Donnerstag, 31. Januar 2019

"The Favourite"

Story: Im frühen 18. Jahrhundert bekriegen sich Frankreich und England, an deren Spitze die unfitte Königin Anne steht. Aufgrund ihres Zustands regiert eigentlich ihre engste Vertraute Sarah Churchill, die nun auch ihre arme Cousine Abigail zu sich holt. Als diese die wahren Ausmaße des Kontakts zwischen Cousine und Königin erkennt, entbrennt zwischen den zwei Frauen ein regelrechter Kampf um die Gunst der Queen...

Dieser Film ist komplett anders als ich ihn mir vorstellte - sicherlich ist alles zeitgenössisch mit Klamotten, Dekorationen und Dialogen, aber egal wie gut die Schauspieler sind (und hier sind sie das zweifellos), es ist tatsächlich das Drehbuch, das alles überragt. "The Favourite" ist ein verdammt witziger und cleverer Streifen, aber es ist keine reine Komödie mit Gags...es ist eher ein persönlicher komischer Thriller mit Intrigen, bei dem keine Seite wirklich gut wegkommt (auch wenn eine eindeutig schlimmer ist als die andere). Das Herz und die Seele des Films sind eben diese teils kleinlichen, teils gemeinen Geplänkel zwischen zwei sehr ausgefuchsten Kontrahenten und genau deswegen ist dieser Film auch so sehenswert.

Fazit: Clever und höchst amüsant nebst grandiosen Einstellungen, superben Schauspielern und einer großen Liebe zum Detail !

"Vice"

Story: Wie viel Macht kann ein Mann kriegen, der sich größtenteils im Schatten des eigentlich mächtigsten Mannes der Welt aufhält ?

Adam McKays neuester Streich befasst sich mit dem Leben des ehemaligen Vizepräsidenten der USA Dick Cheney in einem ähnlichen Stil wie "The Big Short" sich mit der Finanzkrise von 2008 befasst hat. In gewisser Hinsicht kann man so auch sagen, ob man diesen Film mögen wird oder nicht, denn McKay nutzt hier oftmals ähnliche Techniken und es gibt einen ähnlichen, leicht veräppelnden Touch. Ich selbst kenne mich jetzt mit dieser Persönlichkeit nicht aus um historische Glaubwürdigkeit bescheinigen zu können, aber die allgemein bekannten Weltereignisse aus dieser Zeit schienen schon so zu stimmen. Allgemein betrachtet hat man hier eine tolle Besetzung mit einem verschwindenden Christian Bale an deren Spitze - verschwindend im Sinne von "in der Rolle verschwinden"; ein Oscargewinn wäre alles andere als unverdient. Insgesamt ein ordentlicher Film, der gegen Ende natürlich auch gegenwärtige Politik aufgreifen muss...ob das jedoch absolut notwendig ist in diesem Film ist natürlich eine andere Frage.

Fazit: "Vice" ist ein guter Film, aber nicht herausragend. Anders als Bale, denn dieser ist hier wirklich herausragend.

"Holmes & Watson"

Story: Sherlock Holmes und sein treuer Gefährte Dr. John Watson lösen unzählige knifflige Fälle im viktorianischen England. Bei seinem neuesten Fall muss Holmes Königin Victoria vor seinem Erzfeind Professor Moriarty beschützen...

Ich bin zwar ein großer Fan und hab bereits viele verschiedene Adaptionen des berühmtesten Detektivs aller Zeiten reingezogen, aber das hier ist einfach nur eine absolute Frechheit. Als Fan hab ich nichts dagegen, wenn man etwas persiflieren, parodieren oder sonst was tun würde, aber einfach nur schänden ist halt auch scheiße. Ein unsinniger Film kann gern unsinnig bleiben, aber man sollte dann zumindest gute Gags haben oder eine Idee, die verfolgt wird - hier gibt es bedauernswerterweise weder das erste noch das zweite. Ich denke Will Ferrell und John C. Riley können witzig sein, auch als Duo, aber das hier ist einfach nur ein unlustiges und erbärmliches Schmierentheater. Mehr nicht.

Fazit: Einfach nur buh.

Mittwoch, 30. Januar 2019

"Halloween" (2018)

Story: In der schicksalshaften Nacht von Halloween in 1978 wurde Michael Myers verhaftet und erneut in die Psychiatrie gesteckt. 40 Jahre später gelingt ihm die Flucht, doch sein ehemaliges Opfer Laurie hat sich in der Zwischenzeit bestens auf ihn vorbereitet...

Die erste Frage sollte sein: Warum ? Wer hatte ernsthaft nach den sauer aufstoßenden Rob Zombie-Filmen nach weiteren "Halloween"-Filmen gefragt ? Davor gab es auch schon acht (!!!) Filme in einer Reihe, die nie abseits von zwei funktionierte (der dritte ist eine Geschmacksfrage und "H20" funktioniert nur, wenn der zweite es nicht tut) - nach albernen Kult- und Realityshow-Handlungssträngen hätte man die Horrorikone Myers doch mal endlich in den verdienten Ruhestand gehen lassen können. Aber warum sich auch um eine neue Idee rund um das Kultfest bemühen und nicht mal eben eine alte Franchise ausbuddeln und eine weitere ideologisch drantackern ?

Ihr habt richtig gehört, denn man nimmt hier im Prinzip "Terminator 2" als Vorlage und legt sie auf "Halloween": Laurie Strode ist Sarah Connor 2.0 und sie stellt sich ihrem ehemaligen Peiniger, es gibt hier nur keinen "guten" Serienkiller als Ausgleich zum bösen. Abseits davon ist der Film voller Sprungschrecks, hat unnötigerweise ordentlich Gore und warum auch immer dämlichen Humor zwischendurch. Es gibt leider viel zu wenige Stellen, an denen es den Hauch von "Halloween" gibt, was vor allem für die Atmosphäre gilt...stattdessen hat man öfters nervige Charaktere und ein großer Teil des Films konzentriert sich nicht einmal auf Laurie (aber wenn, dann kann man Jamie Lee Curtis keinen Vorwurf machen, auch wenn man ihr auch langsam mal die Auszeit von dieser Rolle wünscht).

Fazit: Mir ist schlichtweg nicht ersichtlich für wen dieser Film konkret gemacht wurde, für die Fans war es bestimmt nicht.

"Hereditary"

Story: Nach dem Ableben der Großmutter muss sich eine Familie dunklen Geheimnissen stellen...

"Hereditary" ist ein weiterer undankbarer Film zum Schreiben, denn ich kann hier zwecks Spoiler keinerlei genaue Details nennen warum der Streifen wirklich funktioniert - OK, abseits von Toni Collette, die hier als Mutter eine oscarreife Leistung abliefert und das ganze Grauen mit am Besten wiederspiegelt. Ansonsten ist dies die "gute alte Horrorschule", ergo man setzt auf klassisches Verbinden von Musik und unheilvollen Bildern OHNE Sprungschrecks und um eine entsprechende Atmosphäre zu unterstützen und nicht zu zerstören; damit gemeint ist das Nehmen von Alltäglichem und das Wandeln zum Gruseligen, aber in realen Zügen. Nicht, dass es hier rein gar nichts Übernatürliches gebe, aber der überwältigende Großteil des Horrors und der Verlauf mitsamt Atmosphäre wirkt greifbar und somit auch spürbarer als es ein anderer vielleicht machen könnte (in gewisser Hinsicht vielleicht mit "Halloween" vergleichbar). Es ist wundervoll gefilmt, geschnitten, geschauspielert und es wird einem absolut unwohl dabei - viel Besseres kann ich über einen Horrorfilm kaum sagen !

Fazit: Womöglich sogar einer der besten Filme des Jahres ?
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