zeit: Die Vorstellung von schnellem Geld, Frauen und vor allem Macht, die sich auf vielerlei Wegen finden lässt, aber der vermeintlich schnellste, steilste und krasseste wird herbeigesehnt.
Fazit: Mit "Scarface" wurde Al Pacino endgültig unsterblich und der nur ihm gehörende Klimax ist für mich einer der besten Enden in der Filmgeschichte. Es ist eine dramatische, knallharte und schonungslose Geschichte, fast schon eine Parabel, von einem schon so oft erzählten amerikanischen Traum, der hier ohne jegliche Märchenhaftigkeit dargelegt wird.
Freitag, 4. Januar 2013
"Schlussmacher"
Story: Paul ist professioneller "Schlussmacher" für eine Berliner Trennungsagentur. Bei seinem neuesten Auftrag trifft er aber auf einen besonderen Fall, der ihn auch noch durch ganz Deutschland begleitet...
Matthias Schweighöfer war vielleicht mal ganz sympatisch als Schauspieler und Regisseur in seinem ersten "Doppel-Werk" "What A Man", aber die Werbekampagne zu diesem Film war einfach nur übertrieben. In den letzten Tagen gab es massenweise Werbung für insbesondere zwei Filme: "Jack Reacher" und "Schlussmacher", bei Pro7 packte man möglichst mehrere "Gags" mit dem Wort "Schluss" in die Werbepausen. Genau diese aggressive Werbekampagne hat für mich im Nachhinein negativ beeinflusst, was sich vom Film selber bestätigen ließ.
Paul ist eigentlich ein ziemliches Arschloch und obwohl man ein paar relativ gute Gags mit Trennungen raushauen konnte, so übernehmen am Ende zahlreiche alte Hollywood-Klischees das Ruder und Schweighöfer als Regisseur verliebt sich dann doch viel zu sehr in Kamerafahrten...die absolut nichts mit dem Plot zu tun haben (wie die Kranschwankungen bei "Bauer sucht Frau").
Ansonsten ist das Ganze herrlich platt und typisch für eine deutsche Kopie eines Hollywood-Films, denn trotz existierender Trennungsagenturen wurde dieser Film wohl eher von "Hitch - The Date Doktor" inspiriert, nur wurde hier die Geschichte umgedreht. Es kommt nicht, wie Schweighöfer es vermutlich gewünscht hat, wirklich vom Herzen - es ist nur ein weiterer kommerzieller US-Abklatsch. Glückwunsch, damit wird der Trend fortgesetzt, anstatt neue Wege einzuschlagen.
Fazit: Nicht, dass er ein schlechter Schauspieler wäre, aber er ist noch lange kein guter Regisseur. Bitte werde kein zweiter Til Schweiger, Schweighöfer, das hast du doch gar nicht nötig.
Matthias Schweighöfer war vielleicht mal ganz sympatisch als Schauspieler und Regisseur in seinem ersten "Doppel-Werk" "What A Man", aber die Werbekampagne zu diesem Film war einfach nur übertrieben. In den letzten Tagen gab es massenweise Werbung für insbesondere zwei Filme: "Jack Reacher" und "Schlussmacher", bei Pro7 packte man möglichst mehrere "Gags" mit dem Wort "Schluss" in die Werbepausen. Genau diese aggressive Werbekampagne hat für mich im Nachhinein negativ beeinflusst, was sich vom Film selber bestätigen ließ.
Paul ist eigentlich ein ziemliches Arschloch und obwohl man ein paar relativ gute Gags mit Trennungen raushauen konnte, so übernehmen am Ende zahlreiche alte Hollywood-Klischees das Ruder und Schweighöfer als Regisseur verliebt sich dann doch viel zu sehr in Kamerafahrten...die absolut nichts mit dem Plot zu tun haben (wie die Kranschwankungen bei "Bauer sucht Frau").
Ansonsten ist das Ganze herrlich platt und typisch für eine deutsche Kopie eines Hollywood-Films, denn trotz existierender Trennungsagenturen wurde dieser Film wohl eher von "Hitch - The Date Doktor" inspiriert, nur wurde hier die Geschichte umgedreht. Es kommt nicht, wie Schweighöfer es vermutlich gewünscht hat, wirklich vom Herzen - es ist nur ein weiterer kommerzieller US-Abklatsch. Glückwunsch, damit wird der Trend fortgesetzt, anstatt neue Wege einzuschlagen.
Fazit: Nicht, dass er ein schlechter Schauspieler wäre, aber er ist noch lange kein guter Regisseur. Bitte werde kein zweiter Til Schweiger, Schweighöfer, das hast du doch gar nicht nötig.
Donnerstag, 3. Januar 2013
Alt gegen Neu: "Batman" (1989) vs. "The Dark Knight" (2008)
Mal wieder eine Rückkehr dieser Rubrik und mal wieder eine Vorwarnung: Persönliche Meinung, d.h. wohl nicht passend für jedermann und auch kein Fakt.
Nach dem Abschluss der Nolan-Trilogie wollte ich mal ein Auge auf die meiner Meinung nach besten "Real-Life"-Batman-Filme werfen: "Batman" und "The Dark Knight". Warum ? Beide haben den Kern des Kampfes zwischen Batman und Joker, die Details herum variieren etwas, weswegen ein absolut direkter Vergleich unmöglich ist...weswegen ich nur Punkte vergleichen werde, die auch wirklich in beiden Filmen vorkommen. Das heißt, dass Two-Face ausgelassen wird (seine Geschichte wäre sowieso eher ein negativer Punkt für "TDK" gewesen), ebenso wie Lucius Fox, Bob und Comissioner Gordon. Weil ich es mir nicht zu einfach machen will, lasse ich den Punkt vom "Theme"/"Atmosphäre" aus, weil dort der Oldie locker gewinnt.
Bruce Wayne/Batman: Lasst uns mit Michael Keaton beginnen. Sein Bruce Wayne ist ein relativ ruhiger und unauffälliger Typ, aber auch ein Womanizer - niemand würde den Dunklen Ritter hinter ihm vermuten. Als Batman kann Keaton mit einer etwas veränderten Stimme und einem frechen Lächeln wenn nicht gruselig, dann furchteinflößend rüberkommen; sein Selbstbewusstsein als Batman neben einem Kostüm, welches funktionstüchtig, praktisch, dynamisch und schlichtweg zeitlos aussieht. Seine Motive muss er nicht in ellenlangen Dialogen darlegen, man sieht es entweder seinem subtilen Schauspiel an oder es lässt sich in einem Satz erklären: "Weil es niemand anders kann".
Christian Bale hat anders als Keaton viel mehr Wayne darzustellen, weil die Nolan-Filme einen Reboot darstellen und man den Charakter von Anfang an neu einführen muss. Sein Bruce Wayne ist ein nach Aufmerksamkeit lechzender Multimillionär, der krankhaft versucht, so nervig wie möglich rüberzukommen, um nicht aufzufallen (was er ja dadurch tut). Dieser Batman hat einen für schnelle Kämpfe unpraktischen Militäranzug, der etwas aufgebläht wirkt. Ich habe die Stimme schon in den Kritiken zu "Batman Begins" und "The Dark Knight" erwähnt, aber ich schreibe es noch mal hierhin: Bale versucht, furchteinflößend zu sein...ich persönlich muss immer loslachen, wenn ich diese übertrieben in die Tiefe verlegte Stimme höre. Die Motive...werden von jedem Charakter erklärt, kein Witz, von JEDEM: Ihm, seinem Butler, seiner Freundin, Harvey Dent, dem Joker, Comissioner Gordon, Lucius Fox...kurzum jedem. Nicht dass die Dialoge schlecht sind, aber für mich gibt es eine feine Grenze zwischen Erklärung und das Script ins Gesicht des Zuschauers halten, diese wurde hier überschritten, damit auch der Lezte kapiert, warum Batman Batman ist.
Mit anderen Worten: Keaton ist subtil und für mich persönlich einfach überzeugender, alleine von der Präsenz her, während Bale eher etwas verzweifelt versucht, etwas zu sein, was er nicht ist. Punkt für "Batman" !
Joker: Jack Nicholson als Joker zu besetzen war eine naheliegende Idee, denn er hat solche Art von Rollen schon immer gespielt und wird es vermutlich auch immer tun, wenn er sehr gute Darstellungen liefern will. Er ist einfach unvorhersehbar, ein reinstes Chaos, "bedrohlich-unterhaltsam", wie ich ihn im "TDK"-Post genannt habe - Nicholson stellt die eher witzig-wahnsinnige Seite des Jokers dar und somit einen seiner Kernaspekte.
Heath Ledger spielte dagegen komplett gegen seinen Typ und ging in seiner Rolle komplett auf; er interpretiert den Joker eher als einen psychopatisch-gruseligen Terroristen, der ähnlich den Bomben die er legt, leicht hochgehen könnte - im schlimmsten Fall ein Dominostein, der eine irreversible Kettenreaktion starten könnte.
Im Endeffekt finde ich, dass niemand von den beiden DEN Joker verkörpert (das wäre Mark Hamill so wie Kevin Conroy Batman ist), aber objektiv gesehen muss ich hier den Punkt an "The Dark Knight" geben, weil Nicholson im Prinzip nicht wirklich "schauspielert", da er sich nicht sonderlich von einigen seiner anderen Rollen unterscheidet, während man Ledger in dessen Joker überhaupt nicht mehr sieht. Punkt für "The Dark Knight" !
Nebencharaktere: Dank vielerlei Ausnahmen muss ich hier nur Alfred und Vicky Vale/Rachel in beiden Filmen vergleichen. In "Batman" ist Alfred ein treuer Butler für Bruce und da, wenn er gebraucht wird, aber er drängt sich auch nie auf. In "The Dark Knight" ist er zwar unterhaltsamerweise energisch und involviert, aber die Tatsache, dass er für alles einen Monolog vorbereitet zu haben scheint, ist für mich auf Dauer etwas "klugscheißerisch" - einfach nur eine weitere Möglichkeit, alles zu erklären und auszudiskutieren. Hier setze ich auf ein gerechtes Unentschieden.
Vicky Vale im 89er "Batman" ist zwar eher ein Stereotyp von einer Frau in Filmen, alsdass sie vom Helden gerettet werden muss, aber sie hatte auch ihre Limits, war nett, quicklebendig und auch etwas hinterlistig - ein Charakter eben. Rachel aus "The Dark Knight"...existierte. Ich habe mich zwar nicht über ihren Tod gefreut, aber es war auch kein großer Verlust - sie hat für mich im Film kaum stattgefunden und wäre es auch nicht wert, überhaupt im Film aufzutauchen. Punkt für "Batman" !
Action: "Batman" ist auf dem Gebiet recht traditionell: Die Faust- und generell Nahkämpfe sind ziemlich gut inszeniert, während der Rest eher unspektakulär ausfällt. "The Dark Knight" hingegen lernte aus den Fehlern von "Batman Begins" und verbesserte nicht nur die Nahkämpfe, sondern sorgte für eine durchwegig aufrecht erhaltene Spannung durch Action, die hier nicht durch ein bescheideneres Budget beschränkt war und somit stets groß und bombastisch wirken konnte. Punkt für "The Dark Knight" !
Story: "Batman" von 1989 hat eine "Standard"-Story, in der Held und Schurke aufeinandertreffen und aufgrund von verschiedenen vorausgegangenen Situationen einander bekämpfen müssen, weil das Eine zum Anderen führt. "The Dark Knight" hingegen ist etwas zerstreuter, da er den Ursprung eines anderen Bösewichts (Two-Face) erzählen will, während er Joker einfach so beinhaltet, nur damit Batman psychisch ultimativ herausgefordert wird. Nebenbei gibt es zahlreiche Morallektionen über Gut und Böse, damit die Aktionen der verschiedenen Charaktere Sinn machen - anstatt die Entwicklung zu sehen, bekommen wir als Zuschauer diese praktisch vorgelesen. Ich bewundere zwar, wie Nolan versucht, mit "The Dark Knight" Superheldenfilme seriös und erwachsen zu machen, aber meiner Meinung nach sind diese Filme nicht nur allein von seriösen Themen, sondern auch von der Erzählart abhängig. Ich persönlich mag es lieber, wenn diese nur angedeutet sind und ich durch die bewegten Bilder am Bildschirm selber die Chance habe, über bestimmte Sachen nachzudenken, nicht, wenn man es mir erklären will. Für mich ist "Batman" am Ende der klarer definierte Film, der auch noch zeitloser und allgemein kompakter wirkt - er weiß einfach, was er sein will und das ist er auch. "The Dark Knight" hingegen schafft es nicht ganz so viel mehr zu sein, als er so verzweifelt sein will. Punkt und somit Sieg für "Batman", den besseren Batman-Film !
Nach dem Abschluss der Nolan-Trilogie wollte ich mal ein Auge auf die meiner Meinung nach besten "Real-Life"-Batman-Filme werfen: "Batman" und "The Dark Knight". Warum ? Beide haben den Kern des Kampfes zwischen Batman und Joker, die Details herum variieren etwas, weswegen ein absolut direkter Vergleich unmöglich ist...weswegen ich nur Punkte vergleichen werde, die auch wirklich in beiden Filmen vorkommen. Das heißt, dass Two-Face ausgelassen wird (seine Geschichte wäre sowieso eher ein negativer Punkt für "TDK" gewesen), ebenso wie Lucius Fox, Bob und Comissioner Gordon. Weil ich es mir nicht zu einfach machen will, lasse ich den Punkt vom "Theme"/"Atmosphäre" aus, weil dort der Oldie locker gewinnt.
Bruce Wayne/Batman: Lasst uns mit Michael Keaton beginnen. Sein Bruce Wayne ist ein relativ ruhiger und unauffälliger Typ, aber auch ein Womanizer - niemand würde den Dunklen Ritter hinter ihm vermuten. Als Batman kann Keaton mit einer etwas veränderten Stimme und einem frechen Lächeln wenn nicht gruselig, dann furchteinflößend rüberkommen; sein Selbstbewusstsein als Batman neben einem Kostüm, welches funktionstüchtig, praktisch, dynamisch und schlichtweg zeitlos aussieht. Seine Motive muss er nicht in ellenlangen Dialogen darlegen, man sieht es entweder seinem subtilen Schauspiel an oder es lässt sich in einem Satz erklären: "Weil es niemand anders kann".
Christian Bale hat anders als Keaton viel mehr Wayne darzustellen, weil die Nolan-Filme einen Reboot darstellen und man den Charakter von Anfang an neu einführen muss. Sein Bruce Wayne ist ein nach Aufmerksamkeit lechzender Multimillionär, der krankhaft versucht, so nervig wie möglich rüberzukommen, um nicht aufzufallen (was er ja dadurch tut). Dieser Batman hat einen für schnelle Kämpfe unpraktischen Militäranzug, der etwas aufgebläht wirkt. Ich habe die Stimme schon in den Kritiken zu "Batman Begins" und "The Dark Knight" erwähnt, aber ich schreibe es noch mal hierhin: Bale versucht, furchteinflößend zu sein...ich persönlich muss immer loslachen, wenn ich diese übertrieben in die Tiefe verlegte Stimme höre. Die Motive...werden von jedem Charakter erklärt, kein Witz, von JEDEM: Ihm, seinem Butler, seiner Freundin, Harvey Dent, dem Joker, Comissioner Gordon, Lucius Fox...kurzum jedem. Nicht dass die Dialoge schlecht sind, aber für mich gibt es eine feine Grenze zwischen Erklärung und das Script ins Gesicht des Zuschauers halten, diese wurde hier überschritten, damit auch der Lezte kapiert, warum Batman Batman ist.
Mit anderen Worten: Keaton ist subtil und für mich persönlich einfach überzeugender, alleine von der Präsenz her, während Bale eher etwas verzweifelt versucht, etwas zu sein, was er nicht ist. Punkt für "Batman" !
Joker: Jack Nicholson als Joker zu besetzen war eine naheliegende Idee, denn er hat solche Art von Rollen schon immer gespielt und wird es vermutlich auch immer tun, wenn er sehr gute Darstellungen liefern will. Er ist einfach unvorhersehbar, ein reinstes Chaos, "bedrohlich-unterhaltsam", wie ich ihn im "TDK"-Post genannt habe - Nicholson stellt die eher witzig-wahnsinnige Seite des Jokers dar und somit einen seiner Kernaspekte.
Heath Ledger spielte dagegen komplett gegen seinen Typ und ging in seiner Rolle komplett auf; er interpretiert den Joker eher als einen psychopatisch-gruseligen Terroristen, der ähnlich den Bomben die er legt, leicht hochgehen könnte - im schlimmsten Fall ein Dominostein, der eine irreversible Kettenreaktion starten könnte.
Im Endeffekt finde ich, dass niemand von den beiden DEN Joker verkörpert (das wäre Mark Hamill so wie Kevin Conroy Batman ist), aber objektiv gesehen muss ich hier den Punkt an "The Dark Knight" geben, weil Nicholson im Prinzip nicht wirklich "schauspielert", da er sich nicht sonderlich von einigen seiner anderen Rollen unterscheidet, während man Ledger in dessen Joker überhaupt nicht mehr sieht. Punkt für "The Dark Knight" !
Nebencharaktere: Dank vielerlei Ausnahmen muss ich hier nur Alfred und Vicky Vale/Rachel in beiden Filmen vergleichen. In "Batman" ist Alfred ein treuer Butler für Bruce und da, wenn er gebraucht wird, aber er drängt sich auch nie auf. In "The Dark Knight" ist er zwar unterhaltsamerweise energisch und involviert, aber die Tatsache, dass er für alles einen Monolog vorbereitet zu haben scheint, ist für mich auf Dauer etwas "klugscheißerisch" - einfach nur eine weitere Möglichkeit, alles zu erklären und auszudiskutieren. Hier setze ich auf ein gerechtes Unentschieden.
Vicky Vale im 89er "Batman" ist zwar eher ein Stereotyp von einer Frau in Filmen, alsdass sie vom Helden gerettet werden muss, aber sie hatte auch ihre Limits, war nett, quicklebendig und auch etwas hinterlistig - ein Charakter eben. Rachel aus "The Dark Knight"...existierte. Ich habe mich zwar nicht über ihren Tod gefreut, aber es war auch kein großer Verlust - sie hat für mich im Film kaum stattgefunden und wäre es auch nicht wert, überhaupt im Film aufzutauchen. Punkt für "Batman" !
Action: "Batman" ist auf dem Gebiet recht traditionell: Die Faust- und generell Nahkämpfe sind ziemlich gut inszeniert, während der Rest eher unspektakulär ausfällt. "The Dark Knight" hingegen lernte aus den Fehlern von "Batman Begins" und verbesserte nicht nur die Nahkämpfe, sondern sorgte für eine durchwegig aufrecht erhaltene Spannung durch Action, die hier nicht durch ein bescheideneres Budget beschränkt war und somit stets groß und bombastisch wirken konnte. Punkt für "The Dark Knight" !
Story: "Batman" von 1989 hat eine "Standard"-Story, in der Held und Schurke aufeinandertreffen und aufgrund von verschiedenen vorausgegangenen Situationen einander bekämpfen müssen, weil das Eine zum Anderen führt. "The Dark Knight" hingegen ist etwas zerstreuter, da er den Ursprung eines anderen Bösewichts (Two-Face) erzählen will, während er Joker einfach so beinhaltet, nur damit Batman psychisch ultimativ herausgefordert wird. Nebenbei gibt es zahlreiche Morallektionen über Gut und Böse, damit die Aktionen der verschiedenen Charaktere Sinn machen - anstatt die Entwicklung zu sehen, bekommen wir als Zuschauer diese praktisch vorgelesen. Ich bewundere zwar, wie Nolan versucht, mit "The Dark Knight" Superheldenfilme seriös und erwachsen zu machen, aber meiner Meinung nach sind diese Filme nicht nur allein von seriösen Themen, sondern auch von der Erzählart abhängig. Ich persönlich mag es lieber, wenn diese nur angedeutet sind und ich durch die bewegten Bilder am Bildschirm selber die Chance habe, über bestimmte Sachen nachzudenken, nicht, wenn man es mir erklären will. Für mich ist "Batman" am Ende der klarer definierte Film, der auch noch zeitloser und allgemein kompakter wirkt - er weiß einfach, was er sein will und das ist er auch. "The Dark Knight" hingegen schafft es nicht ganz so viel mehr zu sein, als er so verzweifelt sein will. Punkt und somit Sieg für "Batman", den besseren Batman-Film !
Abonnieren
Posts (Atom)