Samstag, 21. April 2012

"The Avengers"-Woche: "Captain America" (2011)

Story: Steve Rogers ist ein normaler New Yorker Jugendlicher, der wegen seines schwächlichen Körpers immer wieder nicht in die US-Army genommen wird (und das obwohl sie in 1943 reichlich Soldaten an der Front brauchen). Dies ändert sich, als er an einem Experiment teilnimmt, das ihn zu dem Supersoldat "Captain America" macht...

Von "Iron Man" abgesehen ist dieser Marvel-Film qualitätsmäßig am besten gemacht worden: Chris Evans ist ein glaubwürdiger Captain America (jaja, mal wieder so ein amerikanischer Patriot, der Nazis vermöbelt, aber so ist der Charakter nunmal), Tommy Lee Jones ist ein großartiger Colonel und Hugo Weaving persönlich ist der Bösewicht ! Daher ist das Casting schon mal gelungen.

Die Story...ja, es ist wieder so eine Standard-Sache im Stil von "Rocky": Ein Junge von ganz unten schafft es nach ganz oben...nur schafft es Steve durch ein Experiment und nicht durch Training. Laut dem Film ist Steve Captain America geworden, weil er aufgeschlossenen Patriotismus, Mut und Einfallsreichtum zeigt. Und ein Schild von Tony Starks Vater hat.

Aber eins habe ich nicht verstanden: Wieso sollte ich mich allzu sehr um diesen Helden Sorgen machen ? Hulk ist ein komplexer Charakter, Thor auch, Iron Man ist irgendwo spaßig, Captain America...ist bierernst. Ein Soldat, der so patriotisch ist, dass es fast schon schmerzt. Nicht, dass ich was gegen ernste Helden habe, aber selbst Batman hat mehrere Facetten an sich. Cap andererseits...ist ein Patriot. Im Prinzip ist es seine einzige aussagekräftige Charaktereigenschaft. Daher: Der Held ist langweilig. Gespielt wird er aber sehr gut. Schwer zu erklären.

Fazit: Der ganze Film ist sehr sicher gemacht worden, wie auf Autopilot gestellt. Das sichert natürlich die Qualität mit beigefügten guten Actionszenen, aber das Ganze ist eher eine "origin story", weil wir Steve Rogers verfolgen und nicht Captain America. Ich hoffe, dass er und sein Gegenspieler in den Sequels weiter ausgebaut werden. Es ist ähnlich wie "Thor", nur dass das Etablieren aller anderer Sachen viel besser ist und das Casting für alle wichtigen Charaktere gelungener ist.



Freitag, 20. April 2012

"The Avengers"-Woche: "Thor" (2011)

Story: Nachdem Thor die Bitte seines Göttervaters Odin, die im Waffestand zu Asgard liegenden Frostriesen nicht anzugreifen missachtet, wird er von eben diesem auf die Erde verbannt, um seinen Hammer Mjölnir und die Kräfte zu verdienen...

Zuallererst ist es interessant, den Comic-Thor realisiert zu sehen, weil dieser sich unglaublig von dem Sagen-Thor unterscheidet, der auch noch in einer Kutsche mit elektrisierenden Schafen rumfährt...ja, vielleicht ist dieser Thor ja doch besser. Der aus den Sagen war vor allem ein großartiger und beispielloser Krieger, durstend nach Blut - dieser hier ist erwartungsgemäß anders. Chris Hemsworths Thor ist auch ein gekonnter und erprobter Krieger, aber (ebenfalls erwartet) lernt Thor die menschliche Seite in sich kennen (das ist so offensichtlich, das ist kein Spoiler); dadurch wird er zu einem komplexeren Charakter.

Der Schurke Loki, der in den Sagen nicht der Stiefbruder Thors war, ist ein Höhepunkt und auch Enttäuschung des Films. Sein Wandel ist durch das Schauspiel von Tom Hiddleston zwar sehr gut gelungen, aber wird durch das Drehbuch zurückgehalten. Am Ende schaltet Loki einfach zu schnell um, was die Performance leider etwas schwächt. Natürlich darf ich auch nicht den Meister selbst, Anthony Hopkins als Odin, vergessen. Er sieht seinem Part am Ähnlichsten von allen aus und er spielt ihn auch am Besten von allen anderen Beteiligten. Da war noch eine Natalie Portman im Film ? Tja, sie war leider unglaublich selbstsüchtig und egoistisch für den Großteil des Films. Wieso hat sich Thor dann in sie verkna...ahja, sie ist ja Natalie Portman. Das reicht ja heutzutage.

Ich weiß selber nicht, wieso ich nicht allzu viel zu "Thor" sagen kann. Ich mag die Action, die Designs und die 3 erwähnten männlichen Hauptdarsteller. Ich mag aber das Timing des Films nicht, weil er einfach nur zu schnell ist. Da stellt man natürlich die Frage: "Hey, der Film ist fast 2 Stunden lang, wie kann er da zu schnell sein ?". Nunja, vieles was im Film als Standard gesetzt wird, soll einfach so akzeptiert werden, ohne dass es etabliert wird. Das beste Beispiel dafür ist natürlich der bereits erwähnte Wandel von Loki (nein, das ist kein Spoiler, die Trailer verraten hier eh alles).

Fazit: "Thor" ist so sicher und solide wie ein Wikingerschiff. Keine Experimente, nur Vorbereiten für die Sequels oder den "Avengers"-Film. Ist O.K.

P.S. : Viele wunderten sich ja im Vorfeld wer "der Typ mit dem Bogen im Trailer ist", nämlich Hawkeye. Er hat hier einen ziemlich jämmerlichen Cameo-Auftritt. Wieso ihn einbauen, wenn er keinen einzigen Schuss mit seinem Bogen abgibt ? Leute, die sich über Black Widow in "Iron Man 2" beschweren, haben Hawkeye in "Thor" nicht gesehen.

Donnerstag, 19. April 2012

"The Avengers"-Woche: "Iron Man 2" (2010)

Story: Tony Stark ist nun für alle öffentlich "Iron Man", was US-Militär, S.H.I.E.L.D. und auch den Sohn des ehemaligen Stark-Partners Vanko auf ihn aufmerksam macht. Dazu kommt auch noch, dass das Magnetfeld in Starks Rüstung ihn langsam tötet und er nun fieberhaft nach einem Gegenmittel suchen muss...

Entgegen der allgemeinen Meinung finde ich, dass "Iron Man 2" ein besserer Film ist als "Iron Man": Man hat wieder Robert Downey Jr. als Tony Stark, Gwyneth Paltrow als seine Sekretärin...Mickey Rourke als russischer Bösewicht Ivan Vanko ? Hell yeah ! Normalerweise finde ich es scheiße, wenn Russen durch Amerikaner porträtiert werden, aber Rourke behandelt die Rolle mit genug Respekt, Professionalität und Coolness, sodass er vollkommen darin aufgeht, ähnlich wie der Protagonist in seiner. Dann noch Don Cheadle als "Rhodey", Starks Lt.-Freund und "War Machine". Ganz genau, wir haben nicht nur einen, sondern 2 Männer in Eisenanzügen und es gibt genügend Szenen, wo die beiden in Kämpfen interagieren.

Was mir aber am meisten gefällt, ist die Entwicklung von Tony Starks Charakter. Im ersten Film spielte er im Prinzip noch mit seinem Anzug, während er hier erkennen muss was es heißt, wenn man mit seinem Image herumspielt. Aber das Publikum will mehr vom spaßigen Stark...und wo wir bei Charaktern sind: Wieso war Black Widow in diesem Film ? Ich weiß, dass man sie irgendwie reinbringen musste vor dem "Avengers"-Film und Scarlett Johansson ist O.K., aber sie ist komplett nutzlos und hätte nicht im Film sein sollen.

Was mir eher weniger gefällt, sind einige kleine Plotfehler, die aufgrund von zu hascher Produktionszeit entstanden sein müssen, bsw. wie Tony Stark sein Problem löst oder wie Rhodes zu seinem Eisenanzug kommt. Im Gegensatz dazu sind die Actionszenen ein großer Schritt vorwärts gegenüber dem ersten Film.

Fazit: "Iron Man 2" ist ein besserer Film als sein Vorgänger, aber ein schlechterer "Iron Man"-Film. Wenn man eine One-Man-Show will, dann schaut man den ersten Teil. Wenn man mehr von den Charaktern verlangt, dann die Fortsetzung. So einfach ist das.

Mittwoch, 18. April 2012

"Chronicle"

Story: Außenseiter Andrew, sein Frauenheld-Cousin Matt und Football-Star Steve entdecken plötzliche superhelden-ähnliche Fähigkeiten wie Levitation und Telekinese bei einem Meteoriten-Fund. Beim Herumexperimentieren entscheidet sich, wer von ihnen wozu mit seinen Gaben fähig ist...

Zuallererst: Der Film kostete "nur" 12 Mio. Dollar und sieht für diese richtig, richtig gut aus. Und ja, das ist ein "Found-Footage"-Streifen, aber es gibt erstaunlicherweise wenig verwackelte Bilder und der Look ist sehr realistisch (OK, das ist er in min. 90% aller Fälle sowieso); hier ist der Look so realistisch, weil es dem Film gut tut. Und es tut dem Film gut, dass er so realistisch ist. Sponanes Lachen, plötzlicher Schock oder andere Reaktionen machen den Film sehr realitätsgebunden. Das ist bei Filmen solcher Art sehr wichtig.

Schauspielerisch kann ich mich nicht beklagen, denn alle drei Jugendliche erfüllen ihren Job sehr gut, insbesondere Michael B. Jordan als Steve, der vermutlich das Herz und das vorlaute Maul der Truppe ist. Falls ich dennoch etwas Kritik an einem Schauspieler äußern darf, dann ist es Dane DeHaan als Andrew, dessen Entwicklung etwas mehr Zeit gebrauchen könnte, um glaubwürdiger zu klingen. Vielleicht ist auch nur das Skript Schuld, jedenfalls hoffe ich es.

Die Effekte sind erstaunlich gut gelungen und wirken nicht wie ein simples CGI-Massenextravaganza. Die Art, wie der Film generell gefilmt wurde, ist äußerst clever, was (hoffentlich) weitere Filmemacher zu ähnlicher Kreativität inspiriert. Jedenfalls kann man das nur wünschen.

Fazit: "Chronicle" ist selbstverständlich nicht "X-Men trifft Kick-Ass", sondern schafft etwas Eigenes. Ja, es hat gewisse Referenzen zu anderen Superhelden, aber das hier ist kein Superheldenfilm, sondern eher ein Mix zwischen Comedy, Thriller und Drama mit einer Spur Action drin. Man kann sowohl den drei Hauptdarstellern als auch dem Regisseur und Cutter eine gute Zukunft wünschen, denn "Chronicle" ist ein wirklich gut gemachter Film, der entgegen der Meinung von 20th Century Fox keine Franchise werden soll/muss.

"The Avengers"-Woche: "Der unglaubliche Hulk" (2008)

 
Story: Bruce Banner ist Wissenschaftler und experimentiert mit Gammastrahlen, von denen er auch zufällig getroffen wird; dies führt dazu, dass er bei einem zu hohen Puls zu einem großen grünen Monster wird und sich nicht mehr vollständig unter Kontrolle hat. Deshalb muss Banner nun ständig vor der Regierung fliehen, weil ihn diese einfangen/ausschalten wollen...

Edward Norton als Bruce Banner...ist ziemlich gut ! Er hat seine Rolle nicht so ikonisiert wie Robert Downey Jr. es mit "Iron Man", aber er macht einen ziemlich guten Job, um dieses "Dr. Jekyll vs. Mr. Hyde"-Dilemma dramatisch darzustellen; man kann verstehen, wieso er von seinem Segen/Fluch zerrissen ist. Liv Tyler als seine Freundin ist...leider eher blass, ebenso wie alle anderen Charaktere und traurigerweise auch der Schurke (was insbesondere schade ist).

Der Plot an sich...ist enttäuschend. Im Prinzip läuft Bruce Banner vor der Regierung weg und hier und da versucht er, sich von seiner schlechten Seite zu lösen. Vielleicht sollte ich auch nicht sonderlich mehr von einem Film mit einem großen grünen Monster erwarten, aber der "Hulk" ist eigentlich ein weitaus komplizierter Charakter und es ist schon bedauerlich, wenn er nicht mehr als wegrennen und vielleicht noch am Ende kämpfen kann. Ich habe eher das erwartet, was im kommenden "Avengers"-Film kommt, nämlich dass Banner als Mensch und als Hulk von Kollegen und Rivalen herausgefordert wird. Aber was kommt, das wird kommen. 

An die, die diesen Film alleine vom Aussehen her gegenüber dem anderen "Hulk"-Film (2003) abstufen: Der Hulk dort sah aufgeblasen aus, dieser Hulk ist weitaus massiver, daher glaubwürdiger (so glaubwürdig wie es halt sein kann). Die Actionszenen sind vom Level her einen Tick schlechter als die in "Iron Man", also immernoch mit einem hohen Standard, aber nicht so hoch wie in dem Vorgänger-Marvel-Film.

Fazit: Dieser Film ist vermutlich der schwächste aller "tie-in"-Marvel-Filme für die "Avengers", weil er neben Norton als Bruce Banner nichts derart Eigenständiges, Exzellentes oder Außergewöhnliches bietet, was ihn unter anderen auszeichnen würde. Ist gut genug für einen DVD-Abend, keinerlei Pflichtschau.

P.S. : Die Tatsache, dass Mark Ruffalo und nicht Edward Norton Bruce Banner in "The Avengers" spielt, ist keine große Sache, denn wie bereits erwähnt hat Norton einen sehr guten Job gemacht, aber die Rolle nicht an sich gebunden. Ruffalo ist ein guter Schauspieler und ich bin gespannt, wie er den Part des Hulk interpretiert (ja, er wird ihn selber spielen, Hulk wird nicht CGI-animiert sein).


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